Herzogenweiler wird immer wie alle Orte und Städte Wärmeenergie brauchen, ob wie bisher mit Photovoltaik auf dem Dach (links), Flüssiggas aus dem Tank (Mitte) oder Brennholz. Foto: Willi Zimmermann

Das Interesse an Nahwärme ist in Herzogenweiler vorhanden, gefordert sind individuelle Lösungen.

Das Thema Nahwärme ist für Herzogenweiler kein ganz Einfaches, man ist jedoch vorsichtig optimistisch. Die gut besuchte Informationsveranstaltung im Rathaus mit Vertretern von Planungs- und Ingenieurbüros, Vertretern der Stadtwerke und Bürgermeister Detlev Bührer brachte viel interessantes und Aufschlussreiches.

 

Seit 2021 bemüht sich der Ortschaftsrat mit Hilfe der Stadt, für das nicht ans Wärmenetz der Stadt angebundene Herzogenweiler eine zukunftsfähige Lösung auf der Basis der Technologien für den Ort zu finden.

Eine vom Ortschaftsrat unter der Bevölkerung durchgeführte Interessentenbefragung ergab ein Interesse von 80 Prozent bei den Bestandshaushalten und Häusern. Machbarkeitsstudien verschiedener Planungsbüros ergaben, dass unter bestimmten Voraussetzungen Nahwärme möglich ist – und durchaus auch von der Wirtschaftlichkeit her.

Dass es keine Patentlösung gibt, sondern nur für jeden Ort eine individuell gezimmerte Lösung, ergab sich schnell aus den Ausführungen von Jörg Dürr-Pucher vom Planungsbüro Clean Energy GmbH. Er stellte das Thema detailliert dar und leuchtete alles Aspekte und Möglichkeiten aus.

Pro Genosse fallen formal rund 20 000 Euro an

Auch bereits eingebaute Heizungssysteme neueren Standards können einbezogen werden, wie sich auf Anfrage von Bürgern ergab. Zunächst einmal gebe es eine Hackschnitzelanlage mit Pufferspeicher, aber alles ergänzungsfähig.

Grob über Zahlen zu sprechen, rund 3,3 Millionen Euro vor Förderung fielen voraussichtlich an. Von ungefähr 44 Kunden im Ort muss ausgegangen werden. Das heißt auch, dass pro Genosse einer möglichen Genossenschaft formal rund 20 000 Euro anfallen, ohne mögliche Fördergelder. Je nachdem gibt es zwischen 40 und 80 Prozent Förderung.

Falls irgendwann das Neubaugebiet in Angriff genommen wird, sollte es verbindlich angeschlossen werden, wie Bürgermeister Detlev Bührer einbrachte. Die Gründung einer Genossenschaft zur Umsetzung des Ganzen wäre unerlässlich. Die Vorstands- und Aufsichtsmitglieder müssen aus dem Ort kommen, die kennen sich vor Ort aus, machte Bührer deutlich.

Bürgerversammlung im Herbst geplant

Die Bürger von Herzogenweiler sind jetzt zumindest informiert, was auf sie zukommen kann und wird. Die Anwesenden können ihr Wissen als Multiplikatoren an andere weitergeben. Als nächster Schritt ist im Herbst eine Bürgerversammlung geplant, an der neben Vertretern der Stadt auch Vertreter des Genossenschaftsverbands teilnehmen. Der Ortschaftsrat macht sich vor Ort bei anderen Genossenschaften und Betreibern über die Abläufe kundig. Und mit dem Planungsbüro wird ausgelotet, was individuell für Herzogenweiler passen könnte.