Eine Luftwärmepumpe nutzt die Außenluft zum Heizen und zur Warmwasseraufbereitung. Foto: Christoph Schennen

Eine Veranstaltung der Gemeindeverwaltung hat über den Einsatz von Wärmepumpen in Bestandsgebäuden informiert.

Von den 2600 Gebäuden in Steinen wird nach Angaben von Klimaschutzmanager Ronny Buth die Hälfte mit Gas und jedes sechste Haus mit Heizöl beheizt. Die Bürger, die keinen Nahwärmanschluss bekommen können, müssen mittelfristig eine Entscheidung darüber treffen, wie sie zukünftig ihr Haus heizen wollen. Seit 2024 dürfen in Neubauten in Neubaugebieten laut Gebäudeenergiegesetz nur Heizungen installiert werden, die zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien laufen.

 

Zur Funktionsweise einer Wärmepumpe

Wenn in Bestandsbauten die alte Heizung kaputt geht, stellt sich für die Hausbesitzer die Frage, ob es nicht sinnvoller wäre, mit einer Wärmepumpe zu heizen statt sich eine neue, wenn auch günstigere Gasheizung zu kaufen, hieß es bei dem Vortrag. Das Heizen mit Gas oder Heizöl dürfte teurer werden, weil mit einem weiteren Anstieg des CO2-Preises zu rechnen ist. Achim Wambach, Präsident des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, schätzt, dass ein Vier-Personen-Haushalt, der mit Gas heizt, ab 2028 rund 1000 Euro höhere Heizkosten pro Jahr hat. Hinzu kommt, dass bei sinkender Nachfrage nach Gas auch die Netzgebühr steigt, weil die Kosten für die Netze auf weniger Personen verteilt werden müssen.

Jörg Weyden (Energieagentur Südwest) erklärte in seinem Vortrag, wie eine Wärmepumpe funktioniert. Bei einer Wärmepumpe wird einem Medium wie der Außenluft Wärme entzogen und einem Heizsystem mit einem höheren Temperaturniveau übertragen.

Weyden erklärte auch die Bedeutung des hydraulischen Abgleichs, der für eine Wärmepumpe unverzichtbar sei. Bei einem hydraulischen Abgleich wird die erforderliche Pumpenleistung für die Wassermenge ermittelt, die in die einzelnen unterschiedlich großen Heizkörper fließen soll. Bestimmt wird der Wärmebedarf eines jeden Raumes. Mit einem Rechenprogramm, in das alle Werte einfließen (welche Wassermenge kommt im Heizkörper an, Vorlauftemperatur im Heizsystem und Einstellung der Pumpenleistung), stellt das Fachunternehmen dann fest, welche Wassermenge die Heizkörper bei welcher Vorlauftemperaturen benötigen. Durch Absenken der Pumpenleistungen und der Vorlauftemperatur ließen sich fünf bis zehn Prozent der Heizkosten einsparen.

Jahresarbeitszahl abhängig von Vorlauftemperatur

Eine wichtige Kennzahl ist auch die Jahresarbeitszahl (JAZ). Sie gibt das Verhältnis von reingesteckter Kilowattstunde Strom zu erzeugter Kilowattstunde Wärmeenergie an und ist ein Kriterium für die Effizienz der Wärmepumpe. Eine JAZ von drei bedeutet, dass im Jahresdurchschnitt aus einer Kilowattstunde Strom drei Kilowattstunden Wärme werden. „Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto höher ist die JAZ“, sagte Weyden. Mit der JAZ könne auch der zukünftige Strombedarf der Wärmepumpe abgeschätzt werden. Der Strombedarf (in kWh) ist der Quotient aus Heizenergieverbrauch im Jahr und JAZ.

Dominik Senn, Aron Nötzold und Tim Senger (beide Projektleiter Heizung bei Haas und Mandau) schilderten anschließend, was alles zu beachten ist, wenn man eine Wärmepumpe installieren will. Wichtig sei es, unter anderem die Heizlast zu berechnen, weil sie die Dimension der Wärmepumpe vorgebe und den Energiebedarf jedes einzelnen Raums anzeige. Wärmepumpen dürften nicht zu groß dimensioniert werden.

Eine Wärmepumpe ist zunächst teurer als eine Gasheizung, amortisiere sich aber aufgrund ihrer niedrigeren Betriebskosten nach acht, neun Jahren, legten die Energieexperten zusammenfassend als Fazit dar.