Die neue Mittelspannungstrasse zwischen Schopfloch und Glatten ist in Betrieb. Der Strom fließt durch zwei Erdkabel.
Am Umspannwerk in Schopfloch wurde die neue, rund 3,8 Kilometer lange Mittelspannungstrasse zwischen Schopfloch und Glatten in Betrieb genommen. „Sie sichert langfristig die Energieversorgung“, erklärte der Geschäftsführer der Netze BW GmbH, Steffen Ringwald.
Mit einer Investition von rund 2,4 Millionen in die regionale Infrastruktur stärke der Verteilnetzbetreiber nachhaltig die Versorgungssicherheit in Glatten, betonte Ringwald. So ermögliche die neue Leitung nicht nur die Deckung des aktuellen Leistungsbedarfs, sondern schaffe wichtige Reservekapazitäten für die künftige Entwicklung der Region.
Gemeinsam mit Schopflochs Bürgermeister Thomas Staubitzer und Glattens Bürgermeister Tore-Derek Pfeiffer drückte Ringwald den roten Buzzer. Damit wurde der Weg für den Strom in zwei neu verlegten Mittelspannungserdkabeln frei. Ringwald freute sich, dass die im März begonnenen Bauarbeiten nach umfangreichen Planungs- und Genehmigungsverfahren nun erfolgreich abgeschlossen wurden.
Herausforderungen durch geografische Lage
Die Projektierung begann Anfang 2024 mit der Suche nach einer geeigneten Trasse. Im November 2024 lagen alle erforderlichen Genehmigungen vor, so dass der Ausschreibungsprozess für die Bauarbeiten starten konnte.
„Die geografische Lage zwischen Schopfloch und Glatten, sowie die Notwendigkeit, eine neue, unabhängige Trasse zur bestehenden Leitung zu finden, stellte uns vor besondere Herausforderungen“, erklärte Neval Aras, Regionalmanager bei Netze BW. Die Unterquerung der Bahnstrecke habe intensive Abstimmungen mit allen beteiligten Behörden und auch eine präzise technische Planung erfordert.
In der ersten Bauphase wurden per Horizontalspülbohrverfahren auf rund 0,9 Kilometern eine Bundesstraße, mehrere Bachläufe, Waldabschnitte sowie die Bahnstrecke unterquert. Auf einer Strecke von 2,1 Kilometern kam laut dem Unternehmen eine Grabfräse zum Einsatz.
Unternehmen benötigen immer mehr Strom
Das Verfahren bot den Vorteil, dass der Aushub gesiebt und zum Verfüllen des Grabens wiederverwendet werden konnte. Das sei eine ressourcenschonende und umweltfreundliche Methode, die schneller als konventionelle Baggerarbeiten sei.
Für Glattens Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer ist eine zuverlässige Energieversorgung ein entscheidender Standortfaktor und damit ein wichtiger Baustein für die Entwicklung der Gemeinde. Die neue Mittelspannungstrasse sichere nicht nur die aktuelle Versorgung, sondern schaffe Kapazitäten für künftiges Wachstum.
Auch Schopflochs Bürgermeister Thomas Staubitzer unterstrich die Bedeutung des gemeinsamen Projekts. „Gemeindeübergreifend ist es zwischen Schopfloch und Glatten gelungen, eine für den Standort Glatten notwendige Stromtrasse zu realisieren. Das zeigt das gute Miteinander der beiden Gemeinden.“
Ringwald berichtete, dass der Strombedarf für Firmen und Gemeinden aktuell in allen Bereichen stark ansteige. Die Bedeutung der Stromversorgung und den Zusatzbedarf für die Glattener Firmen schilderte Standortleiter Ralph Wilding am Beispiel seines Unternehmens Woodward L’Orange.