Das Schwarzwald-Baar-Klinikum am Standort Villingen-Schwenningen soll erweitert werden, im Gegenzug wird das Krankenhaus Donaueschingen geschlossen. Foto: Marc Eich

Mit einem einstimmigen Votum ist im VS-Gemeinderat das Aus des Donaueschinger Krankenhauses besiegelt worden. Damit haben beide Gesellschafter eine Entscheidung getroffen.

Die Vorgaben waren klar – auch, weil der Kreistag als erster Gesellschafter bereits eine Entscheidung getroffen hatte. Nun ist das Aus für das Donaueschinger Krankenhaus aber durch den VS-Gemeinderat besiegelt worden.

 

Matthias Geiser hatte den Stadträten als Geschäftsführer des Schwarzwald-Baar-Klinikums die bereits öffentlich gewordenen Informationen nochmals dargelegt, um deutlich zu machen, dass die harten Fakten – die aufgrund zweier Gutachten ausgearbeitet wurden – für die Schließung des Donaueschinger Standorts sprechen.

Transformationsfond soll genutzt werden

Eine weitere Konzentration am Standort im VS-Zentralbereich würde demnach in den kommenden zehn Jahren für einen wirtschaftlichen Effekt von 25 Millionen Euro sorgen. Das hängt vor allem mit dem Krankenhaustransformationsfonds zusammen, über den der Bund Umstrukturierungen – und insbesondere auch die Schließung von Standorten in diesem Zusammenhang – unterstützt.

In Villingen-Schwenningen soll im Gegenzug ein Anbau für rund 109 Millionen Euro entstehen, um dort sämtliche Abteilungen zu bündeln. Wie viele Betten das Haus zukünftig haben wird, ist derzeit laut des Klinik-Geschäftsführers noch offen. Klar ist bislang, dass ein Mitarbeiterparkhaus gebaut wird.

Parkplätze für Besucher werden frei

Auch auf Nachfrage von Bürgern, die die Parkplatzsituation für Besucher monierten, erklärte Geiser, dass der Neubau für eine Entspannung der Situation sorgen soll. Bislang seien am dortigen Hotel sowie am Ärztehaus 150 und im Parkhaus rund 70 Stellplätze für Mitarbeiter reserviert gewesen. Mit den neuen Parkflächen für die Mitarbeiter würden diese knapp 200 Plätze somit für Besucher frei.

Oberbürgermeister Jürgen Roth betonte, dass mit der Schließung des Donaueschinger Standorts die Wirtschaftlichkeit des Klinikums sichergestellt werden könne. Gleichzeitig bedeute dies für die Doppelstadt eine Aufwertung. Durch die Bank unterstützten die Stadträte die Entscheidung aufgrund der wirtschaftlichen Situation.

Stadträte sind sich einig

Trotz der Emotionalität für Donaueschingen bleibe keine andere Wahl, erklärte Friedrich Bettecken für die CDU-Fraktion. Ulrike Heggen (Freie Wähler) betonte, dass vor allem die Vorgaben des Gesetzgebers keine andere Entscheidung zuließen. Sebastian Van Ryt (AfD) sieht die Schuld ebenfalls insbesondere beim Bundesgesetzgeber. Nicola Schurr (SPD) hofft nun, dass die Zusagen des Landes in Bezug auf die Schließung nun eingehalten werden – diesbezüglich sei man in der Vergangenheit bereits enttäuscht worden.

Eine klare Absage erteilten nicht nur Ulrike Heggen, sondern auch Ursula Roth-Ziefle (Grüne) den Forderungen der Städte und Gemeinden aus dem südlichen Landkreis, wonach sich das Klinikum im Gegenzug finanziell an der medizinischen Versorgung rund um das Städtedreieck beteiligen soll. Denn schon jetzt würden Notfälle im VS-Klinikum landen.

Mit einem einstimmigen Beschluss war anschließend der Weg geebnet, sodass der Aufsichtsrat den endgültigen Beschluss fassen kann. Das Donaueschinger Krankenhaus ist damit schon bald Geschichte.