In Winterlingen-Harthausen ist Fußballspielen künftig auch in einem Soccer-Court möglich. Foto: IMAGO/Niklas Heiden

24 Meter lang und 15 Meter breit wird das eingezäunte Spielfeld sein, das auf dem Sportgelände des TSV Harthausen/Scher gebaut werden soll.

Winterlingen bekommt seinen Soccer Court. Das hat der Gemeinderat in der jüngsten Sitzung bei zwei Gegenstimmen beschlossen. Auf einer 1,6 Hektar großen Fläche nordöstlich von Harthausen soll er entstehen, im Außenbereich der Sportanlagen des TSV Harthausen/Scher.​

 

Das Besondere dabei: Der Soccer-Court ist mit einer Größe von 24 auf 15 Metern ein ganzes Stück kleiner als ein gewöhnliches Fußballfeld. Das sollte nach Vorgabe des Deutschen Fußballbundes zwischen 90 und 120 Meter lang und 45 bis 90 Meter breit sein. Eine weitere Besonderheit: Der Court ist mit einer Bande umschlossen, damit der Ball nicht aus dem Spielfeld fliegt.

Ideale Grundlage

„Mit der Errichtung des Soccer-Courts werden sowohl sportliche als auch soziale Aspekte gefördert und ein wesentlicher Beitrag zur sozialen Integration und gemeinschaftlichen Teilhabe geleistet“, heißt es in der Vorlage. Die gesamte Sportanlage in Harthausen sei gut zu erreichen und mit den vorhandenen Flächen eine ideale Grundlage für ein Mehrgenerationen-Freizeitgelände.

Tennisanlagen, Fußballplatz und Weitsprunganlage sind von den Bauplänen nicht betroffen. Die im Westen vorhandene Schotterfläche wird künftig als Parkplatz genutzt. Die bereits vorhandene Straße, die am Sportplatz entlang zu den Tennisplätzen im Norden führt, wird als offizielle Zugangsstraße festgelegt.

Bereits im Mai 2025 waren Mario Gläsel und Andreas Gauggel vom TSV Harthausen/Scher in den Gemeinderat nach Winterlingen gekommen, um den Plan vorzustellen. Entstanden war die Idee für einen Soccer-Court 2007, als im Rahmen eines DFB-Projekts 1000 Minispielfelder an Vereine verteilt wurden, darunter auch Harthausen. Die Kinder hatten so großen Spaß, dass der Verein im April 2021 einen Projektordner an den Ortschaftsrat übergab. Der steht hinter dem Projekt und hat einstimmig dafür gestimmt.

Zwischen 90.000 und 125.000 Euro wurde die Summe bei der Projektvorstellung 2025 geschätzt, je nachdem, ob ein Zuschuss des Württembergischen Landessportbunds (WLSB) genehmigt werde oder nicht. Finanzieren möchte der Verein das Bauprojekt über Sponsoreneinnahmen, Spenden, Eigenleistungen und Eigenkapital. Die Gemeinde soll mit dem Bebauungsplan in Vorleistung gehen – von rund 17.000 Euro war die Rede.

17.000 Euro in den Sand gesetzt?

Die Gemeinderäte zeigten sich bei der Vorstellung im Mai 2025 skeptisch, stellten kritische Nachfragen. Vor allem die Finanzierung gab ihnen zu denken. Die Sorge, die einige Räte umtrieb: Die Auflagen könnten sehr hoch werden – etwa für ein ebenso hohes Ballfangnetz, einen erhöhten Abstand zur Straße oder mehr. Und was, wenn der Verein das Geld nicht zusammenbekommt?

Roland Heck bemängelte die fehlende Sicherheit, etwa die Kreditzusage einer Bank. Er höre zu viele vage Aussagen, von Sponsorengeldern bis hin zu etwaigen Zuschüssen. Mit solch einem Finanzplan sei kein Staat zu machen. „Wir setzen eventuell 17.000 Euro in den Sand“, klagte Rainer Pfersich. Bis wenige Monate vor der Vorstellung im Gemeinderat habe er nichts von den Plänen mitbekommen. Obgleich er kein Gegner des Soccer-Courts sei, gebe es einfach zu viele offene Fragen. Seine Zweifel haben sich im Laufe des vergangenen Jahres nicht verflüchtigt. „Ich bin immer noch gegen den Standort“, sagt er in der jüngsten Gemeinderatssitzung erneut.

Bürgermeister Michael Maier sprach noch zwei Punkte, die Planung betreffend, an: „Der Soccer-Court wird beleuchtet sein, die Beleuchtung darf allerdings nicht auf der Durchgangsstraße blenden.“ Außerdem müsse im Bebauungsplan das Pflanzgebot eingehalten werden. Demnach müssen mindestens sieben heimische und hochstämmige Laubbäume auf ausgewiesenen Flächen gepflanzt werden. „Die Bäume sind fachgerecht zu pflegen und zu erhalten“, zitierte Maier aus dem Gebot.

Am Ende stimmte der Gemeinderat trotz aller vorangegangenen Diskussionen für den Entwurf des Bebauungsplanes „Freizeitanlage Fußballplatz Harthausen“.