Von Salmendingen her gesehen wirkt es, als würden plötzlich vier Windräder auf dem Melchinger Himmelberg stehen. Die Nummer vier befindet sich aber auf Gemarkung Sonnenbühl. Foto: Badura

Über den Höhen Melchingens reckt sich in der Skyline neben den drei bekannten ein neues Windrad in den Himmel. Es kommen weitere hinzu.

​Morgens mit dem Auto unterwegs. Nach der Kuppe über dem Salmendinger Baabrunnen, wo es abwärts Richtung Kornbühl-Dorf geht, tut sich der Blick auf diesen Teil der Alb auf – und hinüber nach Melchingen mit seinen vier Windrädern.

 

Vier? Es waren doch immer drei? Hinterm Lenkrad den Schlaf aus den Augen gerieben und nochmals nachgezählt. Kein Irrtum, keine optische Täuschung, es handelt sich um vier.

Das vierte steht allerdings nicht auf Melchinger Markung, sondern auf „Hohfleck“ im Gemeindegebiet Sonnenbühl. Dort schreiten die Arbeiten zur Errichtung eines seit vielen Jahren geplanten und auch lange heiß umstrittenen Windparks augenscheinlich voran.

​Insgesamt soll die dortige Anlage fünf Windmühlen umfassen, die bis zum Ende des Jahres zu stehen kommen. Betreiber sind die Stadtwerke Tübingen. Projektiert und gebaut wird der Energiepark von der Firma SoWiTec Sonnenbühl – die einst auch den Windpark auf dem Melchinger Himmelberg realisierte.

Der Spatenstich für das Projekt in Sonnenbühl fand im September 2023 statt, im Juli 2022 hatte das Landratsamt Reutlingen die endgültige Genehmigung erteilt. Die notwendigen Flächen wurden vergangenes Jahr gerodet und die Zuwege präpariert, anschließend die Kabel verlegt.

Burladingen zieht nach

Es werden nicht die einzigen neuen Windmühlen in der Region bleiben: Zehn weitere sollen sich an drei Standorten im Stadtgebiet von Burladingen erheben: auf den Markungen von Ringingen, Stetten und der Küche (Hermannsdorf).

Bei der letzten Anfrage der HZ im September steckte das Genehmigungsverfahren jedoch weiterhin in den Vorbereitungen. Allerdings gab sich die EnBW als Betreiber zuversichtlich, dass sich die ersten Rotoren im Jahr 2027 drehen könnten. Die Stadt Burladingen käme dadurch in den Genuss von rund 500.000 Euro Pachteinnahmen im Jahr.

Das Sonnenbühler Projekt könnte in wenigen Wochen fertiggestellt sein

Insgesamt werden in der Gemeinde des Nachbarlandkreises fünf Anlagen des Typs Vestas V150 im Gebiet Hohfleck aufgebaut. Die Windräder besitzen jeweils einen Rotordurchmesser von 150 Metern bei einer Nabenhöhe von 123 Metern. Jede Anlage hat eine Leistung von 4,2 Megawatt – der gesamte Windpark kommt somit auf 21 Megawatt. Wenn abschließend auch das geplante Umspannwerk steht, könnte der Windpark Hohfleck bis Ende 2025 fertig errichtet sein – so hoffen die Betreiber.