Zur Wellness-Landschaft des Hotels Engel Obertal gehört auch ein Outdoor-Meerwasserpool. Foto: Hannes Kuhnert

Das Hotel Engel Obertal hat trotz jahrelanger Erneuerung seine Marke erhalten. Nächste Aufgabe ist die Wellness-Anlage. Denn die „Wolke 7“ soll weiter an der Spitze schweben.

Kein Kran überragt derzeit das Fünfsterne-Superior-Hotel Engel Obertal, kein Gerüst verstellt seine helle Fassade, keine Handwerker sind zu sehen. Für Hoteldirektor Simon Seis ein fast ungewohntes Bild. Seit Dezember 2024 leitet er das Hotel der Fährhaus-Collection – und fast immer wurde gebaut. Jetzt ist erst mal Pause. Aber wohl nicht allzu lang. Schon 2027 soll es weitergehen.

 

Seit knapp vier Jahren betreut das Freudenstädter Büro Brückner Rieger Architekten die „Baustelle Engel“. Das Hotel ist in diesen Jahren moderner, einladender, zeitgerechter geworden. „Hat aber nicht seinen Stil verloren“, versichert sogleich Seis: „Der ,Engel‘ hat seine Marke, seine DNA erhalten. Sie wird aber immer neu inszeniert. Dabei fokussieren wir uns auf die Wellness.“

Das Traditionshaus Engel Obertal besteht aus vier Gebäuden, alle miteinander verbunden. Dazu sechs Chalets in unmittelbarer Nähe.

95 Zimmer und Suiten

„Es hat sich seit 2019 sehr viel getan“, sagt Seis. In verschiedenen Abschnitten – und immer unter laufendem Betrieb – wurde vom Stammhaus bis zum Hausteil „Röhrsbächle“ der größte Teil erneuert. Im mittleren Hausteil „Buhlbachsaue“ wurde der Giebel so gedreht, dass das gesamte Gebäude-Ensemble optisch geschlossener wirkt und ein kleines Hoteldorf entstanden ist.

Die Zahl der Zimmer und Suiten erhöhte sich mit den Chalets um ein knappes Drittel auf nun 95, wovon 50 Prozent nicht älter als sechs Jahre sind.

Wo alles angefangen hat: Das Stammhaus des Hotels Engel Obertal verspricht Schwarzwälder Gastlichkeit. Foto: Hannes Kuhnert

Saniert und modernisiert sind alle fünf Restaurants, jedes im eigenen, jedoch „Engel“-typischen Ambiente von der urgemütlich holzgetäfelten Wirtsstube im Stammhaus bis zur lichtdurchfluteten Glasmacherstube. Neues Schmuckstück ist die Brennerei mit einem blinkenden 300-Liter Maische-Brennkessel in einer behaglichen Bar, in der sich selbstgebrannter Kirsch, Zibärtle, Aprikose auch in Gruppen verkosten lässt. Das alles verrät in Stil und Ambiente die sichere Hand von Innenarchitektin Birte Volquardsen. Aber auch Eigentümerin Gisela Mankel ist regelmäßig im Haus, bedacht darauf, das besondere Flair des „Engel“ zu erhalten und zu pflegen.

Grüne Oase zwischen Chalets und Saunen: Hoteldirektor Simon Seis (links) und Architekt Detlef Brückner schmieden neue Pläne. Foto: Hannes Kuhnert

„Die Wellness-Landschaft im ,Engel‘ war schon immer führend in der Region“, ist Architekt Detlef Brückner überzeugt. Tatsächlich spielt das Traditionshaus im Konzert der großen Baiersbronner Hotels die erste Geige, wenn es um Wellness geht.

Ein Konzept für „Wolke 7“

Das soll so bleiben, die Vorreiterrolle soll laut Simon Seis sogar noch ausgebaut werden. Denn auch die vom Vorbesitzer konzipierte 5000 Quadratmeter große Anlage muss renoviert werden, um an der Spitze in Europa bestehen zu können, sagt Seis. Derzeit wird ein Konzept erarbeitet, die „Wolke 7“ zu erneuern und zu erweitern. „Das visieren wir für 2027 an“, so Direktor Seis. Das heißt, ein Anfang ist schon gemacht.

Abendstimmung in der Buhlbachsaue: Die Saunalandschaft des Hotels Engel Obertal. Foto: Hotel Engel Obertal

Derzeit bietet der „Engel“ nicht weniger als zehn verschiedene Saunen an. Zwei davon sind neu in urigen Holzhäusern und mit Sichtschutz für die „Außensaunierer“, geschickt gruppiert um den bestehenden Naturbadesee. Das alles bietet breite Auswahl für Wellnessfreude – auch dann, wenn sich die Handwerker in der „Wolke 7“ breitmachen werden.

Fast 20 Jahre im Ausland

Der Direktor
Hoteldirektor Simon Seis (42) kam vom „Brenners Parkhotel“ in Baden-Baden nach Obertal, wo er seit Dezember 2024 den „Engel Obertal“ leitet. Der gelernte Koch und Betriebswirt arbeitete nach dem Studium fast 20 Jahre im Ausland, darunter in Paris, in den Vereinigten Arabischen Staaten und zwölf Jahre in London. Seis ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

Das Personal
Zum „Engel“ sagt Seis: „Hier gibt es mit Sicherheit das herzlichste Personal, das mir je untergekommen ist. Es hat mir den Start sehr leicht gemacht. Wir verstehen unsere Aufgabe im ,Engel Obertal‘ auf hohem Niveau in gleicher Augenhöhe.“