Der Neubau der Grundschule soll in Nonnenweier an der Burkhardt-Michael-Halle seinen Platz finden. Dafür haben die Gemeinderäte am Montag gestimmt. Foto: Kapitel-Stietzel

Nach 15 Jahren ist die Entscheidung gefallen: Die neue Grundschule der Gemeinde Schwanau soll in Nonnenweier ihren Platz finden. Dafür stimmte der Gemeinderat am Montagabend.

Schwanau - Im Jahr 2007 hat Schwanau die ersten Überlegungen zur Entwicklung der Grundschule angestellt. 15 Jahre später wurde nun Nägel mit Köpfen gemacht: Der Gemeinderat stimmte am Montagabend für den Neubau der Grundschule im Ortsteil Nonnenweier. Der endgültigen Entscheidung waren Überlegungen in den Ortschaftsräten, Gespräche mit Schulvertretern und des Elternbeirats sowie ein Informationsabend für die Bürger vorausgegangen.

Drei Standorte standen für den Schulneubau zur Auswahl: Ein Gelände in Nonnenweier an der Burkhardt-Michael-Halle, ein Gelände am Sportplatz in Allmannsweier oder ein Gelände bei der Gemeinschaftsschule in Ottenheim. Von einem Umbau der vorhandenen Schulgebäude in Allmannsweier und Nonnenweier beziehungsweise einem Neubau am heutigen Schulstandort in Nonnenweier wurde unter anderem aufgrund der beengte Platzverhältnisse Abstand genommen. Die Kosten für alle drei Standorte seien ähnlich hoch (siehe Info).

Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung im ersten Schritt festgelegt, wie viele Gemeinderäte für die jeweiligen Standorte stimmen. Dabei sprachen sich vier Räte für den Standort Allmannsweier, fünf für Ottenheim und neun für Nonnenweier aus. Im nächsten Schritt wurde, beginnend mit dem Standort, der in der ersten Abstimmung die wenigsten Stimmen erhalten hatte, über jeden einzelnen Standort beschlossen. Dabei sprach sich der Gemeinderat Schwanau mit Stimmenmehrheit für den Standort in Nonnenweier aus.

Vor der Abstimmung erläuterten die Fraktionen und Ortsvorsteher noch das Ergebnis ihrer Diskussionen. So erwähnte Kuno Hamm (CDU), dass die Standortwahl mit viel Weitsicht erfolgen müsse. Es dürfe nicht außer Acht gelassen werden, dass ab 2026 für alle Schüler ein Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung besteht. Ein seperater Standort ziehe nach seiner Meinung einen höheren Verwaltungsaufwand mit sich. Auch wies er darauf hin, dass für die Kinder ein geschützter Raum geschaffen werden solle. "Es wurde stets sachlich diskutiert, auch wenn verschiedene Meinungen im Raum standen", sagte Dagmar Frenk (SPD). Es sei immer klar gewesen, dass es keinen Hauptstandort gebe. Der Schwanauer Ortsteil Wittenweier war der einzige, der keinen Standort für eine Schule hatte. Umso wichtiger sei es den Wittenweierern , so Hartmut Läßle (Liste Hartmut Läßle), dass der Standort für die neue Grundschule zentral gelegen ist – ganz nach dem Motto "Kurze Beine, kurze Wege". Besonders wichtig war Läßle, dass kein falsches Bild entstehen würde: "Das Aussprechen für einen Standort, der nicht bei der Gemeinschaftsschule in Ottenheim ist, soll nicht darauf hinweisen, dass die Schüler der Gemeinschaftsschule gefährlich sind." Was er vermisst, ist eine Konzeptstudie, um die Kosten besser einschätzen zu können. Michael Krenkel (CDU) hielt den Standort Allmannsweier, da er nicht an Wohnbebauung grenzt, für den idealen Standort. "Auch gibt es keine Grenzen bei der Entwicklung, da noch genügend Platz ist", betonte er.

Silke Weber (FWV) schloss sich Hamm an. "Mit einer früheren Entscheidung der Schulkonferenz hätten viele Diskussionen nicht geführt werden müssen", sagte sie. Fred Maurer (CDU) wies nochmals auf die Synergien hin, die bei den Gesprächen im Vorfeld von der Schulleitung der Gemeinschaftsschule hervorgehoben wurden. Das sollte weiter bedacht werden. Davon wollte Georg Zeller (FWV) nichts wissen. Er sah den Standort Ottenheim als den schlechtesten an. Dabei hob er die Verkehrssituation bei Schulbeginn und Ende hervor. "Viele Schüler werden von ihren Eltern gebracht oder geholt. Durch die Einbahnregelung ist dann mit Problemen zu rechnen", war er sich sicher.

Kosten

Die Kosten für den Grundschul-Neubau seien an allen Standorten ähnlich hoch. Von rund zehn bis 15 Millionen Euro – Fördergelder noch nicht miteinberechnet – sprach der damalige Bürgermeister Wolfgang Brucker bei der ersten Vorstellung der Standorte im Oktober 2021. In Allmannsweier beim Sportplatz könnte noch erweitert werden, allerdings gebe es keine Sporthalle für die Grundschüler, sodass auch diese noch errichtet werden müsste. Ebenfalls müsste bei der Gemeinschaftsschule in Ottenheim eine weitere Sporthalle gebaut werden, um die Kapazitäten abzudecken. Aber es wäre möglich gewesen, sowohl die Schulmensa als auch die Werkräume der Gemeinschaftsschule mitzunutzen. Am Standort Nonnenweier bei der Burkhard-Michael-Halle gebe es ausreichend Platz, wenn die Grundschule erweitert werden müsste und die Burkhard-Michael-Halle könne von den Grundschülern mitgenutzt werden. Dort müsste allerdings wiederum eine Mensa errichtet werden.