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Engelsbrand Ex-SS-Mann gibt Ehrung zurück

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Die Gemeinde Engelsbrand hat wegen der Verleihung einer Ehrenmedaille an einen in Italien in Abwesenheit verurteilten Kriegsverbrecher und früheren SS-Unterscharführer einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Foto: Deck

Engelsbrand - Nach Protesten gegen die Ehrung eines Kriegsverbrechers in Engelsbrand (Enzkreis) gibt der in Italien verurteilte 94-Jährige die Auszeichnung zurück.

Über den Anwalt der Familie sei vereinbart, dass die Ehrenmedaille für soziale Verdienste im Laufe dieser Woche an Bürgermeister Bastian Rosenau übergeben werde. Das teilte die Gemeinde gestern mit.

Italienische Politiker und Medien hatten die vor einem Jahr verliehene Medaille als eine Verhöhnung der Opfer kritisiert. Bürgermeister Ro­senau hatte betont, von der Vergangenheit des früheren SS-Soldaten nichts gewusst zu haben. Gegen den Mann läuft in Stuttgart bei der Staatsanwaltschaft seit 2013 ein Ermittlungsverfahren wegen Mordes.

20 Jahre im Gemeinderat

Der Ort im Nordschwarzwald hatte den Mann, der etwa 20 Jahre als SPD-Mitglied im Gemeinderat gesessen hatte, 2015 für seine Verdienste im Vereinsleben geehrt. Danach war bekannt geworden, dass ihn ein italienisches Gericht wegen eines Nazi-Massakers 1944 in Marzabotto zu lebenslanger Haft verurteilt hatte. Die Ermittlungen der Stuttgarter Staatsanwaltschaft gegen den früheren SS-Unterscharführer sollen vor dem Sommer abgeschlossen werden.

"Die Auszeichnung hat keinen Bestand mehr", teilte die 4000-Einwohner-Gemeinde mit. Eine Sondersitzung des Gemeinderates sei deshalb nicht mehr nötig. Mögliche weitere Schritte blieben nun den Justizbehörden vorbehalten.

Nazi-Jäger in Italien waren durch einen Zeitungsbericht über die Auszeichnung auf den 2008 in Italien in Abwesenheit verurteilten Mann aufmerksam geworden. Bei dem Nazi-Massaker in der mittelitalienischen Ortschaft Marzabotto töteten Deutsche mehr als 800 Zivilisten. "Das Massaker von Marzabotto ist das schlimmste Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkriegs auf italienischem Boden", hatte die deutsch-italienische Parlamentariergruppe in einem Brief an die Gemeinde geschrieben und eine Aberkennung der Auszeichnung gefordert.

Zivilisten grausam getötet

In dem südlich von Bologna gelegenen Marzabotto waren zwischen dem 29. September und dem 1. Oktober 1944 die Zivilisten, darunter zahlreiche Frauen und Kinder, als Rache für Partisanenangriffe von Einheiten der SS sowie der Wehrmacht grausam getötet worden. Die genaue Zahl der Opfer ist bis heute immer noch strittig.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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