In der Liebenzeller Straße in Schömberg gibt es eine Baustelle. Die Arbeiten hätten am 22. November abgeschlossen werden sollen. Daraus wurde nichts. Was sind die Gründe?
Der Verkehr in der Liebenzeller Straße in Schömberg (Ortsdurchfahrt) wird wegen einer Baustelle derzeit über eine Ampel geregelt. Die Netze BW GmbH beantragte die entsprechende verkehrsrechtliche Anordnung bis 22. November, wie es im Behördendeutsch heißt. Das teilte Stefanie Stocker, Pressesprecherin der Gemeinde Schömberg, im Oktober mit. Der 22. November ist längst vorbei, aber die Baustelle ist immer doch da. Wegen der Ampelregelung brauchen die Verkehrsteilnehmer derzeit etwas Geduld.
Was passiert in der Liebenzeller Straße? „Die Netze BW GmbH verlegt in der Liebenzeller Straße in Schömberg auf einem Kilometer neue Mittel- und Niederspannungskabel. Mit dieser Maßnahme wird das örtliche Stromnetz sowohl für neue Verbraucher, wie zum Beispiel Wärmepumpen, als auch für dezentrale Erzeugungsanlagen, wie etwa PV, verstärkt und damit fit für die Anforderungen der Zukunft gemacht“, teilte Katharina Ryske, Pressesprecherin der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, auf Anfrage unserer Redaktion mit.
Bei der Baumaßnahme gehe es folglich nicht um den Austausch eines fehlerhaften beziehungsweise defekten Kabels, sondern um eine lokale Netzverstärkung, also um den Austausch beziehungsweise die Erweiterung bestehender Leitungen gegen leistungsstärkere, stellte Ryske klar: „So wird die Versorgungssicherheit in Schömberg auch künftig sichergestellt.“
Warum gibt es Verzögerungen beim Bau? Und weshalb dauern die Arbeiten länger, als zunächst angenommen wurde. „Leider war es uns nicht möglich, wie ursprünglich geplant, Ende September mit den Bauarbeiten zu beginnen. Grund dafür waren unter anderem Vorgaben der Gemeinde im Zusammenhang mit einer Veranstaltung, die mit den Anforderungen der Tiefbaumaßnahme nicht vereinbar waren“, nannte Ryske als Grund. Die Verschiebung der Bauarbeiten unter anderem wegen einer Veranstaltung bestätigte Stefanie Stocker, Pressesprecherin der Gemeinde Schömberg, im Gespräch mit unserer Redaktion. Sie erinnerte daran, dass am 12. Oktober Schömberg seinen Aktionstag hatte. „Durch die Verschiebung des Baustarts nach hinten wurden wir – entgegen den Erwartungen – frühzeitig mit der kälteren Jahreszeit konfrontiert. Gerade bei Tiefbauarbeiten stellen niedrige Temperaturen eine besondere Herausforderung dar, weil zum Beispiel das Ausheben von Gruben bei Temperaturen von fünf Grad oder weniger deutlich erschwert wird“, gibt Ryske zu bedenken. „Auch einige Baustoffe reagieren empfindlich auf Kälte und Feuchtigkeit“, nennt die Pressesprecherin der EnBW als weiteren Grund. „Zusätzlich war es durch die Witterungsbedingungen nicht möglich, die notwendigen Bodenmarkierungen für die abschnittsweise Ampelregelung anzubringen“, macht Ryske deutlich.
Niedrige Temperaturen sind eine Herausforderung
Wann sind die Arbeiten zu Ende? Wie sieht der weitere Zeitplan aus? „Wir rechnen damit, dass die aktuell noch bestehende halbseitige Sperrung im Laufe der kommenden Woche aufgehoben werden kann“, teilte Ryske dazu mit.
Von Gemeindesprecherin Stocker war auf Nachfrage unserer Redaktion zu erfahren, dass die entsprechende verkehrsrechtliche Anordnung nun bis einschließlich Freitag, 12. Dezember, gilt.
Bitte um Verständnis bei den Bürgern „Uns ist bewusst, dass die Baumaßnahme für die Bürgerinnen und Bürger mit Einschränkungen verbunden ist und bitten für die entstandenen Unannehmlichkeiten um Verständnis“, so Ryske.
Das Unternehmen, das dahintersteckt „Die Netze BW ist der größte Verteilnetzbetreiber in Baden-Württemberg. Sie betreibt dort über 100 000 Kilometer Stromleitungen und ist für mehr als drei Millionen Haushalte zuständig – unter anderem auch für den Anschluss von Photovoltaikanlagen oder die Einspeisevergütung“, ist auf der Homepage der EnBW zu lesen.