Der Rümminger Verein F.A.S.S. Togo freut sich über zwei Benefizkonzerte, die im April stattfinden. Mit dem Erlös wird das Hilfsprojekt in Westafrika unterstützt.
Monique Tschöpe (55), die Gründerin und Vorsitzende des Vereins, die sich mit viel Herzblut für Waisenkinder in ihrer alten Heimat einsetzt, freut sich über die tatkräftige Unterstützung durch ihre Freundin Brigitte Schnabel (56), Musik- und Französischlehrerin am Lörracher Hebelgymnasium. Die Geigerin organisiert nämlich – wie schon die zurückliegenden zehn Jahre – wieder zwei Benefizkonzerte, bei denen ein hochkarätig besetztes Klassik-Ensemble mit acht Musikern aus dem Dreiländereck spielt.
Die beiden Konzerte finden am Samstag, 18. April, ab 19 Uhr in der Germanuskirche Brombach und einen Tag später am Sonntag, 19. April, ab 17 Uhr in der Laurentiuskirche in Binzen statt. Musikpädagogin Brigitte Schnabel ist in Binzen keine Unbekannte, hat sie doch elf Jahre lang den Kirchenchor geleitet. Und als sie bei einer Veranstaltung Monique Tschöpe kennenlernte, war sie sehr angetan von deren engagiertem und altruistischem Wirken zugunsten von Kindern in Togo, die ihre Eltern durch Aids, Malaria und andere Krankheiten verloren haben.
In Togo geboren
Monique Tschöpe ist in Vogan, einer Stadt in der Küstenregion Togos, geboren und aufgewachsen. Dort lernte sie ihren späteren Mann Clemens Tschöpe kennen und ging mit ihm 1998 nach Deutschland. Und seit 2004 lebt die Familie mit ihren zwei Töchtern in Rümmingen.
Die Kontakte in ihre alte Heimat, in der ihre Verwandten leben, hat Tschöpe nie abreißen lassen. Dies umso mehr, als sie vor 15 Jahren ein Hilfs- und Herzensprojekt ins Leben rief und den Verein F.A.S.S. Togo gründete. Diesem gehören aktuell 71 Mitglieder an, die mit ihrem Mitgliedsbeitrag von 60 Euro im Jahr Waisenkinder unterstützen. Hinzu kommen noch Spenden sowie die Erlöse von Aktionen (beispielsweise ein afrikanisches Mittagessen in Zusammenarbeit mit der katholischen Pfarrgemeinde Haltingen und der Kirchengemeinde Binzen) und die Benefizkonzerte. Mit dem Geld finanziert der Verein den Schulbesuch der Halb- und Vollwaisen, das heißt, damit werden für die Kinder Schulgeld, Schulmaterial, Schultaschen, Schulkleidung und Schuhe bezahlt.
„Derzeit können wir 375 Kindern und Jugendlichen durch unsere finanzielle Unterstützung einen Schulbesuch, eine Berufsausbildung und sogar ein Studium ermöglichen“, sagt Tschöpe, die diesen armen Kindern eine Zukunft ermöglichen will. Pro Jahr kommen für den wohltätigen Zweck rund 20 000 Euro zusammen.
Einmal im Jahr vor Ort
In Togo ist nur die Grundschule kostenlos, bei allen anderen Schularten müssen die Eltern die Lehr- und Lernmaterialien selbst bezahlen. „Eine gute Schulausbildung und eine abgeschlossene Berufsausbildung sind die Grundlagen für ein selbstbestimmtes Leben“, lautet das Credo des Vereins.
Einmal im Jahr reist die Vorsitzende auf eigene Kosten nach Vogan, um vor Ort die notwendigen Schulmaterialien zu kaufen und sich auch davon zu überzeugen, dass die Spendengelder gut angelegt sind. Auch Brigitte Schnabel hatte vor einigen Jahren ihre Freundin nach Afrika begleitet und hautnah miterlebt, wie dankbar die hilfsbedürftigen Kinder sind.
„Ich versuche, den Waisenkindern durch eine Schul- und Berufsausbildung oder ein Studium eine Heimat zu geben, und will erreichen, dass sie einmal auf eigenen Beinen stehen können“, sagt Monique Tschöpe, die in ihrer alten Heimat ob der Hilfsbereitschaft bekannt ist und von den Kindern „Mama“ gerufen wird.
Dankbar für die Hilfe
Der Erfolg motiviert sie zum Weitermachen. Ein 23-jähriger junger Mann, der dank der Unterstützung durch den Rümminger Verein das Abitur machen konnte und jetzt an der Elfenbeinküste lebt, steht voller Dankbarkeit immer noch in Briefkontakt mit Monique Tschöpe. Ohne die finanziellen Zuwendungen würden viele Waisenkinder auf der Straße leben. Auch hat der Rümminger Hilfsverein den Bau von Toiletten an der Schule und einen Trinkwasserbrunnen gefördert.
Brigitte Schnabel ist fest entschlossen, einmal für eine begrenzte Zeit von ein paar Wochen nach Togo zu gehen, um dort an einer Schule zu unterrichten und Erfahrungen zu sammeln. „Vielleicht klappt es mal.“
Zunächst aber konzentriert sich die Musikpädagogin auf die bevorstehenden Benefizkonzerte, bei dem das kleine Kammerorchester unentgeltlich spielt. Zu hören sein werden Werke von Vivaldi, Glière und Boccherini. Übrigens: Brigitte Schnabel nutzt die Konzerte auch für ein Schulprojekt. So hat sie die 23 Schüler ihrer Klasse beauftragt, eines der Konzerte zu besuchen und eine Kritik darüber zu schreiben.
Unterstützung
Der Verein F.A.S.S. Togo in Rümmingen
freut sich über jegliche Unterstützung, sei es eine Mitgliedschaft im Verein oder eine Spende, um möglichst vielen Waisenkindern eine Schul- und Berufsausbildung ermöglichen zu können. Es gibt auch ein Spendenkonto: Iban DE 64 6835 1865 0108 2513 31.
Weitere Informationen:
www.fasstogo.com