Bauleiter Lothar Tiburski (links) und Solarcomplex-Chef Bene Müller stehen Mitte Januar 2025 auf der Baustelle des Windparks Länge bei Hüfingen. Hinter ihnen wird gerade das Fundament für eines der sechs geplanten Windräder ausgehoben. Foto: Daniel Vedder

Die Windpark-Anlagen auf der Länge bei Hüfingen können errichtet werden. Andernorts bremsen Gemeinden und Bürokratie die Energiewende.

Zehn Jahre hat es gedauert, nun kann Jens Borchers, Leiter der Fürstenberg-Forstbetriebe, endlich vermelden, dass mit dem Bau des ersten Windparks auf der Länge bei Hüfingen begonnen wird. Lange soll es nicht mehr dauern.

 

2023 hatte das ausführende Unternehmen Solarcomplex den Bau verschieben müssen, nachdem der Verband Naturschutzinitiative gegen das Projekt Klage eingereicht hatte. Grund: Der Schutz bedrohter Vogel- und Fledermausarten. Insbesondere der windkraftsensible Rotmilan werde durch die Errichtung der Anlage in unmittelbarer Nähe zum Vogelschutzgebiet Wutach und Baaralb bedroht, klagte der rheinland-pfälzische Verband damals. Außerdem sah die Initiative den vollständigen Rückbau der Anlagen nach Ende der Laufzeit als nicht gewährleistet an. Auch die Verträglichkeitsprüfung über das Fauna-Flora-Habitat hätte erhebliche Mängel aufgewiesen, hieß es 2023 in einer Pressemitteilung. Aber: Da war die Fläche bereits gerodet.

Auf Vergleich geeinigt

Die Rechtmäßigkeit der Genehmigung war vom Gericht bescheinigt, sodass bereits absehbar gewesen war, dass ein Bau der Windkraftanlagen vom klagenden Umweltverband nicht mehr verhindert werden konnte. Daraufhin kam der Umweltverband mit dem Vorschlag eines Vergleichs auf Solarcomplex zu. Im November 2024 einigte man sich, sodass es jetzt losgehen kann. Inhaltlich wird durch den Vergleich der strittige Umfang der Abschaltzeiten einer der sechs Windkraftanlagen zum Schutz des Rotmilans in geringem Umfang angepasst. Der zweite strittige Punkt betrifft die Sicherheitsleistung für den Rückbau der Windkraftanlagen nach Betriebsende, die durch den Vergleich erhöht wurde und durch eine wiederkehrende Überprüfung inflationssicher gemacht wird.

„Leider verzögern sich die Planungen für den zweiten Windpark auf Blumberger Gemarkung“, so Borchers. Die Adelsfamilie will in den kommenden Jahren rund 50 Windkraftanlagen errichten. Den Waldbesitzern ist es ein großes Anliegen, sich aktiv am Ausbau der alternativen Energien zu beteiligen und so etwas gegen den Klimawandel zu tun, wie Borchers betont. Deshalb stehen bereits weitere Windparkprojekte in den Startlöchern. „Die Planungen im Südschwarzwald laufen auf Hochtouren, sind aber aufgrund der ablehnenden Haltung der Gemeinden alles andere als einfach“, erklärt der Geschäftsführer der Fürstenberg-Forstbetriebe.

„Leider verzögern sich die Planungen für den zweiten Windpark auf Blumberger Gemarkung“, sagt Jens Borchers, Leiter des Fürstlich Fürstenbergischen Forstbetriebs. Foto: Jens Fröhlich

Bürokratie bremst aus

Allerdings sei man auch hier optimistisch, bald konkreter werden zu können. Außerdem wollen die Fürstenberg-Forstbetriebe einen Gemeinschaftspark mit der Stadt Villingen-Schwenningen errichten. Auch hier laufen die Planungen. „Derzeit befinden wir uns im Vergabeverfahren“, sagt Borchers. Doch er bremst auch die Erwartungen: „Insgesamt gestaltet sich die Arbeit an der Energiewende aufgrund der Bürokratie alles andere als einfach.“ Gleichzeitig zeigt sich Borchers aber optimistisch, dass mit Energie und Durchhaltevermögen einiges zu erreichen sei. In die Planungen muss auch der besondere Schutz der Artenvielfalt und bedrohter Arten eingehen.

Das Projekt

Windpark Länge
Die Solarcomplex GmbH & Co. KG Windpark Länge aus Singen wird auf der Länge bei Donaueschingen und Hüfingen sechs Windkraftanlagen mit einer Leistung von 5,7 Megawatt je Anlage errichten. Die Anlage soll dann im Jahr 2026 in Betrieb genommen werden. Damit wird sich die Leistung der bisher bestehenden 20 Windkraftanlagen im Schwarzwald-Baar-Kreis um 34,2 Megawatt erhöhen.