Das öffentliche Klo sollte zunächst im Stadtteil Vauban aufgestellt werden. Dort stieß die Aktion jedoch auf Widerstand. Nun steht die Anlage im Freiburger Seepark und kann ab sofort genutzt werden.
Es war still geworden um die öffentliche Öko-Toilette, die im Juli im Stadtteil Vauban auf wenig Gegenliebe gestoßen war. Jetzt hat sie aber ein neues Zuhause gefunden: Seit dieser Woche steht sie im Seepark, am Rande der „Stusie-Wiese“, südöstlich des Flückigersees. Sie wurde in unmittelbarer Nähe zur großen Liegewiese, die im Sommer hoch frequentiert ist und rund 50 Meter entfernt von den nächsten Anwohnern, aufgestellt. Dort haben sich Anwohner schon länger eine zusätzliche Toilette gewünscht, da der ein oder andere Seebesucher gerne mal für seine Notdurft in die Büsche verschwunden sei.
Das städtische Gebäudemanagement (GMF) hat für das neue öffentliche Klo eine Stützmauer aus Sandstein erstellt, das Gelände modelliert und den Zugang zur Toilette gepflastert. Diese Arbeiten haben samt Transport der Toilette rund 15 000 Euro gekostet.
Ursprünglich sollte das Ökoklo in Freiburgs grünen Stadtteil Vauban kommen. Ein Standort war auch bereits gefunden und vorbereitet worden. Doch als das Klo aufgestellt werden sollte, leistete ein Dutzend Anwohner Widerstand. Als Grund führte die Protestgruppe aus, dass in direkter Nachbarschaft zum geplanten Standort das Denkmal von Georg Elser steht, der Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus war.
Projekt läuft zwei Jahre
Aus anderen Stadtteilen gab es viele Ideen für einen neuen Standort für die verschmähte Toilette. Die Stadtverwaltung hat sich nach reiflicher Abwägung dazu entschieden, die vierte der probeweise aufgestellten Öko-Toiletten in den Seepark zu stellen.
Die vier Toiletten wurden im Rahmen eines Pilotprojektes testweise für einen Zeitraum von zwei Jahren aufgestellt. Den Start machte im April die Anlage im Eschholzpark. Danach folgten die Anlagen im Dietenbachpark und am Moosweiher. Der Betrieb erfolgt durch die Herstellerfirma, mit der das GMF einen Reinigungs- und Wartungsvertrag abgeschlossen hat. Die vier Anlagen sind durchgängig Trockentoiletten, die für den Spülvorgang kein Wasser benötigen. Sie sind barrierefrei ausgestattet und unisex. Eine 200-Watt-Solaranlage mit Speicher produziert täglich den erforderlichen Strom. Das Wasser für das Waschbecken wird über eine Regenwassersammelanlage auf dem Dach der Toilette gewonnen.
Nach dem Testlauf wird die Stadtverwaltung die Erfahrungen auswerten. Für den Testlauf investiert die Stadt rund 210 000 Euro pro Jahr für Miete und Bewirtschaftung.