Solarmodule auf 3,6 Hektar: die geplante Stettener Freiflächen-Photovoltaik-Anlage in der Visualisierung des potenziellen Investors: Im Vordergrund ist die Erlenstraße zu sehen, links die Bahnlinie, im Hintergrund der Heiligkreuz-Friedhof. Foto: Low Carbon GmbH

Ganz in der Nähe des Friedhofs soll in Hechingen-Stetten eine 3,6 Hektar große Photovoltaik-Fläche entstehen.

Auf der Gemarkung des Hechinger Stadtteils Stetten sollen zwei große Freiflächen-Solarparks entstehen. Einer der beiden Standorte durfte vorab als umstritten gelten. Zu der 3,6 Hektar großen Fläche „Rohrach“ südlich der Turn- und Festhalle im Dreieck zwischen Erlenstraße, Bahnlinie und Heiligkreuz-Friedhof hatten der Ortschaftsrat und mit ihm der Bauausschuss des Hechinger Gemeinderates schon einmal mehrheitlich „Nein“ gesagt – als es um die im Regionalplan auszuweisenden Vorrangflächen ging. Zu nah am Ort, zu nah am Friedhof: So lauteten vor Jahresfrist die Einwände.

 

Jetzt kommt die Fläche doch wieder aus der Versenkung hervor – in Gestalt eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes mit Namen „Sondergebiet Solarpark Rohrach“. Und zumindest der Stettener Ortschaftsrat hat sich mittlerweile mit dem Projekt angefreundet. Mit 5:1 Stimmen befürwortete das Gremium den Bebauungsplan am Montagabend. Nächsten Mittwoch befasst sich der Hechinger Bauausschuss mit den Plänen.

Berliner Unternehmen will bauen

Wer da am Stettener Ortsrand einen 3,6 Hektar großen Solarpark errichten will, ist kein Unternehmen mit regionalem Bezug (wie es einst vom Gemeinderat als wichtiges Kriterium formuliert worden war), sondern das Berliner Solarenergie-Unternehmen Low Carbon GmbH. Diese Firma hat das Planungsbüro Fritz & Grossmann aus Balingen mit der Erstellung des erforderlichen Bebauungsplanes beauftragt.

Stadt: „Sehr gut geeignet“

In der Drucksache, die den Gremien vorliegt, heißt es seitens der Stadtverwaltung: „Aufgrund der südexponierten Lage ist das Plangebiet für die Nutzung für Photovoltaik sehr gut geeignet. Die Fläche ist im Teilregionalplan 2025 des Regionalverbandes Neckar-Alb enthalten.“ Begrenzt wird das Plangebiet im Süden durch die Bahnlinie, im Westen durch den Kreuzwiesbach und im Osten durch die Erlenstraße, die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Stetten und Boll. Abgesehen von der Bahnlinien-Seite soll das Gebiet auch in Zukunft von Bepflanzung eingefasst werden, weshalb die PV-Module von der Straße aus „kaum wahrnehmbar“ sein werden.

Maximale Höhe vier Meter

Die maximale Höhe der einzelnen Module soll auf vier Meter beschränkt werden, sodass eine Beeinträchtigung des Landschaftsbildes stark reduziert werden könne. Am Nordrand des Plangebietes (Richtung Dorf) sei ein fünf Meter breiter Rad- und Fußweg geplant, um eine Verbindung zwischen dem zukünftigen Baugebiet „Hilb“ und der geplanten Kita sowie der Turn- und Festhalle herzustellen.

Sofern die kommunalen Gremien grünes Licht für den Aufstellungsbeschluss geben, folgt als nächster Schritt die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden.

Zweite Fläche entlang der B 27

Einstimmig durchgewunken hat der Ortschaftsrat einen zweiten Standort auf Stettener Gemarkung, an dem die Firma Low Carbon GmbH einen weiteren Solarpark plant. Hier geht es um einen 3,8 Hektar großen, langgezogenen Streifen entlang der B 27 im Süden der Straße, etwa auf Höhe des Hechinger Wohngebiets an der Kärntner Straße. Im „Sondergebiet Solarpark Gewand“ sind bis zu 4,50 Meter hohe PV-Module in Kombination mit extensiver Grünlandbewirtschaftung geplant.

Abschiedsparty für die Stettener Festhalle

Einstimmig
  befürwortet hat der Stettener Ortschaftsrat auch den Entwurf des Bebauungsplans „Kreuzwies“, der die Grundlage für einen Neubau der Turn- und Festhalle und des angrenzenden Kindergartens bildet. Drei Tage, bevor das letzte Stündchen des maroden Altbaus geschlagen hat – am 28. Dezember 2026 – wollen die Vereine mit einer Abschiedsparty ihrer langjährigen Heimstätte Adieu sagen.