In Beuren herrscht Enttäuschung über die Sperrung der Straße nach Belsen. Dafür freut man sich über einen Einwohnerzuwachs.
Bei der Neujahrssitzung des Ortschaftsrates im Hechinger Teilort Beuren hatten sich sowohl die anwesenden Bürgerinnen und Bürger als auch die Räte des kleinsten Teilorts der Stadt andere Nachrichten erhofft.
Doch trotz aller Bemühungen von Ortsvorsteherin Tanja Saile gibt es weiterhin keine positiven Entwicklungen im Hinblick auf die Gemeindeverbindungsstraße nach Belsen.
Kurz vor der ersten Sitzung des neuen Jahres hatten sich Hechingens Bürgermeister Philipp Hahn, der Mössinger Oberbürgermeister Michael Bulander sowie der Landtagsabgeordnete Manuel Hailfinger in Beuren getroffen, um die Situation nochmals zu erläutern. „Die Untersuchungen sprechen eine sehr eindeutige Sprache“, informierte Bürgermeister Hahn den Ortschaftsrat. Die Straße befinde sich in einem Rutschgebiet. Dies bedeute nicht nur, dass bereits bei den für eine Sanierung notwendigen Bohrungen die Gefahr eines erneuten Abrutschens bestehe. Auch könne es jederzeit zu weiteren Hangbewegungen kommen, wodurch Investitionen von rund 800.000 Euro wirkungslos würden.
Die Konsequenz: Die Straße wird künftig als Forstweg umgewidmet. Hahn warnte eindringlich vor einer widerrechtlichen Nutzung. „Das kann schlichtweg lebensgefährlich sein“.
Die Gemeindeverbindungsstraße war auch im Jahresrückblick von Ortsvorsteherin Saile eines der zentralen Themen. Bei der gut besuchten Sitzung konnte sie zugleich eine erfreuliche Entwicklung vermelden: Beuren hat Ende 2025 die Marke von 200 Einwohnern überschritten. Zum Jahresende lebten 203 Menschen im Ort. In ihrem Rückblick wurde deutlich, dass Beuren vor allem durch eine starke Dorfgemeinschaft geprägt ist. Saile bedankte sich ausdrücklich bei Margarete Bischoff, Silvia Ling, Peter Gantner, Melina Saile, Helga Herrmann, Daniel Dingeldey, Jens Bogenschütz und Siegbert Bosch für ihr Engagement in Vereinen und Ehrenämtern und ihren Beitrag zum aktiven Dorfleben.
Aus der Bürgerschaft wurde zudem Kritik an der Verkehrssituation laut. Trotz der geltenden Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern werde diese häufig nicht eingehalten. Die Frage einer Verkehrsüberwachung will Saile an das Ordnungsamt der Stadt weiterleiten. Bürgermeister Hahn verwies in diesem Zusammenhang auf die Möglichkeit einer verdeckten Geschwindigkeitsmessung, um zunächst ein realistisches Bild der Situation zu erhalten.
Das Baugebiet „Wernesäcker“ war als weiterer Dauerbrenner auf der Tagesordnung. Auf Nachfrage bestätigte Hahn, dass im städtischen Haushalt Mittel für einen Grundstückserwerb eingestellt seien. Die Aussichten auf eine schnelle Lösung schätzte er jedoch als gering ein, da sich die entscheidenden Grundstücke im Eigentum der katholischen Kirche befinden. „Unsere Mitarbeitenden in der Stadtverwaltung versuchen immer wieder, in Verhandlungen einzutreten. Mehr kann ich dazu derzeit leider nicht sagen“, so Hahn.
Auch die nächsten Schritte beim Projekt „Dorftreff im alten Feuerwehrhaus“ war für die Anwesenden von Interesse. Hier bat der Bürgermeister um Geduld. Das Projekt zeige beispielhaft das große Engagement und den starken Zusammenhalt der Beurener Bürgerinnen und Bürger. Gemeinsam habe man entschieden, sich im Frühjahr für das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) zu bewerben. Sollte die auf Gesamtkosten von 168.000 Euro teure Maßnahme förderfähig sein, könne frühestens 2027 mit der Umsetzung begonnen werden.
Bevor die Sitzung mit dem traditionellen Sektempfang ausklang, richtete Hahn noch einen eindringlichen Appell an die Anwesenden, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Die Landtagswahl am 8. März sei von großer Bedeutung, und er hoffe auf eine hohe Wahlbeteiligung.