Die Rottweiler CDU plädiert dafür, Photovoltaikanlagen vorwiegend auf Parkplätzen und Dächern zu installieren. Foto: Baumgartner

Die Rottweiler CDU sieht Photovoltaik in der freien Landschaft kritisch. Was sind die Alternativen?

Die Kandidaten der CDU für die Kommunalwahlen am 9. Juni trafen sich mit Vertretern der Bürgerenergiegenossenschaft zum Gespräch über Energiefragen. Bei der Stromerzeugung aus Sonnenenergie legt die Rottweiler CDU die Priorität auf die Nutzung innerörtlicher Potenziale wie Parkplätze und Dachflächen.

Die erst kürzlich erfolgte Zustimmung zu Plänen für fünf Freiflächenanlagen hält die CDU für falsch, solange Potenzial auf versiegelten Flächen zu wenig genutzt werde.

Deshalb hat die Fraktion einen Antrag im Stadtrat eingebracht, dass für geeignete derartige Flächen der Stadt externe Betreiber gesucht werden. Dies berichtete Monika Hugger, Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion, in einem Gespräch mit Vertretern der Bürgerenergiegenossenschaft KlimaRegionRottweil.

Landwirtschaft wird Boden entzogen

Hauptsächlicher Beweggrund für die CDU ist, dass durch den Bau von Photovoltaik-Anlagen in der freien Landschaft die Böden der Landwirtschaft entzogen würden, so dass es zunehmend Probleme bei der Nahrungsmittelerzeugung gebe. „Irgendwann wird die Frage sein: Strom oder Essen?“, sagt Stadtrat Ewald Grimm.

Zu Beginn hatte Simon Spreter, einer der Vorstände der Genossenschaft, in die Thematik eingeführt. Als Ziel nannte er, durch die Nutzung erneuerbarer Energiequellen zur CO2-Reduzierung beizutragen. Sonne und Wind ergänzten sich. Der höhere Ertrag liege allerdings bei der Windkraft, die auf einem Hektar die Energie für rund 6000 Haushalte liefern könne, während Photovoltaik auf der gleichen Fläche den Bedarf von lediglich 230 Haushalten decke.

Mindestabstand für Windräder

Richtig findet die CDU den von der Stadt Rottweil für Windräder auf eigenen Flächen festgelegten Mindestabstand von 1000 Metern zur Wohnbebauung. Deutlich wurde auch, dass bei der Energiespeicherung noch Entwicklungsbedarf besteht. Ein großes Projekt werde aktuell in Hechingen realisiert, wo man einen Wärmespeicher in einer alten Deponie baue. Ein weiteres Beispiel sei ein Großspeicher in Heidelberg.

Die Wärmeplanung für die Stadt war ebenfalls Thema. Aufgrund der engen Bebauung und der benötigten Wärme biete sich die Innenstadt dafür besonders an. Die Bürgerenergiegenossenschaft kann sich einen Versorgungsstrang von den Bädern quer durch die Stadt bis in Richtung Hegneberg vorstellen. Bemängelt wurde, dass noch nicht sämtliche Daten der kommunalen Wärmeplanung von der Stadt veröffentlicht worden seien.

Termine: Am heutigen Samstag, lädt auf 15 Uhr Monika Hugger, Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion, nach Zepfenhan zum Brunnen gegenüber dem Rathaus zum Austausch ein. Anschließend trifft man sich um 16.30 Uhr in Neukirch am Maibaum beim Feuerwehrhaus mit Ortsvorsteher Kendy Scharein.