Rund 50 Unterkirnacher verfolgten aufmerksam die Info-Veranstaltung der Energiegenossenschaft in der Schlossberghalle. Foto: Hella Schimkat

Die Bürger-Energie-Genossenschaft will die Energiewende voranbringen. Das erste Projekt ist die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Schlossberghalle. Bis September werden dafür rund 155 000 Euro benötigt.

Der Vorstand der Bürger-Energie-Genossenschaft Unterkirnach – das sind Patrick Seng, Markus Straub und Sonja Kolepke-Kloess – hatte interessierte Bürger zu einer weiteren Informationsveranstaltung in die Schlossberghalle eingeladen. Rund 50 Besucher, darunter vor allem solche, die zum ersten Mal Interesse zeigten, ließen sich über den momentanen Stand der Bürger-Energie informierten.

 

Anteile für 200 Euro

Die Bürger-Energie Unterkirnach sei nun offiziell gegründet und werde sich des großen Themas Energiewende annehmen, sagte Patrick Seng einleitend. Die Satzung liege dem Genossenschaftsverband vor, die Homepage sei seit einigen Wochen online, und die ersten Projekte zur Umsetzung von PV-Anlagen könnten bald den Startschuss für die Energiewende in Unterkirnach geben.

Seng erläuterte, für 200 Euro könne jeder einen Anteil kaufen, maximal 50 Anteile können pro Person erworben werden. Unser Leitbild lautet: „‘Einer für alle, alle für einen.‘ Unser Ziel ist es, die Energiewende aktiv zu fördern“, betonte Seng. „Wir fördern alle erneuerbaren Energien durch die Beteiligung und die Mitsprache der Bürger, wobei wir Wert darauf legen, mit einem niedrigen Geschäftsanteil allen Bürgern die Möglichkeit zu geben, zu diesem Ziel beizutragen“, unterstrich er.

Schon 82 000 Euro einbezahlt

Seng wies darauf hin, dass die Kündigung mit einer Frist von zwei Jahren zum Ende des Geschäftsjahres möglich sei. Jedes Mitglied könne die Leistung der Genossenschaft in Anspruch nehmen und sei verpflichtet, das Interesse der Genossenschaft zu wahren.

„Seit April wurden schon 82 000 Euro eingezahlt“, so Seng. Im Juli stehe die Werbung von Mitgliedern im Vordergrund. „Am Dorffest werden wir mit einem Stand aktiv sein“, kündigte Seng an.

Im August könne die Eintragung beim Genossenschaftsverband erfolgen. Im September, so hoffen die Verantwortlichen, könne die Genossenschaft die PV-Anlage, die auf dem Dach der Schlossberghalle und der Sporthalle gebaut wird, von der Gemeinde zu kaufen. Für den Monat Oktober sei ein Workshop geplant. Im November hoffe man, die zweite Photovoltaik-Anlage von einem Landwirt zu erwerben. Ein Workshop zum Thema Balkonkraftwerk sei anschließend geplant.

Foto: Hella Schimkat

Die PV-Anlage Schlossberghalle will die Genossenschaft für 155 000 Euro kaufen. Es werde einen Überschuss geben, die Gemeinde zahle eine monatliche Pacht an die Energiegenossenschaft, erklärte Seng. Er erinnerte noch einmal daran, dass die Energiegenossenschaft bis September das Geld für die erste PV-Anlage zusammenbekommen möchte. Das zweite geplante Projekt sei die PV-Anlage bei Familie Moosmann mit einer Investitionssumme von 114 000 Euro, erklärte Seng. Moosmann stelle das Dach zur Verfügung, und die Energiegenossenschaft zahle eine monatliche Pacht, erläuterte er.

Auch Windkraft ist ein Thema

Zurzeit sei die Genossenschaft auf PV-Anlagen fokussiert. Ein weiterer Schritt könne ein eigener Stromtarif sein, auch ein Energiespeicher sei ein Thema, ebenso die Windkraft, Wasserstoff oder Nahwärme.

Auf Anfragen aus den Reihen der Besucher antwortete Seng, man habe sich zuerst auf große Dachflächen konzentriert. Vielleicht werde man später erreichen, dass mehrere private Dachflächen zusammengeschlossen werden.

Wolfgang Wimmer erinnerte daran, dass vor 40 Jahren ein Kraftwerk vor Maria Tann gebaut worden sei. Seitdem sei indes nichts mehr passiert.