Im Stück „Füchse lügen nicht“ hinterfragen Fuchs, Affe, Tiger, Hund, Panda, Gans und zwei Schafe das, was ihnen als Wahrheit verkauft wurde. Foto: Veronika Zettler

Der Tag der offenen Tür beim Theater Tempus fugit begeisterte mit kreativem Programm und dem Engagement junger Menschen. Was wurde geboten?

Gut besucht war am Sonntag der Tag der offenen Tür beim Theater Tempus Fugit im Adlergässchen. Die Kinder und Jugendlichen des Theaters hatten das abwechslungsreiche Programm weitgehend selbst entwickelt. „Wir waren eigentlich nur die Helfer“, freute sich Theaterleiterin Karin Maßen über das Engagement und sprach von einem „großen Miteinander“, das den gelebten Anspruch auf Partizipation beim Theater verdeutliche: „Die Kinder und Jugendlichen haben die Zeit und den Raum bekommen, ihre Ideen umzusetzen – ganz ohne Druck. Das ist etwas, was heutzutage oft fehlt.“

 

Engagement auf der Bühne

Alle hätten viel Mühe investiert und verschiedene Altersgruppen unkompliziert zusammengearbeitet. „Da geht auch ein Keim von Fugit auf“, sagte Maßen und strahlte. „Ich bin ganz beseelt.“

Derzeit sind rund 35 Nachwuchstalente im Jugendtheater Lörrach aktiv, zwölf im Jugendtheater Rheinfelden und etwa 30 im Kindertheater. Hinzu kommt das Spielzeitteam: Zwölf junge Menschen, die ein einjähriges Praktikum in den Bereichen Theaterpädagogik und Schauspiel absolvieren.

„Es macht Spaß.“

Eine von ihnen ist Hannah Feistkorn aus Konstanz. 2023 hat sie Abitur gemacht und Anfang September in Lörrach ihr Praktikum begonnen. Ihr erstes Fazit fällt positiv aus: „Es macht Spaß.“ Die Arbeit sei ebenso abwechslungsreich wie lehrreich, von Projekten an Schulen bis hin zu kreativen Formaten – etwa jüngst den Performances beim Teilhabe-Projekt der Stadt Rheinfelden, bei dem kleine Spielszenen zum Nachdenken anregen sollten. Zudem fiebert das Team der Premiere seines ambitionierten Stücks „Das Leben des Galileo Galilei“ unter der Regie von Vaclav Spirit am 21. Januar entgegen.

Improvisationstheater

Aus Montabaur ist Keana Müller für ein Jahrespraktikum nach Lörrach gekommen. Gemeinsam mit anderen aus dem Spielzeitteam bot sie beim Tag der offenen Tür eine Improvisationstheater-Einheit an, die beim Publikum auf große Resonanz stieß – allen voran der Impro-Klassiker „Dr. Allwissend“, bei dem drei Spieler abwechselnd Wort für Wort eine Antwort auf die Fragen eines Interviewers geben. Das Ergebnis: Witz, Tempo und Spontaneität.

Impro-Theater beim Tag der offenen Tür im Theater Tempus Fugit. Foto: Veronika Zettler

Im ganzen Theaterhaus war für Unterhaltung gesorgt: Das Kindertheater zeigte Spielszenen, für junge Gäste gab es Kinderschminken, eine „Human Slot Machine“ sorgte für Spaß, und ein Escape-Room im Keller, ausgetüftelt ebenfalls von Jugendlichen, lud den ganzen Tag über zum Rätsellösen ein. Der Förderverein servierte Kaffee und Kuchen, obendrein gab es fantasievolle „Zaubertränke“, die thematisch an frühere Inszenierungen anknüpften. So etwa „Prinzessin Rosenblüte“ mit Rosensirup oder der Drink „Füchse lügen nicht“, benannt nach dem gleichnamigen Stück, das am Nachmittag vor so großem Publikum aufgeführt wurde, dass nicht alle Interessierten im Saal einen Platz fanden.

Lüge und Wahrheit

Das Stück von Ulrich Hub spielt in der „Animal Lounge“ eines Flughafens und kreist um Lüge und Wahrheit. Mit viel Spielfreude – und von Johan Olsson am Saxofon großartig begleitet – setzten die jungen Darsteller das Thema Vorurteile und Miteinander in Szene. Kathryn Babeck, zuständig für Kommunikation: „Es ist toll, wie die jungen Spieler mit so viel Freude und Tiefe diese zeitgemäße Tierfabel erzählen.“

Neue Mitspieler in Rheinfelden gesucht

Neue Mitspielerinnen und Mitspieler werden derzeit für das Jugendtheater Rheinfelden gesucht. Die Proben finden dort donnerstags ab 18.30 Uhr im Tutti Kiesi statt. Interessierte können einfach vorbeischauen.

Infos: www.fugit.de