Der Breitbandausbau im Wolftal schleppt sich. Ärger darüber entlud sich in der jüngsten Ratssitzung.Symbol-Foto: Anspach Foto: Schwarzwälder Bote

Breitbandausbau: Kritik an der Planung / Andreas Junt vom Landratsamt spricht von "riesigem Verzug"

Der Breitbandausbau in Bad Rippoldsau-Schapbach wird kein Spaziergang. Sechs Jahre rechnet man für die Realisierung der Datenautobahn.

Einig war man sich in Sachen Breitbandausbau darüber: Egal wer’s plant, es wird kein Spaziergang. Denn wegen der komplett geänderten Anforderungen müssen die Pläne von 2017 zwingend überarbeitet werden.

Bad Rippoldsau-Schapbach. Im Schulterschluss von Kreis, Gemeinde und Firmen soll der Breitbandausbau in Bad Rippoldsau-Schapbach vorwärts gebracht werden. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde über den aktuellen Stand diskutiert.

Über die Netzbetriebsausschreibung informierte Marco Ebinger vom Landratsamt Freudenstadt. Er ist seit November der Koordinator des Breitbandausbaus im Kreis. "Die folgende Präsentation erfolgt im Bewusstsein, dass die Thematik kein besonderes Aushängeschild ist", sagte Ebinger im Bezug auf die beträchtlichen Verzögerungen. Doch damit solle nun Schluss sein.

Die Verhandlungsgespräche mit den Bietern im Januar führten laut Ebinger zu einer Vergabe an ein Planungsbüro: "Wir sind schon im Austausch, und die offizielle Bekanntgabe soll nächste Woche erfolgen." Die Freigabe des Netzbetriebsvertrags durch die Bundesnetzagentur werde etwa zwei Monate in Anspruch nehmen. Parallel dazu werden laut dem Koordinator seitens der Komm.Pakt.Net und des Landkreises Gespräche mit dem künftigen Betreiber geführt, in denen unter anderem der Übergang von den bisherigen Betreibern geklärt wird.

Der Ausbau des Backbone-Netzes im Bereich von Bad Rippoldsau-Schapbach soll vom Kniebis entlang der Wolf durch die Gemarkung bis zum Ortenaukreis erfolgen.

Angst, ins Hintertreffen zu geraten

"Am riesigen zeitlichen Verzug besteht kein Zweifel, aber die Planungen sind mittlerweile sukzessive eingetroffen", teilte Andreas Junt, Leiter der Stabsstelle Kommunal- und Rechnungsprüfungsamt, mit. Die Gemeinde sei zwar dabei, doch es dauere "noch ein bisschen".

"Wir geraten ins Hintertreffen verglichen mit dem Ausbau im Kreis", sagte Bürgermeister Bernhard Waidele. Die Zeit dränge, um in die Umsetzung zu kommen. Die Vor-Ort-Betreuung der bisherigen Firma sei alles andere als optimal gewesen. "Wir möchten eine Bündelung und eine klare lokale Umsetzungsplanung, die unsere speziellen topographischen Gegebenheiten berücksichtigt", so Waidele. Deshalb sei man im Gespräch mit einem Planungsbüro.

Das Landratsamt werde über Firmen nicht diskutieren, aber gerne beratend zu Seite stehen, welche Optionen mit welchen Auswirkungen bestehen, sagte Junt. "Vom Landratsamt wird es nichts geben, was andere Planungsbüros behindert, aber es muss rechtskonform sein und es muss verhindert werden, dass womöglich noch mehr Zeit verloren wird", ergänzte Ebinger. Es brauche den Input der Gemeinde, damit sich Prioritäten zeigen, so Junt.

"Wir nehmen gerne dieses Gesprächsangebot wahr und benennen Abschnitte, die uns auf den Fersen brennen", stimmte Waidele zu.

Offen für jegliche Kommunikation zeigte sich auch die Firma Mediacom, mit der die Gemeinde Kontakt aufgenommen hat. Deren Geschäftsführer Christoph Volk stellte das Unternehmen vor, das im Fall einer Beauftragung ein Büro im Rathaus einrichten will.

"Wir kennen die hiesigen Besonderheiten und sind auch gerne bereit, uns zusammenzusetzen", meinte Volk. Seiner Einschätzung nach sind für den Ausbau in der Gemarkung insgesamt sechs Jahre anzusetzen – "wenn es denn mal läuft".