Immer schön in Zweierreihen: Kinder am Stadt- und Busbahnhof in Freudenstadt. Foto: Rath

Falscher Alarm in Schopfloch: Die Kreisverkehrswacht Freudenstadt setzt ihr Schulbus-Training für Kinder unvermindert weiter. Allerdings muss sie beim "Fahrrad-Führerschein" abspecken.

Kreis Freudenstadt - Die Verkehrswacht war Thema im Kreistag, und davor schon in Schopflocher Ortschaftsräten. Deren Sorge: Das Schulbus-Training für die Mädchen und Buben aus Ober- und Unteriflingen, die ab Klassenstufe drei in Schopfloch unterrichtet werden, könne vor Ort nicht mehr angeboten werden. Die Teilnahme der Kinder an einer zentralen Schulung irgendwo im Kreis würde in der Gemeinde als "nicht optimal" eingestuft, so Bürgermeister Klaas Klaassen in der Sitzung des Kreistags.

Dabei handelt es sich jedoch um ein Missverständnis, sagt Karl Müller, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Kreisverkehrswacht Freudenstadt. Das Bustraining bleibe in seiner bisherigen Form erhalten. Allerdings gebe es Änderungen beim Fahrrad-Training für Grundschüler. In der Vergangenheit habe es im Kreis Freudenstadt in einigen Gemeinden Zusatzangebote gegeben, die in anderen Teilen des Landes nicht Standard seien.

Fahrrad-Check vor Ort fällt flach

Nach dem Radtraining auf einem der beiden Verkehrsübungsplätze in Horb-Bittelbronn oder Freudenstadt mit vier Modulen gab es als fünften Ausbildungsabschnitt eine Testfahrt mit den Kindern in ihren Wohnorten, dazu einen Fahrrad-Check, bei dem die Räder auf Verkehrssicherheit hin überprüft wurden. Dieses fünfte Modul müsse aufgrund einer neuen Verwaltungsvorschrift entfallen. "Wir hoffen aber, dass sich das wieder ändern wird", so Müller im Gespräch mit unserer Redaktion.

Mehr Training bitter nötig

Denn viele Kinder hätten heutzutage mehr Training bitter nötig, findet Müller. Sie seien motorisch schlechter entwickelt, viele könnten sich auch nicht mehr für eine längere Zeitspanne konzentrieren. Verkümmert die Generation Smartphone körperlich und geistig? "Ich weiß die Gründe nicht. Aber es gibt ganz klar eine Entwicklung", so Müller. "Viele Kinder können im Alter von zehn Jahren noch nicht Radfahren. Das hat es vor zehn Jahren nicht gegeben." Deshalb öffne die Verkehrswacht ihre Übungsplätze für spielende Kinder, die "mit Begeisterung" dort unterwegs seien. "Es macht ihnen Spaß", so Müller.

Auftrag der Kreisverkehrswacht ist es, die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft fit für den Straßenverkehr mit all seinen Gefahren zu machen. Der Verein bietet zusammen mit der Polizei praktisch flächendeckend im Kreis Freudenstadt jedes Jahr ein Schulweg-Training für 1200 Kindergartenkinder, ein Fahrradtraining für 1200 bis 1300 Grundschüler und ein Bustraining für 700 bis 800 Schüler an, dies in Zusammenarbeit mit den örtlichen Verkehrsunternehmen wie Schweizer. Dazu kommen Sondertrainings für Schüler und Fahrer der Kleinbusse und Taxis der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren sowie Training für Senioren.

Kreistag erhöht Zuschuss

Vom Landratsamt und dem Kreistag fühlt sich die Verkehrswacht bestens unterstützt, so Müller. Der Kreistag stimmte am Montag zu, den jährlichen Betriebskostenzuschuss für die Jugendverkehrsschule in Bittelbronn von 3500 auf 4000 Euro zu erhöhen.