Die Bundesregierung erlaubt Arbeitgebern, ihren Beschäftigten bis zu 1000 Euro Krisenbonus steuer- und abgabenfrei zu zahlen. Wie reagieren Drogerieriesen wie Rossmann oder dm?
Eine Krisenprämie soll Verbraucher bei den Spritpreisen entlasten. Bis zu 1000 Euro können Unternehmen nach Plänen der Bundesregierung ihren Beschäftigten als steuer- und abgabenfreie Prämie 2026 zahlen.
Die Drogeriekette Rossmann begrüßt die Entlastungsprämie, will sie nutzen und den Beschäftigten zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Soforthilfe von 500 Euro zahlen, Verkaufshilfen erhalten 250 Euro. „Wir sind der Bundesregierung dankbar für diese kluge und weitsichtige Entscheidung. Die Erfahrung hat uns recht gegeben: Dieses Instrument wirkt“, lässt sich Firmeninhaber Raoul Roßmann in einer Mitteilung des Unternehmens zitieren.
Kein gesetzlicher Anspruch
Rossmann hatte bereits die steuer- und abgabenfreie Inflationsausgleichsprämie während der Coronapandemie voll ausgenutzt und damals 105 Millionen Euro an die Mitarbeiter gezahlt.
Einen gesetzlichen Anspruch auf die nun geplante Entlastungsprämie gibt es nicht. Firmen, die finanziell weniger gut dastehen, dürften schlicht die Mittel fehlen, um die Prämie auszuschütten.
Bei dem Konkurrenten, der Drogerieriese dm, äußert man sich derzeit eher zurückhaltend. „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir dazu noch keine konkrete Zusage machen. Im Moment liegen uns lediglich politische Absichtserklärungen vor“, sagte dm-Geschäftsführer Christian Harms auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Details seien noch offen, etwa zu Zeitraum, Höhe und Anrechenbarkeit.
Die Drogeriekette beschäftigt in Deutschland mehr als 64 000 Mitarbeitende und orientiert sich laut Arbeitsdirektor Harms an den Tarifverträgen des Einzelhandels. „In der Vergangenheit gab es sehr unterschiedliche Regelungen, etwa bei Corona-Sonderzahlungen oder der Inflationsausgleichsprämie, die teils mit tariflichen Abschlüssen verknüpft waren. Diese Abhängigkeiten müssen wir bei der Bewertung berücksichtigen“, sagte Harms. Man habe die Beschäftigten auch in den vergangenen Jahren unterstützt, unter anderem mit Inflationsausgleichszahlungen oder Corona- Sonderzahlungen und „werde dies auch hier wohlwollend prüfen.“
Der Branchenverband HDE sieht Risiken. Gerade in diesen für große Teile des Einzelhandels schwierigen Zeiten könnten sich viele Unternehmen eine solche Sonderzahlung schlicht nicht leisten, sagte Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland.