Bereits seit 1. Juni greifen die Einsparmaßnahmen beispielsweise im Solemar. Die Wassertemperatur ist um einen Grad Celsius reduziert. Foto: Kur und Bäder

Zum 1. Juni gab es eine Absenkung der Luft- und Wassertemperatur im Solemar und im Minara um einen Grad Celsius, in Teilen um 1,5. Zusammen mit anderen Maßnahmen hofft man bei der Kur und Bäder über den Winter zu kommen.

Bad Dürrheim - Solemar, Minara, das Kurhaus, das Haus des Gastes, das Haus des Bürgers und noch einige weitere kleinere Gebäude hängen an einem Wärmeverbund, der über ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk betrieben wird. Man wolle so wirtschaftlich wie möglich agieren, betont Markus Spettel, Geschäftsführer der Kur und Bäder GmbH, mit Blick auf die signifikant erhöhten Energiekosten.

Schon früh wurden Maßnahmen eingeleitet, die in ganz unterschiedlichen Bereichen zum Tragen kommen sollen. Neben dieser Absenkung gehört beispielsweise ein anderer Beleuchtungsrhythmus der Solemarfassade wie auch weitere Einsparungen in Sachen Beleuchtung. Darüber hinaus wurde die Kühlung reduziert, wo Klimaanlagen vorhanden sind, wie im Bereich Medizinische Trainings-Therapie im Solemar, hier ist es nun ein Grad Celsius wärmer. Ein weiterer Baustein ist eine Verkürzung der Laufzeit der Wasserattraktionen, wie der Rutsche im Minara. Mit allen Maßnahmen, den großen wie den kleinen, sollen laut Berechnungen der Kur und Bäder eine Million Euro an Energiekosten eingespart werden.

Keine weiteren Temperatursenkungen

"Wir sehen von weiteren Temperatursenkungen ab", erklärte Spettel, aber: Es könne durchaus sein, dass diese Entscheidung mit dem möglichen Inkrafttreten einer staatlichen Verordnung und einem Notfallplan nicht mehr in den Händen der Kur und Bäder liegt, sondern der Staat eventuell anordnet, Teilbereiche zu schließen.

Allerdings hat das Solemar auch eine Daseinsvorsorge im Gesundheitsbereich, und manche sind auf Wärme und Sole angewiesen, schränkt er ein. Im Minara habe man die Daseinsvorsorge für Schwimmen und Vereinssport. Und es sei bei weitem nicht so, dass man in solchen Schließungsanordnungen einfach nur zuschließe und ein halben Jahr später wieder aufmache und dadurch einspare. Die technischen Anlagen müssten immer wieder am Laufen gehalten werden, sonst gehen sie kaputt. Das war auch in der langen Phase des Corona-Lockdowns so. Spettel hofft, dass keine Schließung und kein weiterer Lockdown kommt, denn das Solemar sei ein wichtiges wirtschaftliches Standbein für die Stadt.

Die Reduzierung der Temperatur und die anderen Maßnahmen waren ein Schritt, um zu agieren und nicht nur um zu reagieren, sollte eine Notfallverordnung in Kraft treten. Man wolle nicht noch mal überrascht werden, so wie es während Corona der Fall war. Dieses eine Grad weniger seien ungefähr sechs Prozent Einsparungen, führt Spettel aus.

Wenn man auch mit diesen Maßnahmen versucht, die Kosten im Griff zu behalten, so kommt die Kur und Bäder nicht umhin, im Oktober eine Erhöhung der Eintrittspreise umzusetzen, führt Spettel aus. Und das werden mehr sein, als die üblichen 40 bis 60 Cent der vergangenen Jahre, stellt er die Gäste auf höhere Preise ein. Mit den Einsparungen und der "Preiserhöhung haben wir noch längst nicht alle Kosten 1:1 weitergegeben". Hinzu kommen Preiserhöhungen in anderen Bereichen, wobei die Energie den größten Anteil hat. Insgesamt sei es eine Mischkalkulation, die man hier anstelle.