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Enttäuschte Eltern in Dietingen Hohes Tempo bei Schulschließungen

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Reto Kleser (von links), Klemens Schmid, Angie Seemann, Bürgermeister Frank Scholz, Ferdinand Graf von Bissingen, Klaus Häsler und Martina Stier bei einem Pressegespräch am Donnerstagabend. Foto: Meene

Möglichst transparent möchte die Dietinger Gemeinde den Beschluss zur Schließung der beiden Schulstandorte Böhringen und Irslingen machen. In einem Pressegespräch berichtete der Rat über die Hintergründe dieser tiefgreifenden Veränderung.

Dietingen - Nach der Sitzung des Gemeinderats am 25. November, als erneut über die Betreuung und Unterrichtsversorgung in der Gemeinde beraten wurde, gab es einige wütende Stimmen von Seiten der Eltern.

Viele Eltern sind enttäuscht

Die beiden letzten Grundschulen außerhalb des Ortsteils Dietingen, denen noch vor zwei Jahren mit einem Gemeinderatsbeschluss der Bestand zugesichert wurde sollen geschlossen werden, so viel steht fest. Die Außenstellen in Böhringen und Irslingen werden voraussichtlich ab dem Schuljahr 2024/2025 mit der Schule in Dietingen zusammengefasst. In den drei Ortsteilen sollen gleichwertige Krippen und Kindergärten entstehen. In Böhringen und Irslingen ist hierfür eine Umnutzung der seitherigen Schulgebäude als Kindertagesstätte geplant.

In der vergangenen Gemeinderatssitzung Ende November waren um die 30 Eltern waren gekommen, um bei dem Entwurf für den Grundsatzbeschluss dabei zu sein. Viele der betroffenen Eltern Mütter und Väter seien nach der Sitzung enttäuscht gewesen, wieso ihre alternativen Vorschläge zum Erhalt der Schulstandorte in den Ortsteilen beim Rat keine Beachtung gefunden hätten.

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Bei einem Pressegespräch am vergangenen Donnerstag, 3. Dezember klärt Frank Scholz dies auf: Die Alternativen seien bei der zweitägigen Klausurtagung Mitte Oktober ausreichend geprüft worden, so der Bürgermeister. Durch ein Gutachten eines Beratungsbüros aus Bonn, welches bei der Tagung vorgestellt wurde, sei der Rat "wachgerüttelt" worden, erklärt Scholz. Bei der Nachbesprechung der Tagung sei sich der Rat einig gewesen: "Es gibt eigentlich gar keine andere Möglichkeit."

Viele der Eltern würden sich über das Tempo wundern, in dem der Beschluss jetzt durchgebracht werden soll. "Einige glauben nicht", so das Mitglied des Rats Ferdinand Graf von Bissingen, "dass das Thema wirklich erst im Oktober auf den Tisch kam." Dies sei aber tatsächlich so gewesen, beteuert dieser. Die Gemeinde sei jetzt noch in der guten Situation reagieren zu können – und nicht erst später agieren zu müssen. Auch der Rat selbst sei überrascht über dieses Tempo, welches aber notwendig sei, um die Unterrichtsversorgung für die nächsten zehn Jahre zu gewähren. Die Entscheidung hierfür sei dabei keinem leicht gefallen, erklärt die Böhringer Ortsvorsteherin Martina Stier. Auch einige der Ratsmitglieder seien Eltern betroffener Kinder. Trotzdem sei es bei dieser Entscheidung wichtig konsequent zu bleiben, es ist vorauszusehen, dass der Grundsatzbeschluss einstimmig durchgehen wird. "Wir sind zu diesem Schritt gezwungen", erklärt der Bürgermeister. Das Gutachten habe dies schonungslos offen gelegt. Maßgeblich sei die demografische Entwicklung, die sich an den Grundschulen der Gemeinde jetzt schon drastischer abzeichne, als noch vor zwei Jahren.

Die Schülerzahl in den einzelnen Ortsteilen sei in den letzten Jahren stets wellenhaft gewesen, dies geht aus dem Gutachten hervor, dass auch unserer Zeitung vorliegt. "Es war schon immer grenzwertig mit der Schülerzahl", so Scholz. Die Verlässlichkeit und Planungssicherheit sei in den letzten Jahren nie da gewesen.

Mittlere Klassengrößen

Die Befürchtung der Eltern, dass ihre Kinder bei einer Zusammenfassung der Schulen in viel zu große Klassen gesteckt werden, werde nicht eintreten, da ist sich der Bürgermeister sicher. Ganz im Gegenteil: Durch die verbesserte Planungssicherheit habe die Schule die Möglichkeit, dauerhaft mittelgroße Klassen zu führen.

Auch die Lehrerversorgung würde von dem Ausbau der Dietinger Grundschule profitieren: Die Lehrversorgung werde immer schwieriger, so der Bürgermeister. "Wir können das nicht mehr aussitzen." Bei einem Erhalt der Schulstandorte wie bisher, wäre eine zuverlässige Betreuung auf lange Sicht nicht mehr möglich gewesen. Ziel sei ein Schulalltag mit einer zuverlässigen Lehrerversorgung. "Wir müssen da auch ein klares Signal an die Lehrer geben" findet von Bissingen, um Lehrkörper für die Schule gewinnen zu können.

Der Grundsatzbeschluss soll nun so schnell wie möglich gefasst werden, "damit die Richtung klar ist", erklärt der Bürgermeister den Grund für dieses schnelle Tempo. "Ein Schwebezustand ist nie gut", findet auch Ferdinand Graf von Bissingen .

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