Die Stadt Rottenburg und die Diözese erarbeiten derzeit Pläne zum Einsparen von Energie. (Symbol-Foto) Foto: Wolfilser/AdobeStock

Die Stadt Rottenburg und die Diözese Rottenburg-Stuttgart bereiten sich im Hinblick auf mögliche Engpässe bei der Energieversorgung darauf vor, Energie einzusparen. Erste Ideen gibt es bereits.

Rottenburg - Die Stadt Rottenburg ist derzeit noch damit beschäftigt, einen Plan für Energieengpässe auszuarbeiten. Birgit Reinke, Amtsleiterin des Amts für Öffentlichkeitsarbeit & Bürgerengagement, sagt unserer Redaktion: "Aus städtischer Sicht kann ich Ihnen sagen, dass wir mit Blick auf sämtliche städtische Gebäude in einem ›Energiesparteam‹ Maßnahmen erarbeiten, die den städtischen Energieverbrauch (Strom, Wärme) kurzfristig um mindestens 20 Prozent reduzieren soll." Die Maßnahmen müssten derzeit noch in verschiedenen Gremien abgestimmt werden. "Das Team besteht aus Verwaltungsspitze, Hochbauamt, Amt für Bildung, Kultur und Sport, Personalrat sowie Stadtwerke", sagt Reinke.

Komforteinbußen sind wahrscheinlich

Eines scheint für Reinke aber schon jetzt klar zu sein: "Dabei wird es sicherlich auch zu Komforteinbußen kommen."

Die Stadtwerke Rottenburg reagierten schon im Juni auf die Alarmstufe des Notfallplans Gas. Im Hallenbad, das derzeit ausschließlich für den Schulunterricht und von Vereinen genutzt wird, wurde in einem ersten Schritt zum Energie sparen das Wasser des Babybeckens abgelassen. Seit dem 25. Juni ist die Wassertemperatur im Schwimmerbecken von 27 auf 25 Grad und im Variobecken von 30 auf 27 gesenkt. Im Freibad bleibt die Wassertemperatur bei 24 Grad, da dort eine Wasser-Wärmepumpe das Wasser mit der Energie des Neckars heizt.

Diözese möchte Energie sparen

Doch nicht nur bei der Kommune, sondern auch in der Diözese Rottenburg-Stuttgart macht man sich Gedanken zum Energiesparen. Bischof Gebhard Fürst wendet sich in einem Brief an alle Verantwortlichen in den Kirchengemeinden. Er schreibt, dass eine Temperatursenkung von einem Grad in den mehr als 5000 beheizten kirchlichen Gebäuden in Württemberg bis zu zehn Prozent Heizenergie einsparen könne. "Für uns als Kirche ist es eine Selbstverständlichkeit, dass wir uns solidarisch in die gesamtgesellschaftlichen Bemühungen einbringen, Energie einzusparen, um die Versorgung von zentralen Bereichen der kritischen Infrastruktur mit Gas und anderer Energie zu gewährleisten", sagt Bischof Fürst. Die Kirchen sollten in den schwierigen und belastenden Zeiten ein Ort des Gebets und des Gottesdienstes bleiben. Dennoch stehe man aufgrund der aktuellen Entwicklungen vor der Herausforderung, viele, oft große und wenig isolierte Kirchengebäude im kommenden Herbst und Winter nicht oder kaum beheizen zu können. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die kurzen und innovativen Feierformen, die aufgrund der Corona-Pandemie entstanden seien.

Nutztemperatur soll bei maximal 13 Grad liegen

Doch wie kalt wird es im Winter in den Kirchen? Dazu schreibt die Diözese in ihrer Pressemitteilung: "Es gibt Vorgaben, welche Temperaturen zum Schutz der Orgeln und des Kircheninventars notwendig sind. So darf eine Grundtemperatur von mindestens fünf Grad nicht unterschritten werden. Die Nutztemperatur wiederum soll bei maximal 13 Grad liegen. Für die Besucherinnen und Besucher von Gottesdiensten sollen Wolldecken und Sitzkissen angeboten werden."