Im Dobler Gemeinderat wurde der Weg freigemacht für den Prozess zur Sanierung und den Umbau des Kurhauses. Kosten: rund fünf Millionen Euro. Es gibt aber Fördermöglichkeiten.
Wie Bürgermeister Christoph Schaack am Dienstagabend den Gemeinderäten erläuterte, sei der Umzug der Gemeindeverwaltung in das Kurhaus unumgänglich und die Sanierung als Grundsatz bereits 2024 beschlossen worden. Die Infrastruktur und IT-Ausstattung im Rathaus sei nicht mehr zeitgemäß. „Das Rathaus ist wunderschön, aber beengt“, so Schaack. Dobel müsse priorisieren bei den Bauprojekten. Für ihn sei klar, dass der Umbau des Kurhauses und die Erweiterung der Feuerwehr hohe Priorität hätten. Aber auch der Bau eines neuen Bauhofes sei nicht vergessen, müsse aber zurückgestellt werden.
Etwa fünf Millionen Euro
Die Mittel seien nicht unbegrenzt. Die Umbau- und Sanierungskosten des Kurhauses würde geschätzt bei rund fünf Millionen Euro liegen. Man könne hierbei verschiedene Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen und den Kostenanteil der Gemeinde auf etwa 1,2 Millionen Euro drücken.
„Schauen Sie sich hier im Kurhaus um. Gehen Sie in den Keller und sehen Sie sich die Toiletten an“, verdeutlichte Schaack. Man wolle einen Dienstleister beauftragen, der den gesamten Planungs- und Bauprozess professionell abwickle. Als Firmenvertreter stellte Yannik Bechtold-Herzog das familiengeführte Unternehmen Thost Projektmanagement und die Dienstleistung als solche vor. Das Pforzheimer Unternehmen hat weltweit rund 700 Mitarbeiter und es konnten einige bedeutende Projekte als Referenz genannt werden. Bechtold-Herzog informierte den Gemeinderat über Kosten und Vorgehensweisen in der Ausschreibungsphase. Er empfahl für Dobels Kurhaus ein „Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb“, das etwa sechs Monate dauern würde. Die Kosten würden sich auf etwa 200 000 Euro belaufen. Nach der Ausschreibungs- und Vergabephase könnten dann im April 2026 die Planungen der Gewerke beginnen. Der Gemeinderat stimmte der Beauftragung der Firma Thost und dem vorgeschlagenen Vergabeverfahren einstimmig zu.
Rund fünf Millionen
Einstimmig zugestimmt
Photovoltaikanlage In der Sitzung des Gemeinderates wurde der Errichtung einer Photovoltaikanlage auf der neuen Sporthalle zugestimmt. Mit der neuen Anlage könnten die Energiekosten deutlich gesenkt werden, so dass eine Amortisation nach acht Jahren erreicht sei. Die Ausführung sei noch in diesem Jahr möglich. Mechthild Voß (Freie unabhängige Dobler) war überrascht, dass die Anlage auf dem Dach nicht sehr groß sei. Ortsbaumeister Michael Müller erklärte, dass man diese auch noch erweitern könne, um zukünftig eine klimaneutrale Gemeindeverwaltung zu sein. Der Gemeinderat stimmte der Vorlage einstimmig zu und beauftragte eine Wildbader Firma mit der Errichtung der PV-Anlage in Höhe von fast 43 000 Euro.
Künftig klimaneutral
Abwasserkosten In der Verwaltungsgemeinschaft mit Bad Herrenalb sieht sich Dobel bei den Kosten falsch bewertet. Der Zahlenschlüssel von 1990 sei völlig überholt und man sei sich mit Herrenalb über eine Neuaufteilung der Kosten für Fremdwasser, Abwasser und die Unterhaltskosten einig geworden. Ab 2023 werden die Kosten in einer neuen Verordnung neu festgelegt. Es werden keine Pauschalen mehr verrechnet, sondern gemessene Werte. Dadurch würde Dobel günstiger wegkommen, so Bürgermeister Schaack, denn der Anteil Herrenalbs am Fremd- und Abwasser liege um ein Mehrfaches höher als in der alten Regelung. Dem Antrag stimmte der Rat einstimmig zu.