Eine idyllischer Platz für eine Ruhepause auf der NeckarErlebnisLiege (von links): Revierförster Karlheinz Mertes, Bürgermeister Jens Keucher und der stellvertretende Vorsitzende des Vereins NeckarErlebnisTal, Frank Börnard. Foto: Steinmetz

Neue Liegebänke laden beim Sulzer Maienplatz zum Verweilen ein. Der Neckartalradweg ist nicht weit. Doch kaum stehen die Landschaftsmöbel, wird Vermüllung zum Thema.

„Es ist ein toller Platz“, findet Bürgermeister Jens Keucher. Vom Neckartalradweg beim Maienplatz geht der Weg runter direkt zum Neckarufer. Dort die „NeckarErlebnisLiege“ aufzustellen, ist eine Idee von Revierförster Karlheinz Mertes.

 

Den Platz gab es bereits: Auf Initiative des Kultur- und Heimatvereins wurde vor 20 Jahren hier ein nachgebautes Floß aufgebaut. Der Anlass dafür war eine Ausstellung zur Flößerei in Sulz (Kreis Rottweil), die im Jahr 1899 endete. Das mittlerweile vermoderte Schaufloß ist vor einigen Jahren abgebaut worden.

„Googeln“ lohnt sich

Der Förster sorgte jetzt dafür, dass der Standort für die Liege verkehrssicher hergerichtet wurde. So sind am Ufer Büsche und einige Bäume, unter anderem mit Bissspuren des Bibers, entfernt worden. „Wer auf der Bank sitzt, ist sicher“, betont Mertes – und hat natürlich auch einen wunderschönen Blick auf den Neckar.

Schon deswegen lohnt es sich, einen kleinen Abstecher vom Radweg dorthin zu machen. Oben wird noch ein Schild aufgestellt, die Liege sei aber auch schon bei „Google“ eingetragen, informiert Frank Börnard, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Neckarerlebnistal, zu dem neben Sulz noch Horb, Eutingen, Starzach und Rottenburg gehören.

Ruhepause mit Reiher

Ziel des Vereins ist es, kulturelle Höhepunkte, Freizeitangebote und Events auf dem 50 Kilometer langen Streckenabschnitt zu bündeln und bei Tourismusmessen oder im Internet zu präsentieren. So wird auch für Neckartalradweg geworben, auf dem jährlich rund 47 000 Radfahrer unterwegs sind.

Der neu gestaltete Platz im Sulzer Stadtwald bietet sich für eine Ruhepause, zum Entschleunigen und dazu an, die Natur zu erleben. Den Biber wird man zwar kaum zu Gesicht bekommen, aber gerade fliegt ein Reiher vorbei. „Wunderbar“, entfährt es Jens Keucher bei diesem kleinen Erlebnis. Er ist überzeugt, dass die Liege gut angenommen und sich als „Geheimtipp“ schnell herumsprechen wird.

Ziehen andere Kommunen mit?

Ganz offensichtlich waren auch schon Besucher da. Es liegt, was weniger erfreulich ist, nämlich Müll herum. „Da wo Leute hinkommen, wird der Abfall weggeworfen“, bedauert Keucher. Noch ärgerlicher aber ist, dass an der Liegebank im Sitzbereich bereits eine Schraube gelockert wurde. Ein Papierkorb wird jedenfalls nicht aufgestellt. Es wird wohl oder übel die Aufgabe des Bauhofs sein, den Bereich sauber zu halten.

In Fischingen haben der Förderverein Ruine Wehrstein und der Sportverein zwei Bänke aufgestellt. In Sulz konnte für diese Aktion Forstrevierleiter Karlheinz Mertes gewonnen werden. Frank Börnard schließt nicht aus, dass in den anderen Orten ebenfalls „NeckarErlebnisLiegen“ aufgestellt werden, wenn ein schöner Platz vorhanden ist.

Probeliegen erwünscht

Das Stück kostet 900 Euro, die der Verein aufbringt. Angefertigt werden die Liegen von der Bergfelder Firma „Heimatbänkle“. Bewusst wird bei dieser Aktion mit einem Partner aus der Sulzer Gesamtstadt kooperiert, um eine Zeichen für regionale Wertschöpfung und Handwerkskunst zu setzen.

Zum Neckartalradweg geht es nach er Ruhepause wieder eine kurze Strecke steil hoch. Aber da ist man auch wieder erholt, und für E-Bike-Radler dürfte dies ohnehin kein Problem sein. Bürgermeister Jens Keucher und Frank Börnard laden dazu ein, die neue Liege auszuprobieren.