Vor einem Jahr hat der Gemeinderat den Bau eines Batteriespeichers in Unterbaldingen befürwortet. Wann das Projekt tatsächlich umgesetzt werden kann, bleibt noch offen.
Vor nahezu einem Jahr sprach sich der Gemeinderat in Unterbaldingen für den Bau eines Umspannwerks mit Batteriespeicher bei den Herdweidhöfen aus. Das Projekt wird vom Freiburger Unternehmen iAccess unter der Leitung des Projektleiters Stephan Hornick begleitet.
Wie Hornick auf Anfrage unserer Redaktion preisgibt, war ursprünglich bei Unterbaldingen ein großflächiger Freiflächen-Photovoltaikpark geplant. Laut Projektleiter begannen die ersten Gespräche dazu bereits im Jahr 2022. „Frühzeitig haben wir aufgrund der positiven Resonanz des Ortschaftsrats und der Gemeinde verschiedene Artenschutzgutachten, Vogelkartierungen, Blend-, Brand-, Bodenschutzgutachten, Visualisierung, 3D-Visualisierung, Sichtbarkeitsanalyse und Vermessungen abgeschlossen.“
Das Projekt stieß damals jedoch nicht überall auf Zustimmung, wie Hornick weiter ausführt. Der Gemeinderat lehnte den geplanten Solarpark schließlich im Oktober 2024 ab. Daraufhin entwickelte das Freiburger Unternehmen ein neues Konzept: „Ich nahm den Input des Gemeinderats auf, dass man eigentlich PV-Anlagen entlang der Autobahn wünscht. Dazu sei es notwendig, betonte ich, dass man in Unterbaldingen ein eigenes Umspannwerk baut. Das sei nur mit Batteriepark zusammen sinnvoll und wirtschaftlich“, erklärt Hornick. Der Gemeinderat stimmte dieser Planung im Februar 2025 zu.
Was passiert also mit dem Projekt?
Die eigentliche Herausforderung liegt beim Stromnetz, dieses gehört auf der Ostbaar der Netze BW. Nach Angaben des Projektentwicklers wurden bereits verschiedene Möglichkeiten der Netzanbindung mit mehreren Netzbetreibern geprüft. Bislang gebe es allerdings keine ausreichenden Einspeise- und Bezugsleistungen.
„Der Netzbezug ist derzeit noch das Nadelöhr in dem Projekt“, erklärt Hornick. Nach einer Anfrage der Firma dauert die Antwort des Netzbetreibers derzeit meist sechs bis neun Monate. Bei einer Negativantwort kann man dann mit der angefragten Leistung variieren, erneut nachfragen und hoffen, dass „andere Projekte die Netzreservierung verloren haben und nun vielleicht Kapazitäten freigeworden sind“.
Netzausbau notwendig
Doch auch die Netzbetreiber Netze BW bestätigt die Lage. „In der Region sind generell Netzausbaumaßnahmen notwendig, die mehrere Jahre andauern. Hintergrund ist, dass die derzeitigen Netzkapazitäten vor Ort nicht ausreichen“, teilte Katharina Ryske, Sprecherin der Netze BW auf Anfrage mit. Für notwendige Netzausbaumaßnahmen seien umfangreiche Planungs- und Genehmigungsprozesse erforderlich. Hinzu kämen die zeitintensive Materialbeschaffung, „denn die Nachfrage nach den benötigten technischen Komponenten ist europaweit hoch, während nur wenige etablierte Hersteller existieren“, so die Sprecherin weiter.
„Der geplante Netzausbau ist so umfangreich, dass er nicht auf einen Schlag umgesetzt werden kann, sondern Schritt für Schritt erfolgen muss. Der Ausbau des Netzes gleicht somit eher einem Marathon als einem Sprint.“
Was die Planung in Sachen Umspannwerk bei Sunthausen angeht, so gibt es laut Netzbetreiber Netze BW somit keinen neuen Entwicklungsstand. Das Umspannwerk steckt weiterhin in der Planungsphase, wird rund 20 Millionen Euro kosten und soll 2030 ans Netz gehen.