Vorsitzender Sven Schnaars und sein Förderverein haben den Kampf um den Erhalt des Lehrschwimmbeckens in Aach verloren. (Archivfoto) Foto: Waltraud Günther

Die Entscheidung am Dienstagabend im Dornstetter Gemeinderat fiel knapp aus: Das Lehrschwimmbecken in Aach wird entgegen vorheriger Beschlüsse im Gremium nun doch nicht saniert. Grund ist die Haushaltslage.

Alle Proteste und Aktionen der Bad-Befürworter haben am Ende nichts gebracht: Das Lehrschwimmbecken in Aach wird nicht saniert. Und: Es bleibt dauerhaft geschlossen. Künftig soll das Dornstetter Hallenbad intensiver genutzt werden.

 

Die Entscheidung im Dornstetter Gemeinderat am Dienstagabend fiel mit neun Stimmen der Sanierungsgegner, sieben Stimmen der Sanierungsbefürworter und zwei Enthaltungen äußerst knapp aus – und war der angespannten Haushaltslage geschuldet.

Voll besetzt waren die Besucherreihen bei dieser öffentlichen Sitzung. Erst jüngst hatten die Befürworter der Sanierung des Lehrschwimmbeckens mehrere öffentliche Info-Aktionen veranstaltet, vor rund zwei Wochen etwa den Tag der offenen Schwimmbadtür. Schon da hatten viele Aacher angekündigt, an diesem Abend in den Bürgersaal kommen zu wollen – „mit Kind und Kegel“.

Wie angekündigt: Voll besetzt waren die Zuhörerreihen bei der Sitzung des Gemeinderats Dornstetten, als es um das Lehrschwimmbecken in Aach ging. Foto: Sabine Strantz-Kleindienst

Wiederholt war das Projekt in den vergangenen Jahren kontrovers diskutiert worden, so auch am Dienstagabend wieder mehr als zwei Stunden lang. Noch einmal erläuterte der zuständige Planer Jochen Rausenberger Details, bevor sich Befürworter und Gegner im Gremium einen ausgedehnten Schlagabtausch mit den bekannten Argumenten lieferten.

Neben den Ratsmitgliedern machten Kämmerer Jochen Köhler, der Aacher Ortsvorsteher Karlheinz Raisch sowie der Vorsitzende des Fördervereins Lehrschwimmbecken Aach, Sven Schnaars, ihre Standpunkte deutlich.

Technik-Sanierung allein reicht nicht

Im vergangenen Jahr hatte der Gemeinderat noch grundsätzlich sein Okay zur technischen Sanierung des Bads gegeben. Bürgermeister Bernhard Haas räumte jetzt ein, dass die Stadt dann einige Monate – wegen der sich abzeichnenden schlechten Haushaltslage – tatsächlich nichts weiter unternommen habe in Richtung Sanierung. Das Projekt landete dann mit anderen auf einer Liste von Vorhaben, die im Zuge des Sparkurses optional gestrichen werden könnten. Bei den Haushaltsberatungen in diesem Jahr hatte man schließlich entschieden, das Thema Lehrschwimmbecken nun doch noch einmal zu diskutieren.

470 000 Euro brutto hätte die Sanierung der Technik gekostet. Diese loszulösen von weiteren anfallenden Sanierungsmaßnahmen, die früher oder später wohl gekommen wären, sei sehr problematisch, betonte der Planer nun erneut – und dies war schon lange der Tenor gewesen.

Auslastung in keinem Verhältnis zu Kosten

Bei Verlust des Bestandsschutzes, eventuell hervorgerufen durch eine notwendige Sanierung auch des Beckens, hätte eine Sanierung weit über eine Million Euro gekostet, so Rausenberger. Sich auf eine Duldung durch das Gesundheitsamt nach etwaiger Sanierung der Technik zu verlassen, sei ohnehin heikel, befand er.

Kämmerer Köhler hatte unter anderem auch die zu geringe Nutzung beziehungsweise Auslastung des Bads gegenüber den hohen Kosten hervorgehoben.