Das traditionsreiche Donaueschinger Pferdesportevent steckt in Schwierigkeiten. Lange war offen, wie es weitergeht. Nun herrscht Klarheit.
Nun ist es amtlich: Auch 2027 wird es kein CHI geben – es hat sich auf die städtische Ausschreibung kein Veranstalter gefunden.
Diese Nachricht reiht sich somit in die Chronologie des Donaueschinger CHI-Debakels ein: 2025 hätte das CHI Donaueschingen erneut im Schlosspark stattfinden sollen, doch der Veranstalter Schafhof Connects sagte das Turnier kurzfristig ab. Als Grund gab Geschäftsführer Mathias Rath finanzielle Engpässe an. Die städtische Reitturnier GmbH prüfte daraufhin, ob sie das Turnier 2026 in Eigenregie stemmen kann, kam aber zu dem Schluss, dass wirtschaftliche und organisatorische Risiken derzeit nicht kalkulierbar sind und der verbleibende Zeitrahmen zu kurz ist, der Vertrag mit Schafhof Connects wurde aufgehoben.
Nach der Absage 2026 verlegte die Reitturnier GmbH ihren Fokus darauf, das Turnier langfristig wieder zu stabilisieren und schrieb die Veranstaltung ab 2027 neu aus, um einen professionellen Veranstalter zu finden. Ziel war es, die Tradition des CHI gemeinsam mit regionalen Akteuren und Unterstützern auf zukunftsfähige Beine zu stellen. Dieses Ausschreibungsverfahren blieb nun jedoch ergebnislos; weder kam es zu einem tragfähigen Angebot, noch fand sich ein Veranstalter, der unter den aktuellen Rahmenbedingungen ein Konzept verantworten wollte.
Andreas Haller, Tourismusamtsleiter und Geschäftsführer der städtischen Reitturnier GmbH, ordnet die Entwicklung in einen größeren Branchentrend ein. Nach seinen Worten „hat es die Reitsportszene generell gerade schwer“: Viele Turniere kämpften mit sinkenden Starterzahlen, höheren Kosten und zurückhaltenden Sponsoren, während für Spitzensportler finanzielle Anreize andernorts – etwa bei Turnieren arabischer Ausrichter – attraktiver seien.
Aus Hallers Sicht lässt sich mit einem Turnier wie in Donaueschingen „kein großes Geld verdienen“, weder für Reiter noch Veranstalter, was die Position im internationalen Kalender schwächt. Zugleich verweist er auf die „gesamtwirtschaftlich schwierige Lage“, in der Unternehmen Ausgaben kritischer prüfen und das Reitturnier bei Sponsoren keine Priorität habe.
Haller kündigt an, die ausgebliebene Vergabe nun zügig in den zuständigen Gremien zu beraten, um notwendige Schlüsse zu ziehen und „realistische Optionen für die Zukunft zu prüfen – von neuen Kooperationsmodellen bis hin zu einem möglicherweise veränderten Format des Turniers.
Damit wird deutlich, dass die Frage nicht nur lautet, ob es in Donaueschingen wieder ein CHI im bisherigen Zuschnitt geben kann, sondern auch, welche Form von Pferdesportveranstaltung für Stadt, Sponsoren und Szene langfristig noch tragfähig ist.