"Elternbeirat zu sein, heißt heute, gegen die Wand zu laufen", sagt GEB-Vorsitzender Tino Berthold. Foto: Heinig

Die Sitzung des Gesamtelternbeirates der Schulen (GEB) fand ohne Vertretung des Staatlichen Schulamtes statt. Schade angesichts eines, wie der GEB-Vorsitzende Tino Berthold betonte, "ganz starken Themas".

Villingen-Schwenningen - Entgegen den Beteuerungen der Landesregierung, gäbe es "nicht genügend Lehrer", behauptete Berthold. Er fügte als Elternbeiratsvorsitzender am Schulverbund Deutenberg hinzu: "Ich weiß, wovon ich rede".

 

Ein Dorn im Auge seien ihm dabei auch die "Nichterfüller", die bei der Lehrerversorgung zu 100 Prozent mitgezählt werden, aber keinen pädagogisch-didaktischen Abschluss vorweisen können. Dass sie nicht schlechter als ausgebildete Lehrkräfte sein müssen, das räumte Berthold ganz klar ein. Doch mit befristeten Verträgen und bislang ohne Angebote von Fortbildungen – die, wie die geschäftsführende Schulleiterin Gabriele Cernoch-Reich später berichtete, gerade anlaufen – fänden sie wesentlich schlechtere und damit der Motivation nicht zuträgliche Bedingungen vor.

Initiative bei Kindertagesstätten nicht von Erfolg gekrönt

In den Elternreihen wurde der Mangel an Lehrerinnen und Lehrer, die nach Villingen-Schwenningen kommen wollen, als das eigentliche Problem ausgemacht und eine Werbeoffensive des Landes – und auch der Stadt – gefordert. "Wir sind für vieles zuständig, aber nicht für die Lehrerversorgung", wehrte sich Stephan Assfalg, Leiter des Amtes für Jugend, Bildung, Integration und Sport (JuBIS).

Zudem sei eine ähnliche Initiative der Stadt im Bereich des Betreuungspersonals für Kindertagesstätten bisher nicht von Erfolg gekrönt. "Wir haben in diesem Bereich nach wie vor 30 offene Stellen." Tino Berthold berichtete von Gesprächen mit Stadträten und seinem Vorschlag, Lehrern Vergünstigungen verschiedener Arten in Villingen-Schwenningen anzubieten. Die Ablehnung erfolgte mit dem Argument, "dann kommen alle anderen auch".

Erzieher, Lehrer und Ärzte werden dringend gebraucht

Eine Mutter ließ das nicht gelten: "Am dringendsten brauchen wir hier Erzieher, Lehrer und Ärzte und dann kommt erst einmal lange nichts". Den Vorschlag des Gremiums, sich in Sachen Lehreranwerbung an die Fraktionen zu wenden, nahm Berthold mit. "Es ist unsere Aufgabe als Elternbeiräte, Unterricht für unsere Kinder herbeizuschaffen."