Für das Kurgebiet der Kernstadt gibt es Pläne für ein Nahwärmenetz. Das Unternehmen GP Joule hat eine erste Konzeption aufgelegt, die bis jetzt kostenfrei für die Stadt ist. Sie wurde nun im öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung vorgestellt.
Die Nebenkosten, vor allem für Energie stiegen in den vergangenen Jahren, es wird allerorts nach Lösungen gesucht. Mit Blick auf die endlichen Ressourcen Gas und Öl sowie auf CO2-Einsparungen müssen Alternativen gefunden werden. Eine davon könnte ein Fernwärmenetz sein – allerdings mit Abstrichen, was die CO2-Einsparungen angeht.
Das Unternehme GP Joule sieht in seiner Planung beispielsweise vor, das bestehende Fernwärmenetz der Kur und Bäder GmbH zu kaufen, um darauf auf- und dieses auszubauen. Die städtische Tochtergesellschaft hat drei gasbetriebene Blockheizkraftwerke (BHKW), mit dem verschiedene Gebäude versorgt werden.
Kur und Bäder betreibt drei Blockheizkraftwerke
Eines der BHKW steht im Solemar, eines beim Kurhaus und eines beim Minara. Prinzipiell funktioniere dies in der Hand der Kur und Bäder gut. Die Frage sei allerdings, wie es perspektivisch weitergehe, äußert sich Kur und Bäder-Geschäftsführer Markus Spettel. Man würde sich zwar in eine Abhängigkeit begeben, doch diese habe man jetzt schon. Spettel bezog das auf den Brennstoff.
Vor allem im Kurgebiet
Das Nahwärmenetz Süd würde ungefähr folgenden Bereich umfassen: das Kurgebiet mit den Kliniken, die Gartenstraße, die Luisenstraße hinauf, inklusive Rathäuser, evangelische Kirche, Hofstraße bis kurz vor die Karlstraße hinüber in die Scheffelstraße – etwa bis zum Seniorenstift Scheffelhof und wieder hinab bis zur Salinenstraße, inklusive Minara sowie Salinensporthalle und Huberstraße, inklusive Solemar und Kurhaus.
In diesem Gebiet würde somit auch das bestehende Netz der Kur und Bäder liegen. Es gab auch erste Gespräch mit Stadt wie auch Kur und Bäder. Ziel der Vorstellung war es, eine Absichtserklärung des Gemeinderats zu bekommen und auf der Grundlage dieser ersten Grobplanung den nächsten Schritt zu gehen.
Ja für Absichtserklärung zur Zusammenarbeit
In dieser geht es um die Befürwortung des Gemeinderats, dass die Stadt mit der Firma GP Joule einen Gestattungsvertrag ausarbeitet und die Entwicklung eines Nahwärmenetzes beginnt – dem stimmte das Gremium am Schluss auch zu.
Es gab mehrere Fragen, die beraten werden mussten, ob sich beispielsweise eine der Kliniken als großer Verbraucher an das Wärmenetz anschließt, liegt am Preis, erklärten Mario Schneider und Klaus Pöhner von GP Joule an verschiedenen Stellen des Vortrags. Es sei ein Henne-Ei-Problem.
Um hier einen Schritt voranzukommen, soll nun die Frage schnellstmöglich geklärt werden, ob das Unternehmen das Nahwärmenetz kaufen soll oder pachten – denn auch diese Variante wäre möglich. Dies ist ein Parameter, der die Preise beeinflusst und die Anzahl derer, die die Wärme abnehmen.
Ende März soll nächster Schritt erledigt sein
In der jetzigen Zeitschiene würde es bis Ende März 2025 eine Detailabstimmung geben über den Netzkauf sowie mit den Klinikbetreibern im Rahmen des Klinikforums, so die Fachmänner von GP Joule, danach geht es in die Projektentwicklung, und bis zum Herbst 2025 soll es die ersten konkreten Preisangebote geben.
Erzeugt wird die Wärme durch eine strombetriebene Luft-Wärmepumpe. Dieser Strom wird zwar zu den günstigsten Zeiten eingekauft, doch es ist nicht ausschließlich Strom aus regenerativen Quellen, sondern auch aus Kohlekraftwerken. In den Spitzenlasten würde man zusätzlich auf Gasbetrieb zurückgreifen. Auf die Frage, ob Hackschnitzel eine Alternative seien, lautete die klare Antwort Nein. Dies ist in der Menge begründet und in der Verfügbarkeit, beziehungsweise Anlieferung.
Den Strom aus konventionellen Quellen sah man durchaus als Manko an im Rat. Ein weiterer Punkt gefiel manchen zum jetzigen Zeitpunkt der Planung nicht: der Standort der Heizzentrale.
Heizzentrale vorerstan markanter Stelle geplant
Diese ist zum jetzigen Zeitpunkt auf einem städtischen Gelände gegenüber des ehemaligen Kindersolbads, Haus Hohenbaden, geplant. Die benötigte Fläche ist mit 300 Quadratmeter angegeben. Sie benötigt jedoch unter anderen ein Silo, das als Pufferspeicher dient. Im Durchmesser hat es 15, in der Höhe 18 Meter – und das an markanter Stelle. Hier war man sich mehrheitlich im Gremium einig, den Platz nochmals zu überdenken.
Prinzipiell gibt es für niemanden, der im Gebiet des Nahwärmenetzes liegt, einen Anschlusszwang, betonten Schneider und Pöhner. Aber die Menge der Anschlüsse beeinflusse den Preis.
GP Joule
Das Unternehmen
Die GP Joule Gruppe betreibt mehrer Standorte in Europa, Kanada und den USA. Sie wurde 2009 gegründet, hat mittlerweile über 1000 Mitarbeiter, die über 30 Windparkprojekte und 150 Solarprojekte realisiert haben. Hinzu kommen noch 22 Wärmenetze, die in Betrieb sind oder gerade gebaut werden.