Die Hausacher Stadtkirche wird derzeit nicht mehr beleuchtet. Foto: Lübke

Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs gehen auch an den Kommunen im Kinzigtal nicht spurlos vorbei. Im Zuge der Energiekrise bleiben Gebäude unbeleuchtet, Raumtemperaturen werden gesenkt und die Weihnachtsbeleuchtung wird reduziert.

Mittleres Kinzigtal. Mit einigen Energiesparmaßnahmen setzen die Kinzigtäler Kommunen derzeit lediglich das um, was laut Energiesparverordnung der Bundesregierung seit dem 1. September vorgeschrieben ist. Öffentliche Gebäude dürfen nicht mehr aus rein repräsentativen Zwecken beleuchtet werden und die Raumtemperatur in öffentlichen Gebäuden soll auf 19 Grad beschränkt werden. Doch die Umfrage des Schwarzwälder Boten zeigt: Viele Kommunen gehen noch weiter.

Wolfach: In Wolfach soll das Thema Energieeinsparungen in der nächsten Gemeinderatssitzung am 12. Oktober Thema sein. Gerade würden die Heizungen geprüft oder seien bereits modifiziert. "Im Rathaus haben wir gar keine Warmwasseranlage, aber beispielsweise im Kindergarten finde ich, dass Hygiene vorgeht", sagt Bürgermeister Thomas Geppert. Bis auf den Bahnhof sei Wolfach noch recht gasabhängig, aber durch die Bündelausschreibung vom Gemeindetag gut aufgestellt. Im kommenden Jahr stehe dann hoffentlich der Anschluss an die Nahwärme Oberwolfach an. Die Abschaltung der Straßenlaternen soll in Wolfach noch diskutiert werden.

Haslach: Aktuell sei das weitere Einsparungspotenzial in Haslach nicht mehr sehr hoch, informieren Bürgermeister Philipp Saar und Ralf Rösch, technischer Leiter der Stadtwerke. Das liege daran, dass die Stadt Haslach bereits früh im Jahr auf die Lage reagiert und entsprechende Maßnahmen umgesetzt habe. Ob es in Haslach dieses Jahr Weihnachtsbeleuchtung geben wird, steht indes noch nicht fest. Darüber würde später entschieden, so Saar.

Gutach: Gutachs Bürgermeister Siegfried Eckert freut sich, dass die Gemeinde schon lange auf erneuerbare Energien setzt. Seit zehn Jahren sei Gutach klimaneutral und durch Photovoltaik, Windkraftanlagen und Wasserkraftwerke autark, berichtet er auf Nachfrage. Die Außenbeleuchtung beispielsweise des Rathauses oder Kriegerdenkmals ist derzeit abgeschaltet. Außerdem würde Eckert gerne noch das Rathaus mit Photovoltaik ausstatten.

Steinach: "Wir arbeiten gerade an einem Gesamtkonzept", informiert Bürgermeister Nicolai Bischler auf Nachfrage. Dieses werde in der Oktober-Sitzung des Gemeinderats vorgestellt und besprochen.

Hofstetten: Hofstetten hat sich in der Gemeinderatssitzung im Juli mit der Thematik beschäftigt. Aus dem Protokoll der Sitzung geht hervor, dass kurzfristig beispielsweise die Raumtemperatur in Gemeinde- und Turnhalle mit Beginn der Heizperiode auf 19 Grad Celsius abgesenkt werden soll. In öffentlichen Gebäuden gibt es nur noch kaltes Wasser zum Händewaschen. In der Sitzung des Gemeinderats in der kommenden Woche wird über die Straßenbeleuchtung gesprochen.

Hausach: Die Laufzeit der Brunnen und Wasserläufe wurde im Zuge der Energiesparmaßnahmen verkürzt. Sie laufen jetzt nur noch von 7 bis 18 Uhr. Im Kinzigtalbad wurde bereits die Raumtemperatur gesenkt. "Über den energieintensiven Betrieb der Warmbecken und der Saunalandschaft wird demnächst im Zweckverband diskutiert. Die Warmbecken könnten bei Bedarf autark außer Betrieb genommen werden", sagt Bürgermeister Wolfgang Hermann.

Mühlenbach: "Die Straßenbeleuchtung wird auf das höchstmögliche Maß herabgedimmt, welches rechtlich und versicherungstechnisch möglich ist", kündigt Bürgermeisterin Helga Wössner an. "Die komplette Straßenbeleuchtung werden wir nicht abschalten, da das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung hier überwiegt." Die kommunale Weihnachtsbeleuchtung wird zudem reduziert werden. Schulen und Kindergärten seien von den einschränkenden Maßnahmen bisher ausgenommen. Mit der Schulleitung solle das Thema Energieeinsparungen mit Kollegium und Schülern aber thematisiert werden.

Fischerbach: Die Gemeinde profitiere beim Energiesparen laut Bürgermeister Thomas Schneider von den Luftfiltern in Schule und Kita. "Diese machen langes Lüften überflüssig und sparen damit auch Energie." Die Straßenbeleuchtung bleibt aus Sicherheitsaspekten in reduzierter Stärke zunächst eingeschaltet. "Je nach Entwicklung der Energiekrise sind weitere Maßnahmen vorbereitet, die bis zum kompletten Schließen der Sporteinrichtungen und Abschalten der Straßenbeleuchtung führen können. Diese Maßnahmen werden wir, sofern sie erforderlich werden, mit den umliegenden Kommunen abstimmen", so Schneider.

Die Gemeinde Oberwolfach gibt Energie-Tipps und bemüht dafür die Weisheiten einer Oma. Die Illustration wird demnächst im Bürgerblatt erscheinen, kündigt Bürgermeister Matthias Bauernfein an. Tipps sind unter anderem, Fenster zum Lüften immer kurz ganz zu öffnen und zu duschen, anstatt die Badewanne zu nutzen.