Die Kastrationspflicht kommt. Foto: DoraZett – stock.adobe.com

Die Katzenschutzverordnung ist verabschiedet – so begründete der Gemeinderat seine Entscheidung.

Der Gemeinderat Deißlingen hat in seiner jüngsten Sitzung die Einführung einer Katzenschutzverordnung beschlossen. Ziel ist es, die unkontrollierte Vermehrung von Streunerkatzen einzudämmen und damit das Leid der Tiere zu verringern. Doch wie soll die Verordnung umgesetzt werden?

 

Die neue Regelung sieht vor, dass alle Freigängerkatzen kastriert, gekennzeichnet und registriert werden müssen. Die Kastrationspflicht gilt auch für Hauskatzen, die sich unbeaufsichtigt im Freien aufhalten.

„Wir wollen damit dem Katzenelend entgegenwirken“, erklärte Bürgermeister Ralf Ulbrich. „Die unkontrollierte Vermehrung von Streunerkatzen führt dazu, dass die Tiere oft unter Hunger, Kälte und Krankheiten leiden.“

Die Entscheidung

Dem Vorschlag der Verwaltung folgte der Gemeinderat einstimmig. Die Verordnung soll in sechs Monaten in Kraft treten. Bis dahin haben Katzenhalter Zeit, sich auf die neuen Regelungen einzustellen.

Die Katzenschutzverordnung wurde in Zusammenarbeit mit dem Tierschutzverein Rottweil erarbeitet. Der Verein hatte die Einführung einer solchen Verordnung bereits seit längerer Zeit gefordert. Die Deißlingerinnen Andrea Kienöl und Birgit Bantle, die beide seit Jahrzehnten im Tierschutzverein Rottweil engagiert sind, beantworteten die Fragen der Gemeinderäte.

Daniela Bechtold (DUL) wollte etwa wissen, wie das Ganze funktioniert. „Wir bekommen zum Großteil gemeldet, wo eine freilebende Katze herumstreunt“, erklärte Andrea Kienöl. „Dann werden wir tätig und versuchen, die Katze einzufangen.“

Das sagt der Tierschutzverein

Kienöl und Bantle sind froh darüber, dass die Katzenverordnung endlich kommt. „Wir hoffen, dass es nicht zu spät ist, um die Streunerpopulation zu stoppen“, sagte Andrea Kienöl. „Das Ganze hätte schon vor zehn Jahren gemacht werden müssen.“

Allerdings rechnet die Gemeindeverwaltung teils mit unangenehmen Gesprächen mit Katzenhaltern. „Nicht jeder Katzenbesitzer wird hierzu ’Hurra’ sagen“, so Bürgermeister Ralf Ulbrich. In Baden-Württemberg haben bereits mehr als 80 Kommunen eine Katzenschutzverordnung.