Wegscheide: ein mögliches neues Baugebiet in Villingendorf. Foto: Pfannes

Ein neuer Flächennutzungsplan für den Gemeindeverwaltungsverband Villingendorf muss aufgestellt werden. Der aktuelle ist in die Jahre gekommen.

Villingendorf - Deshalb beschäftigen sich die beiden Mitgliedsgemeinden, Villingendorf und Bösingen, mit ihren Wünschen und Möglichkeiten.

Villingendorf betritt die Öffentlichkeit, als im Gemeinderat über das gesprochen wird, was bisher verwaltungsintern vorbereitet und in einer Klausurtagung der Ratsmitglieder Ende Januar vertieft wurde.

Wohnbau und Gewerbe

Es geht um künftige Wohnbau- und Gewerbeflächen. Da Villingendorf eine übersichtliche Gemarkungsgröße hat (933 Hektar, Bösingen jedoch 2245), bleiben Überraschungen für große Würfe aus. Dies natürlich ebenso, da der Spielraum mit Blick auf künftigen Flächenverbrauch eng gefasst ist.

Das Verfahren für den Flächennutzungsplan 2037 liegt in den Händen von Ludger Große Scharmann (Ingenieur Landschaftspflege, Waldenbuch). Ausgewiesen dürfen Bauflächen, die dem voraussichtlichen Bedarf entsprechen, heißt es sinngemäß im Gesetz.

Zuwachs von 297 Personen errechnet

Für Villingendorf errechnet wurde aus sogenannten natürlichen Bewegungen (179) und aus Wanderungen (118) ein Zuwachs von 297 Personen bis Ende 2037. Zum Vergleich: für Bösingen und Herrenzimmern 207 (148 plus 59). Damit würde der Bevölkerungsstand beider Gemeinden von 6842 (31. Dezember 2020) auf 7346 (31. Dezember 2037) steigen.

Daraus berechnet sich wiederum der Wohnflächenbedarf. Unter dem Strich stehen für Villingendorf 10,47 Hektar und für Bösingen mit Herrenzimmern 8,48 Hektar, für den Verband somit insgesamt 18,95 Hektar.

Vier Gebiete im Planentwurf

Konkret in Villingendorf haben die Fachleute und Entscheider folgende Gebiete in die nähere Auswahl genommen: Wegscheide 5,05 Hektar, Baurain 2,34 Hektar, Hahnenburg 1,25 Hektar und Haldenäcker III 0,94 Hektar. Insgesamt 9,58 Hektar. Während erstes Gebiet im Süden der Gemeinde neu hinzukommen könnte, runden die anderen drei im Norden und Nordosten bestehende Wohnbaugebiete ab.

Erbsentäle (1,81 Hektar), am Ortsausgang links der Hochwaldstraße gelegen, und Haldenäcker II (2,2 Hektar) sollen erst einmal außen vor gelassen werden, beziehungsweise könnten als Mischgebiet (Erbsentäle) anderen Notwendigkeiten dienen. Erbsentäle wird schließlich mehrheitlich bei drei Gegenstimmen im Entwurf gelassen.

Eine Luftschneise

Mehrere innerörtliche Baulücken werden nicht außer Acht gelassen. Dies hat dann diverse Umverrechnungen der Flächenzahl zur Folge. Auch soll geprüft werden, ob ein Gartengelände am Rande des Wegscheide-Areals, Richtung Neubronnen gelegen, nicht ebenso potentielles Wohngebiet werden könnte. Angesprochen wird, dass "Neubronnen" als Luftschneise bleiben soll. Dies ist jener Streifen hinter der Bebauung Hochwaldstraße und Wegscheide.

Südlich der Autobahn

Beim Gewerbe liegt der Fokus auf eine Erweiterung des "Wasen", und zwar südlich der Autobahn, also auf der anderen Seite als der bisherige Wasen: 3,59 Hektar. Sonst sei es topographisch schwierig, andere Flächen entsprechend auszuweisen, wird mitgeteilt.

Doch all diese Fixierungen dienen erst einmal als Diskussionsgrundlage, von Beantragung im Verwaltungsverband, also dem Aufstellungsbeschluss, und der Genehmigung ganz zu schweigen.

Bösingen und Verband folgen

Bevor der Verband tagt – am Dienstag, 31. Mai, wie vorgesehen, wird es nicht sein, wie Bürgermeister Marcus Türk mitteilt –, muss erst einmal die Gemeinde Bösingen ihre Vorstellungen im Gemeinderat beschließen. Also das, was das Villingendorfer Gremium an diesem Abend schließlich macht.