Julien Stéphan ist nicht mehr Trainer von Racing Straßburg, am Montag wurde der 42-Jährige über seine Entlassung informiert. Foto: Venance (Archiv)

Nach eineinhalb Jahren ist für Julien Stéphan bei Racing Straßburg Schluss. Der abstiegsbedrohte Erstligist aus dem Elsass entließ am Montag seinen Trainer, vorerst übernimmt dessen Assistent.

Straßburg - Der Profi-Fußball ist schnelllebig, Erfolge aus der Vorsaison sind da schnell wieder vergessen. Diesen Mechanismus musste am Montagmittag auch Julien Stéphan erfahren. Denn gestern wurde der Trainer von seiner Entlassung beim französischen Erstligisten Racing Straßburg informiert.

Mit Blick auf die bisherige Saison war die Entscheidung der Verantwortlichen keine Riesen-Überraschung mehr, mit nur elf Punkten aus 17 Spielen stehen die Elsässer in der Ligue 1 auf dem vorletzten Platz, der Abstand zum rettenden Ufer beträgt vier Zähler. Zudem schied Racing am Freitagabend gegen den Tabellenletzten aus Angers im Elfmeterschießen aus dem französischen Pokal aus.

Auch nach der WM-Pause keine Erfolgserlebnisse

Diese Pleite besiegelte am Ende wohl auch das Aus von Stéphan, dessen Stuhl Medienberichten zufolge bereits in den Wochen vor der WM-Pause wackelte. Damals hielten die Vereinsbosse um den Präsidenten Marc Keller noch an ihrem Trainer fest.

Doch auch nach dem Neustart blieben die Erfolge aus. Dem extrem bitteren 1:2 gegen Paris – erst in der 96. Minute traf Kylian Mbappé vom Elfmeterpunkt zum Sieg für PSG – folgte eine weiter Liga-Pleite (2:3 zu Hause gegen Troyes) sowie das Pokal-Aus am Dreikönigstag. Danach äußerte sich Stéphan sehr enttäuscht. Anzeichen für einen direkten Abschied aus Straßburg gab es jedoch nicht. Noch wenige Stunden vor der Mitteilung von Stéphans Entlassung kündigte der Verein auf seiner Facebook-Seite die Pressekonferenz vor dem Spiel am Mittwoch mit dem Trainer und Spieler Kevin Gameiro an. Diese wurde jedoch wieder abgesagt.

Zunächst übernimmt der Co-Trainer den Chefposten

Vorerst übernimmt "bis auf Weiteres" Stéphans Co-Trainer Mathieu Le Scornet die Mannschaft. Die beiden arbeiteten bereits bei Stade Rennes zusammen. Dort coachte Stéphan von 2018 bis 2021 die erste Mannschaft, ehe er im März 2021 nach einer Niederlagenserie zurücktrat.

Etwas später stelle Racing Straßburg den heute 42-Jährigen als Nachfolger von Thierry Laurey vor, er unterschrieb einen Vertrag bis 2024. In seiner ersten Saison im Meinaustadion formte Stéphan aus den Elsässern ein Topteam, das bis zuletzt um die Teilnahme am europäischen Wettbewerb kämpfte. Wenige Spieltage vor Schluss war selbst die Champions Legaue im Bereich des Möglichen.

In der Vorsaison Topteam – derzeit ein Abstiegskandidat

In dieser Spielzeit hatten die Elsässer jedoch von Beginn an Probleme, nach fast der Hälfe der absolvierten Spiele schwebt man in akuter Abstiegsgefahr. Viel Zeit, die Unruhe auf der Trainerbank zu verarbeiten, bekommt das Team jedoch nicht. Bereits am Mittwoch kommt mit Lens der Tabellenzweite, der an Neujahr PSG schlug, ins Elsass.

13. Ligue-1-Verein mit neuem Trainer

Wohin der Weg für Stéphan gehen wird, ist offen. Im April hatte Medienberichten zufolge Olympique Lyon Interesse an dem Trainer, der am Montag entlassen wurde. Racing Straßburg ist damit der 13. Verein in der französischen Liga, der seit dem Saisonstart einen neuen Trainer hat.