Günter Hübner (von links), Walter Boos, Robert Häring, Wolfgang Burger, Reinhard Länger und ihre Mitstreiter von den „Bürgern für Bürger“ hoffen auf viele Spenden und Einkaufsfreudige beim nächsten Werkzeugflohmarkt. Foto: Cools

Sie ist für viele Bürger die erste Anlaufstelle bei Reparaturen: die Bürgerwerkstatt der „Bürger für Bürger“ am Oberndorfer Schuhmarktplatz. Am 25. März laden die hilfsbereiten Handwerker zu einem Werkzeugflohmarkt samt Fahrrad-Check ein.

Kinderbetten, alte Radios, Maschinen, Puppen, wacklige Stühle und nach der Fasnet auch gerne mal ein paar Hansel-Schirme – die Aktion Bürger für Bürger hat schon in rund 900 Fällen dafür gesorgt, dass etwas repariert statt einfach weggeworfen wurde.

Seit 2014 bieten die rund 30 handwerklich begabten Gruppenmitglieder zwischen 60 und 80 Jahren freitags von 9 bis 12 Uhr ihren kostenlosen Reparaturdienst an. Dabei decken sie in Sachen Know-how ein breites Spektrum ab. Der eine kennt sich gut mit Holz aus, der andere mit Elektronik, ein anderer wiederum mit Feinmechanik.

Wenn der Fall etwas kniffliger ist, scheuen sich die „Bürger für Bürger“ – die Gruppe besteht übrigens seit mehr als 20 Jahren – auch nicht, das „Sorgenkind“ mal mit nach Hause zu nehmen, wo mehr Werkzeug zu Verfügung steht.

Freude am Helfen

Im Frühling kämen die Bürger nun vermehrt mit Gartengeräten, sagt Robert Häring von der Aktion. Benzinbetriebene Geräte wie Rasenmäher könne man natürlich nicht reparieren, aber eben mit „kleineren Handreichungen“ helfen – reparieren statt wegwerfen.

Diese Tätigkeit bereite ihnen große Freude, sagt Häring. „Die Bürger haben eine Anlaufstelle, und wir haben ein gutes Gefühl dabei, zu helfen – also eine Win-win-Situation.“

Für ihren Service verlangen die ehrenamtlich Tätigen dabei – außer für die Bestellung von Ersatzteilen – keinen Cent. Sie freuen sich aber, wenn ihr Sparschwein gefüttert wird. Aber auch das, was darin landet, kommt nicht den Ehrenamtlichen selbst zugute, sondern stets einem gemeinnützigen Zweck.

Geld geht an die Erdbebenopfer

So auch die Einnahmen aus dem nächsten Werkzeugflohmarkt am Samstag, 25. März, von 10 bis 15 Uhr. Dieser findet seit fünf Jahren einmal jährlich statt. Das Geld kommt diesmal den Erdbebenopfern in der Türkei und Syrien zugute.

„Viele Menschen haben einen Keller oder eine Werkstatt voll mit unbenutztem Werkzeug“, weiß Robert Häring. Dieses könne gern an einem Freitagmorgen zu den Bürgerwerkstatt-Öffnungszeiten abgegeben werden. Auf Wunsch könnten die „Bürger für Bürger“ aber auch kommen und gut erhaltenes Werkzeug abholen. Dazu sollte man sich unter Telefon 07423/71 87 oder 0151/59 17 16 96 melden.

Fahrräder werden unter die Lupe genommen

Neben dem Verkauf von Werkzeug beim gemeinsamen Flohmarkt mit dem Missionsausschuss der katholischen Kirchengemeinde werden auch Fahrräder verkauft. Außerdem gibt es ein ganz besonderes Angebot der „Bürger für Bürger“: den Fahrrad-Check.

Dabei nehmen die Reparatur-Profis den Drahtesel ganz genau unter die Lupe – ebenfalls auf Spendenbasis – und erstellen eine Check-Liste, was aus sicherheitsrelevanten Gesichtspunkten repariert werden sollte – von den Bremsbelägen bis zum kaputten Licht. Reparaturen werden aber nicht vorgenommen.

Die Bürgerwerkstatt und der Flohmarkt sind nicht die einzigen Aktionen der „Bürger für Bürger“. Sie zeichnen auch für den Adventskalenderwanderweg, der 2023 wieder aufgebaut wird, verantwortlich, organisieren die Serenade auf dem Schuhmarkt und bringen sich auch an anderen Stellen immer wieder ehrenamtlich ein. „Wir sind einfach Männer, die zusammenstehen, sich einbringen und der Gesellschaft etwas zurückgeben wollen“, fasst es Robert Häring zusammen. Neuzugänge sind übrigens jederzeit herzlich willkommen.