Der Mehrwertsteuersatz für Speisen sinkt von 19 auf sieben Prozent. Viele Restaurants in der Region lassen ihre Preise unverändert, einige passen sie leicht an.
Hinter vielen Restaurants liegen wirtschaftlich schwere Jahre. Die Corona-Pandemie sowie gestiegene Energiepreise wirken bis heute nach, die Lösung soll nun eine Senkung der Mehrwertsteuer sein.
Wie schon zu Corona-Zeiten wurde die Mehrwertsteuer zum Jahresbeginn von 19 Prozent auf sieben Prozent verringert. Während diese Entlastung damals nur vorübergehend galt, ist die Reduzierung nun dauerhaft angelegt. Sie soll den Gastronomen unter die Arme greifen und ausgleichen, was in den letzten Jahren verloren gegangen ist. Da sich die Senkung nur auf die Preise der Speisen bezieht, soll zudem den Betreibern der Restaurants Planungssicherheit gegeben werden. Doch wie wirkt sich die neue Mehrwertsteuer auf die Preise in den Restaurants in Villingen-Schwenningen aus?
Steuersenkung als Hilfe
Die Sonne in Obereschach gilt als Familienbetrieb und wurde Mitte letzten Jahres von Dominik Klausmann übernommen. Die Steuersenkung würde nichts an seinen Preisen verändern, sie helfe lediglich, wirtschaftliche Belastungen auszugleichen, erzählt Klausmann. „Wie auch andere Kollegen haben wir die Änderung als Hilfe genommen“, so der Betreiber des Restaurants.
Auch im Camilli in Villingen bleiben die Preise trotz der neuen Mehrwertsteuer zunächst gleich. „Wir wollen ein bis zwei Monate abwarten und schauen, wie es sich entwickelt“, meint Franco Moretti, Betreiber des Restaurants. Durch die gestiegenen Löhne sowie Einkaufspreise möchte man nichts überstürzen, erklärt er unserer Redaktion.
Im Zuma, das von Saki Bantolas betrieben wird, zeigt sich ein ähnliches Bild. „Die letzten zwei Jahre hat die Gastronomie sehr gelitten“, erklärt der Inhaber auf Nachfrage zur Preisentwicklung. Gestiegene Energiekosten sowie die Erhöhung des Mindestlohns hätten ihm kaum Spielraum gelassen, weshalb er die Preise auf dem bisherigen Niveau lassen müsse. Umso erleichterter zeigt er sich nun über die Senkung: „Dadurch können wir die nächsten ein bis zwei Jahre die Preise stabil halten.“
Einzelne Anpassungen
Michael Steiger, Inhaber der Irish Pubs in Schwenningen, Villingen und Tuttlingen, hat einige Preise für Speisen leicht angepasst. „Durch die Mehrwertsteuersenkung gewinnen alle“, erklärt Steiger. Der Gastronom hatte sich bereits seit längerem „für die Senkung eingesetzt“ und nutzt die Steuerersparnis, um einen Teil der Entlastung direkt an seine Gäste weiterzugeben.
Bekannte Maßnahmen
Ungewöhnlich sind diese Reaktionen nicht: Schon während der Corona-Pandemie veränderten sich bei vielen Restaurants die Preise nicht, was mit den steigenden Preisen rund um die Beschaffung und den Personalkosten zu tun hatte.