Zum ersten Mal seit zehn Jahren ist laut dem statistischen Bundesamt zu Beginn des aktuellen Schuljahres die Zahl der Erstklässler bundesweit gesunken – ein Trend, der sich in den meisten Orten im Kinzigtal nicht widerspiegelt.
Rund 827 500 Erstklässler wurden zu Beginn des Schuljahres 2024/2025 bundesweit eingeschult – 4300 beziehungsweise 0,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Damals war die Zahl der Einschulungen auf dem höchsten Stand seit 2003/2004. Unsere Redaktion hat untersucht, wie sich die Zahl der Erstklässler im Kinzigtal entwickelt hat.
Wolfach: In die Wolfacher Herlinsbachschule wurden in diesem Jahr 37 Kinder eingeschult. Das sind tatsächlich etwas weniger als im Schuljahr davor: 2023/2024 waren es 46 Erstklässler gewesen, noch ein Jahr zuvor 38. Sie alle wurden in zwei Klassen eingeteilt. Wie die Schule weiter vermeldet, seien derzeit 56 Kinder in der Vorschule.
Mühlenbach: In der Heinrich-König-Schule in Mühlenbach gab es in diesem Jahr 24 ABC-Schützen, die in eine Klasse eingeteilt wurden. Das sind sechs Kinder mehr als im Schuljahr davor.
Steinach: Die Georg-Schöner-Schule in Steinach verzeichnete 32 Erstklässler in Steinach und 16 in Welschen-steinach. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Einschulungen zumindest in Welschensteinach gestiegen: Vor einem Jahr wurden hier nur zehn Mädchen und Jungen eingeschult. In Steinach gab es zum Schuljahr 2023/2024 ebenfalls 32 Erstklässler. 2022/2023 waren es noch 22 in Steinach und zehn in Welschensteinach gewesen. Auch wenn es in diesem Jahr mehr Einschulungen gab als in den Jahren zuvor, werde sich der Trend in den kommenden Jahren nicht fortsetzen, meint Schulleiter Michael Mai: „Es gab in diesem Schuljahr in Steinach einen besonders starken Jahrgang. Aber in den kommenden Jahren werden viel weniger Kinder eingeschult werden, so dass die Klassen wieder einzügig unterrichtet werden beziehungsweise in Welschensteinach Kombinationsklassen gebildet werden müssen“, erklärt er. Einen Grund für die rückläufigen Zahlen, habe er noch nicht eruieren können.
Oberwolfach: Für dieses Schuljahr wurden in der Oberwolfacher Wolftalschule 30 Erstklässler für zwei Klassen angemeldet. Im Jahr zuvor war es eine Klasse mit 27 Kindern; 2022/2023 22. In Oberwolfach ist also eine leichte Steigerung festzustellen. Ein Grund dafür könnten die Neubaugebiete sein, vermutet Schulleiterin Lydia Seyffert.
Fischerbach: Die Fischerbacher Fritz-Ullmann-Grundschule geht dem bundesweiten Trend mit. Sie hat in diesem Jahr 18 Erstklässler begrüßt. Damit hat deren Zahl im Vergleich zum Jahr davor abgenommen. 2023 waren es noch 23 gewesen und 2022 26 Kinder, die eingeschult wurden.
Haslach: Während das Haslacher Bildungszentrum 2022 noch 55 und 2023 65 Einschulungen hatte, waren es jetzt 70 Kinder, die in Haslach in die erste Klasse kamen – eingeteilt in drei Klassen. Angesichts der bundesweiten Rückgangs der Erstklässler spricht Haslachs Schulleiter Christof Terglane an seiner Einrichtung von einem „gegenteiligen Trend“. Und der soll sich fortsetzen: „Zum nächsten Schuljahr erwarten wir noch mehr Erstklässler“, so Terglane.
Hornberg: Auch an der Hornberger Wilhelm-Hausenstein-Schule spiegelt sich der bundesweite Trend bei den Einschulungszahlen nicht wieder. So wurden 2022 44 Kinder eingeschult, 2023 28 und in diesem Jahr 36.
Trend in Bundesländern
Die Zahl der Erstklässler sank laut dem statistischen Bundesamt in fast allen Bundesländern. Spitzenreiter waren demnach Brandenburg mit einem Rückgang von 4,4 Prozent, Thüringen mit 3,9 Prozent weniger Einschulungen und Sachsen-Anhalt (minus 2,1 Prozent). Nur in Bayern mit einem Plus von 0,4 Prozent, Niedersachsen mit plus 0,3 und Baden-Württemberg mit plus 0,1 Prozent gab es bei der Zahl der Einschulungen leichte Zuwächse.