Mit ein paar maßnahmen lassen sich rund 300 Euro Stromkosten im Jahr sparen (gerechnet bei 21 Cent je Kilowattstunde). Energiesparlampen bringen jährlich 90 Euro. Ebenso viel ... Foto: tmn

Eine neue Kennzeichnung will energieeffiziente Elektrogeräte besser hervorheben.

Stuttgart - Beim Kauf von Elektrogeräten legen Verbraucher neben der Bedienbarkeit immer mehr Wert auf die Energieeffizienz. Die Einführung neuer Klassen soll sparsamere Geräte besser kennzeichnen - für den Verbraucher erschweren sie aber die Übersicht.

Was bedeutet Energieeffizienz überhaupt?

Strom wird eingesetzt, um beispielsweise eine Waschmaschine in Gang zu setzen. Je weniger Energie eine Waschmaschine für eine 30-Grad-Wäsche braucht, desto höher ist die Energieeffizienz. Diese lässt sich vor allem durch leistungsfähigere Technik steigern. Dabei wird Energie gespart. Das kann aber auch der Verbraucher durch entsprechendes Verhalten - indem er zum Beispiel elektrische Geräte nicht im Bereitschaftsmodus (Stand-by) lässt.

Woran erkennt man energieeffiziente Geräte?

Für Elektrogeräte gibt es verschiedene Siegel, die die Energieeffizienz berücksichtigen. Die wichtigsten Kennzeichnungen für stromsparende und umweltfreundliche Elektrogeräte sind das EU-Label, der Energy-Star, TCO, die Euroblume und der Blaue Engel. Gesetzlich verpflichtend ist nur das EU-Label, das in der gesamten EU einheitlich über den Energieverbrauch von Kühl- und Gefriergeräten, Waschmaschinen, Geschirrspülern, Backöfen und mobilen Klimageräten informiert. Das geschieht in sieben sogenannten Energieeffizienzklassen: von dungelgrünem A (niedriger Verbrauch) bis rotem G (hoher Verbrauch).

Warum werden neue Energieeffizienzklassen eingeführt?

Die Einteilung in die Verbrauchsklassen A bis G wurde vor mehr als zehn Jahren festgelegt. Seitdem hat sich technisch vieles weiterentwickelt. Sehr viele Geräte liegen inzwischen im grünen Bereich (A) - aber eben unterschiedlich gut, weil die Energieeffizienzklassen einen Spielraum haben. Um diese Entwicklung für den Verbraucher transparenter zu machen, wurden für Kühl- und Gefriergeräte bereits 2004 die neuen Klassen A+ und A++ eingeführt. Diese sollen künftig auch für die anderen Elektrogeräte mit EU-Label gelten. Außerdem kommt mit A+++ noch eine neue Klasse hinzu.

Da sich Verbrauch und technische Entwicklung von Gerätegruppe zu Gerätegruppe unterscheiden, sind die Energieeffizienzklassen für Kühlschränke anders definiert als für Waschmaschinen. So bedeutet ein A+ bei einem Kühlschrank beispielsweise, dass dieser im Verbrauch um 20 Prozent besser liegt als ein A-Modell. Bei Waschmaschinen liegt der Unterschied zwischen den einzelnen Klassen nur bei 12 Prozent.

Was die Übersicht für den Verbraucher zusätzlich erschwert: Während die gesetzlichen Anforderungen und die technischen Entwicklungen bei Kühlschränken inzwischen so weit sind, dass es dort nur noch Geräte ab A aufwärts gibt, werden Fernseher neu ins EU-Label aufgenommen. Für diese gelten dann erst einmal die alten Stufen von A bis G. Verbraucherschützer raten dazu, neben der Energieeffizienzklassen auch auf den Jahresverbrauch der Geräte zu achten.

Ab wann kann man Geräte mit den neuen Energieeffizienzklassen kaufen?

Im Herbst wird die EU über die neuen Klassen entscheiden und auch darüber, ob Fernsehgeräte mit aufgenommen werden sollen. Der Verbraucher wird die Geräte mit der neuen Kennzeichnung frühstens zum Weihnachtsgeschäft im Handel finden. Nach etwa einem Jahr freiwilliger Übergangszeit könnten die Änderungen ab Januar 2012 Pflicht werden.

Sollte man den alten Kühlschrank gegen einen neuen austauschen, um Energie zu sparen?

Nein, solange die Geräte noch funktionieren, tut man der Umwelt damit keinen Gefallen. Bei Neuanschaffungen sollte man dann aber darauf achten, dass die Geräte möglichst sparsam im Verbrauch sind. Im Internet bietet beispielsweise die Deutsche Energie-Agentur (Dena) eine Übersicht über energiesparende Geräte (www.stromeffizienz.de/topgeraete.html). Eine hohe Energieeffizienz bedeutet nicht zwangsläufig einen höheren Kaufpreis. Selbst wenn das Gerät in der Anschaffung etwas teurer ist, muss man immer bedenken, dass einen die Stromkosten später dauerhaft belasten.

Was kann man noch tun, um die Stromrechnung zu senken?

Es gibt Internetseiten, auf denen Verbraucher ihren persönlichen Stromverbrauch berechnen und die persönlichen Einsparpotenziale herausfinden können (etwa: http://stromsparcheck.stromeffizienz.de oder www.klima-sucht-schutz.de). Neben der Anschaffung energieffizienterer Kühl- und Gefriergeräte, Fernsehapparate (hier steigt der Verbrauch mit der Größe der Bildschirmdiagonale) oder einer Hocheffizienzpumpe für die Heizung bringt vor allem der Austausch der herkömmlichen Glühbirnen durch Energiesparlampen eine große Ersparnis (siehe Grafik). Da diese bis zu 80 Prozent weniger Strom verbrauchen, werden sie bis 2012 innerhalb der EU und schrittweise vom Markt genommen. Auch wer Elektrogeräte wie Fernseher oder Stereoanlagen ganz vom Netz trennt, statt sie im Stand-by-Betrieb zu lassen, kann im Jahr bis zu 70 Euro sparen.

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