Seit zehn Jahren ist Ebhausen mit dem European Energy Award ausgezeichnet. Mittlerweile erzeugt die Gemeinde jährlich 211 000 Kilowattstunden Strom über Photovoltaik.Foto: Priestersbach Foto: Schwarzwälder Bote

Energiebericht: Ebhausen gut unterwegs

In der letzten Sitzung vor den Sommerferien standen im Ebhauser Gemeinderat der Energiebericht für die vergangenen beiden Jahre sowie die Überarbeitung des ökologischen Leitbilds auf der Tagesordnung.

Ebhausen. Wie Kämmerer Johannes Seedorf berichtete, konnte der CO2-Ausstoß der Gemeinde aufgrund des konsequenten Einsatzes erneuerbarer Energien weiter reduziert werden. Als "Meilensteine" in 2019 bezeichnete er den Einsatz von Photovoltaik auf dem Kindergartendach in Rotfelden sowie die Abschaltung aller Ölbrenner in der Lindenrainschule. Seit dem vergangenen Frühjahr sind zudem nahezu 90 Prozent der Straßenbeleuchtung auf energiesparende LED-Beleuchtung umgestellt.

Bürgermeister Volker Schuler teilte in diesem Zusammenhang mit, dass die bereits seit 2011 mit dem European Energy Award ausgezeichnete Gemeinde zwischenzeitlich 211 000 Kilowattstunden Strom im Jahr durch Photovoltaikanlagen erzeugt. "Das ist auch ein Kostenthema", machte der Rathauschef deutlich. Zudem seien die Energieberichte wichtig, um die Entwicklung im Auge zu behalten.

"Das ist in der Bevölkerung noch ausbaufähig"

Als wichtiges Thema bezeichnete Schuler ebenfalls die Überarbeitung des ökologischen Leitbilds, wobei er in diesem Zusammenhang deutlich machte, dass in Sachen Photovoltaik auf den privaten Dächern mehr möglich wäre. "Das ist in der Bevölkerung noch ausbaufähig", und deshalb will die Verwaltung hier vor allem Überzeugungsarbeit leisten. Allerdings weiß der Bürgermeister: "Das sind die Themen, auf die wir keinen Zugriff haben und wo unser Einfluss begrenzt ist." Wichtig sei es, den Bürgern nichts aufzudrücken, und so habe man den "Weg der kleinen Schritte" eingeschlagen.

Zuvor hatte Daniela Schweikardt, die im Rathaus unter anderem für die Bereiche Klimaschutz und Nachhaltigkeit zuständig ist erklärt, dass das 2011 beschlossene ökologische Leitbild "inhaltlich nach wie vor hochaktuell ist". Positiv stellte sie fest, dass die Pro-Kopf-Emission in Ebhausen seit 2009 um 14,1 Prozent gesunken sei. Auf der anderen Seite benötige man immer noch gleich viel Strom und Wärme wie vor zehn Jahren.

Der Verkehr, der immerhin für 39 Prozent des Energieverbrauchs verantwortlich sei, nimmt weiter einen hohen Stellenwert ein. So ist der Pkw-Bestand in der Gemeinde seit 2010 nochmals um 16,8 Prozent gestiegen.

Wie die Landesregierung wolle man in Ebhausen gerne dem Klimapakt beitreten und bis 2040 eine weitestgehend klimaneutrale Verwaltung werden. Dazu müsse aber konsequent Strom und Wärme eingespart werden. Gleichzeitig will man in Ebhausen daran festhalten, jedes Jahr eine weitere Photovoltaikanlage zu installieren – nicht jedoch in der freien Landschaft. Ziel ist es, die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien bis 2035 auf 35 Prozent zu erhöhen. Dazu müsse unter Umständen erneut der Einsatz von Windkraft geprüft werden.

SDW-Rat Heinz Hinsche fand es toll, dass Ebhausen in Sachen Klimaschutz schon seit Jahren gut unterwegs sei. Auch wenn man mit den Maßnahmen nicht die ganze Welt verändern könne, machte er ebenso deutlich, dass "wir aber unseren Teil an der Daseinsvorsorge leisten". Simone Viehweg (BWG) schlug vor, künftig Impulse zu geben, um die Leute mitzunehmen. So könnte man die Bevölkerung mit Aktionen wie "Wir sparen Wasser" oder ähnlichem zum Mitmachen einladen.

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