In Sachen Treibhausgas-Emission gibt es in Nagold noch einiges zu tun. Foto: Thomas Fritsch

In Nagold schaut man auf den ökologischen Fußabdruck der Stadt. Im Gemeinderat wurde jetzt die Energie- und Treibhausgasbilanz der Stadt präsentiert. Doch einen kleinen Haken hatte die Präsentation dann schon.

Wie viel Energie wird in Nagold verbraucht? Wie steht es mit der Kohlendioxid-Bilanz der Stadt? Und wie viel Energie aus Photovoltaik wird in Nagold produziert? Antworten auf diese und noch viele andere Fragen bekamen die Nagolder Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung zu hören. Doch die Zahlen auf diesem aktuell sehr aktiven Sektor waren nicht ganz aktuell. Die vorgestellte Bilanz befasste sich mit den Werten aus dem Jahr 2019.

 

Der Endenergieverbrauch ist in Nagold von 475 827 MWh im Jahr 2013 auf 491 502 MWh im Jahr 2019 gestiegen. Da im gleichen Zeitraum auch die Einwohnerzahl um 1299 Personen von 21 241 auf 22 540 zugenommen hat, ist der spezifische Verbrauch je Einwohner trotz des Verbrauchsanstiegs von 22 401 kWh im Jahr 2013 auf 21 806 kWh zurückgegangen, heißt es in der präsentierten Bilanz.

Von diesen knapp 500 000 verbrauchten Megawattstunden entfallen 33 Prozent auf private Haushalte, gefolgt vom Verkehr mit einem Anteil von 24 Prozent und der Kategorie „Gewerbe und Sonstiges“ mit einem Anteil von 23 Prozent. Das Verarbeitende Gewerbe hatte 2019 einen Anteil von 17 Prozent am Energieverbrauch in der Stadt.

Emissionen aus dem Autoverkehr fast unverändert

Die Treibhausgasemissionen sind im gleichen Zeitraum – von 2013 bis 2019 – von 174 726 Tonnen auf 160 843 Tonnen und damit um knapp 14 000 Tonnen oder acht Prozent gesunken. Für die Emissionen je Einwohner entspricht dies einem Rückgang von 8,2 Tonnen auf 7,1 Tonnen.

Haupt-Treibhausgasproduzent waren 2019 die privaten Haushalte mit einem Anteil von 32 Prozent. Dabei stammt der größte Teil der Emissionen aus dem Bereich Strom. Dort gingen die Emissionen allerdings von knapp 80 000 Tonnen im Jahr 2013 auf unter 60 000 Tonnen im Jahr 2019 zurück. Die Emissionen aus Heizöl und Gas stiegen in diesem Zeitraum nur geringfügig, der Anteil der Kraftstoffe – also die Emissionen aus dem Autoverkehr – blieb nahezu unverändert auf einem Wert knapp unter 40 000 Tonnen.

Photovoltaik schießt in die Höhe

Die Tendenz ist eindeutig: Die Emissionen von Treibhausgas in der Stadt ist nach Angaben der Netze BW in den vergangenen 35 Jahren deutlich gesunken – von 250 000 Tonnen Anfang der 1990er-Jahre auf jetzt gut 160 000 Tonnen. Die Entwicklung sei zwar zu begrüßen, sagte Jörg Scholtes von der Netze BW im Nagolder Gemeinderat, doch um die von der Politik gesetzten Werte bis 2040 zu erreichen, müsse man in Nagold deutlich mehr in Sachen Reduzierung der Treibhausgase tun.

Bei der Energieerzeugung ist die Solarthermie auf dem aufsteigenden Ast. Im Jahr 2021 gab es 584 Anlagen mit einer Fläche von 5382 Anlagen. Bei der Photovoltaik ist die installierte Leistung und der Zubau im Jahr 2023 in die Höhe geschossen. Der Vertreter der Netze BW nannte die Zahl von 1042 Anlagen mit einer Leistung von 16 576 Kilowatt-Peak.