Mit einem eindrucksvollen Konzert hat Kulturo Rümmingen seine 15. Spielsaison eröffnet.
Zu Beginn standen – wie in einem engagierten Dorfprojekt kaum anders denkbar – Worte des Danks im Mittelpunkt. Daniela Meier und Joana Carreira, die ehemalige und die amtierende Bürgermeisterin, würdigten ausführlich das Team, die Gemeinde sowie die zahlreichen Sponsoren, deren Unterstützung Kulturarbeit in dieser Form überhaupt erst ermögliche.
Was dann folgte, war ein Auftakt von bemerkenswerter Intensität. Julian Moreen, seit dieser Saison auch künstlerischer Leiter, eröffnete den Abend gemeinsam mit seinem Ensemble mit „Broken Clocks“ – und setzte vom ersten Moment an ein klares Zeichen. Als Pianist, Sänger und Leiter überzeugte er mit Ausdruckskraft, stilistischer Sicherheit und spürbarer Hingabe.
Mit ihm auf der Bühne stand ein international besetztes Ensemble: Tommy Fuller (Bass), Michal Skwierczynski (Gitarre), Vaclav Palka (Schlagzeug), Oskar Szutzenberg (Trompete) und Dana Villari (Begleitgesang). Das Zusammenspiel wirkte präzise, professionell, lebendig und getragen von gegenseitigem musikalischem Verständnis.
Neuer Leiter führt persönlich durch Programm
Moreen führte persönlich durch das Programm und verband Eigenkompositionen mit sorgfältig ausgewählten Interpretationen. Stücke wie „The Road“ entfalteten eine beinahe meditative Tiefe, während „Dance Me to the End of Love“ (Leonard Cohen) und „Port of Amsterdam“ (Jacques Brel) eindrucksvoll interpretiert wurden.
Besonders berührend gelangen „Amelia“ (Joni Mitchell), getragen von einem markanten Bass-Solo, sowie das gesellschaftlich eindringliche „Strange Fish“, das die Geschichte eines syrischen Kindes aufgreift, das auf der Flucht im Meer ums Leben kam – ein Moment von großer emotionaler Wucht, der das Publikum spürbar bewegte. Auch mit „Won’t Come Home“, inspiriert von der Black-Lives-Matter-Bewegung, bewies Moreen thematische Offenheit.
Stilistische Bandbreite unter Beweis gestellt
Mit „Kite“ und dem publikumsnahen „Westerlies“, bei dem die Zuhörer aktiv singend einbezogen wurden, zeigte das Ensemble zudem seine stilistische Bandbreite.
Der langanhaltende Applaus führte zu einer reduzierten Zugabe („The Mark“) – ein ruhiger, intensiver Schlusspunkt mit Moreen und Szutzenberg.
Am Ende bleibt der Eindruck eines hochkarätigen Konzertabends, der eindrucksvoll zeigte, welches künstlerische Potenzial in Kulturo Rümmingen steckt.