Groß war das Interesse am Vortrag zur Energiepolitik in der Furtwanger Festhalle. Foto: Bürgerinitiative Gegenwind

Die kritische Auseinandersetzung mit der Windkraft zieht: Auf Fritz Vahrenholt folgen weitere Referenten. Das plant die BI Gegenwind 2.0 Oberes Bregtal als nächstes.

Auf Einladung der Bürgerinitiative (BI) Gegenwind 2.0 Oberes Bregtal referierte Fritz Vahrenholt vor rund 300 interessierten Zuhörern in der Festhalle Furtwangen. Der Professor, ehemalige Hamburger Umweltsenator und frühere Vorstand in Unternehmen der Erneuerbaren Energien präsentierte einen fundierten, faktenreichen Vortrag zur aktuellen Energiepolitik Deutschlands – und stellte kritische Fragen zur Wirksamkeit und Umsetzbarkeit der Energiewende. Das schreibt die BI in einer Pressemitteilung.

 

Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand „die zunehmende Deindustrialisierung Deutschlands, die steigenden Strompreise sowie die Abwanderung energieintensiver Industriezweige ins Ausland“. Mit Grafiken und Zahlen unterlegte Vahrenholt seine Thesen und sorgte für große Aufmerksamkeit und regen Austausch.

Besonders aufhorchen ließ laut Bürgerinitative sein Blick über die Landesgrenzen hinaus: Unter dem Titel „Wie geht die Welt mit der Energiewende um?“ zeigte er auf, dass die Verlagerung deutscher Produktionsstätten – beispielsweise nach China – zu einem weltweit höheren CO₂-Ausstoß führen könnte. Dies widerspreche dem Ziel einer klimafreundlichen Transformation. Auch das oft als Hoffnungsträger gehandelte Thema Wasserstofftechnologie wurde kritisch beleuchtet.

Laut dem Professor könnten die Stromkosten durch Wasserstoffproduktion um das Fünffache steigen – eine ernüchternde Prognose für die wirtschaftliche Tragfähigkeit dieser Technologie. Sein Appell an die Politik: Neue Technologien und internationale Lösungsansätze müssten stärker in den Fokus rücken, anstatt sich einseitig auf Wind- und Solarenergie zu verlassen. Eine ausschließlich auf Windkraft gestützte Energiewende sei in Deutschland, so Vahrenholt, nicht realisierbar. Klare Worte fand er im Hinblick auf die geplante Windkraftnutzung im Schwarzwald. Der aktuelle Windatlas belege, dass in der Region an durchschnittlich nur 80 Tagen im Jahr ausreichend Wind wehe, um wirtschaftlich Strom zu erzeugen. Angesichts dieser Zahlen und der massiven Eingriffe in Natur, Tierwelt und Landschaftsbild, äußerte er scharfe Kritik an den Ausbauplänen und warnte vor langfristigen Folgen.

Die BI lädt zu zwei Vorträgen ein: Am 24. Oktober spricht Nico Goldscheider (Karlsruher Institut für Technologie) im Krone-Zentrum Vöhrenbach über Auswirkungen von Windkraftanlagen auf den Wasserhaushalt. Am 13. November berichtet Landwirt Theo Feger aus Hausach im Dorfgemeinschaftshaus Rohrbach über mögliche Risiken für Grundstückseigentümer. Anschließend referiert Jürgen Schöttle, langjähriger Experte im Kraftwerksbau bei Siemens, über „Die volkswirtschaftlichen Auswirkungen der Energiewende“. Beginn um 19 Uhr.