Bei Walor hat es Entlassungen gegeben. Die Unternehmensführung spricht von einem „schwierigen Schritt“. Foto: Markus Reutter

Der Automobilzulieferer Walor in Vöhrenbach hat 33 Stellen gestrichen. Über die Details informieren Walor und IG Metall.

Bereits im vergangenen Herbst wurde bekannt, dass Walor beabsichtigt, Stellen zu streichen. Geschäftsführer Arnaud Louise-Alexandrine und Personalleiter Christopher Ummenhofer informierten im Oktober vergangenen Jahres: „Wir müssen uns leider von 36 Personen bis zum Jahresende trennen.“

 

Diese Zahl hat sich nun offensichtlich leicht reduziert. „Vom Personalabbau sind insgesamt 33 Beschäftigte betroffen“, teilte Ummenhofer am Donnerstagabend mit.

„Unser Ziel war es, den notwendigen Personalabbau so sozialverträglich wie möglich zu gestalten. Die Einrichtung einer Transfergesellschaft bot hierfür die bestmögliche Lösung“, betont er. Die Mitarbeiter hätten die Möglichkeit, für die maximal mögliche Dauer in der Transfergesellschaft zu bleiben. „Dort erhalten sie umfassende Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung, Qualifizierung und Vermittlung in neue Beschäftigung“, so Ummenhofer.

Entlassene werden „fit für den Arbeitsmarkt gemacht“

Das bestätigt auch Thomas Bleile, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Villingen-Schwenningen, auf Anfrage. Er konkretisiert, dass von den 33 Betroffenen ein Großteil in die Transfergesellschaft Mypegasus gewechselt sei und die, die das Angebot nicht angenommen hätten, eine betriebsbedingte, beziehungsweise „reguläre“ Kündigung erhalten hätten. In der Transfergesellschaft würden sie während einer Laufzeit von maximal zwölf Monaten „fit für den Arbeitsmarkt gemacht“, könnten auch beruflich mal „etwas ausprobieren“ und schauen, ob ein neues Berufsfeld, ein anderer Arbeitsplatz passe.

Nach der Streichung der 33 Stellen gebe es bei Walor noch „circa 160 Mitarbeiter“, teilt Ummenhofer mit. Wie Bleile ergänzt, würden auch die weiterhin bei Walor Beschäftigten einen Teil zur Besserung der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens beitragen. So würden Sonderleistungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld reduziert und anstehende Tariferhöhungen verschoben.

Firma verpflichtet sich zu Investitionen

Im Gegenzug habe sich Walor zu einem Investitionsprogramm verpflichtet. Wenn dieses Programm nicht eingehalten werde, könne die IG Metall den mit Walor ausgehandelten Ergänzungstarifvertrag kündigen, was aber zur Folge hätte, dass Walor die Sonderleistungen in voller Höhe an die Mitarbeiter auszahlen und die allgemeinen Tariferhöhungen berücksichtigen müsste. Insofern ist Bleile zuversichtlich, dass Walor tatsächlich in den Standort Vöhrenbach investiert und somit auch zu einem Erhalt der verbliebenen Arbeitsplätze beiträgt.

Walor bringt sich laut Bleile auch finanziell in die Transfergesellschaft ein. Ummenhofer konkretisiert, Walor Vöhrenbach trage die finanziellen Aufwendungen für die Transfergesellschaft, seien es Verwaltungsgebühren, Löhne, Qualifikationsbudget für Schulungen und Fortbildungen und anderes mehr. Während des Zeitraums in der Transfergesellschaft würden die betroffenen Mitarbeiter auch Kurzarbeitergeld über die Agentur für Arbeit beziehen.

Bleile ist „soweit ganz zufrieden“ mit dem Verhandlungsergebnis. „Klar, es trifft 33 Leute. Aber zumindest für die konnten wir was erreichen.“

Produktpalette bleibt vielseitig

Haben die Entlassungen Auswirkungen auf die Produktion von Walor? Darauf antwortet Ummenhofer: „Die Produktpalette von Walor Vöhrenbach bleibt weiterhin vielseitig. Die Personalanpassung erfolgte aufgrund der reduzierten Abrufe unserer Kunden.“

Zu den Maßnahmen, um sich am Markt zu behaupten, merkt Ummenhofer an: „Der Personalabbau sowie weitere Maßnahmen in Produktion, Einkauf und Vertrieb sind die notwendigen Schritte, um uns an die aktuelle Marktlage anzupassen.“ Und im Blick auf die Zukunft schreibt Ummenhofer: „Der Personalabbau war ein sehr schwieriger Schritt und bedeutet für uns einen spürbaren Verlust. Trotz der anhaltenden Herausforderungen im Automobilsektor blicken wir optimistisch in die Zukunft. Walor Vöhrenbach verfügt über langjähriges Know-how und hohe Kompetenz in der Umformung sowie über Mitarbeitende, die ihr Handwerk beherrschen. Daher sind wir zuversichtlich, dass wir mit unserer Strategie positive Ergebnisse erzielen werden.“

Wie sieht es allgemein mit der Situation der metallverarbeitenden Unternehmen im Schwarzwald-Baar-Kreis aus? Bleile erwähnt die Möglichkeit für Kurzarbeitergeld. Das helfe „dem einen oder anderen Arbeitgeber“ hierzulande. In einigen Betrieben würden in Absprache mit der Gewerkschaft außerdem „abweichende Tarifverträge“ geschlossen, um Arbeitgeber zu entlasten. Um das Thema Personalabbau sei es glücklicherweise ein „bisschen ruhiger geworden“. „Aber es bleibt eine herausfordernde Situation“, so Bleile hinsichtlich der aktuellen wirtschaftlichen Lage.