Die kommunale Wärmeplanung hat auch die Fernwärme stark im Blick. (Symbolbild) Foto: dpa/Marijan Murat

Die kommunale Wärmeplanung in Altensteig wurde vorgestellt. Warum Wärme erst mal wohl nicht aus der Nagold gewonnen wird und warum die Stadt die Planung machen muss.

Wie wird aktuell geheizt – und wie kann das in Zukunft sein? Dafür braucht es auch auf Kommunenebene eine Strategie.

 

Die „kommunale Wärmeplanung“ wurde nun im Gemeinderat vorgestellt. Hinter dem bürokratischen Begriff steht eine Analyse, wo Altensteig derzeit seine Wärme herbekommt und heizt und wie es zukünftig aussehen kann. Damit soll Eigentümern bei der Planung geholfen und Klarheit über die zukünftige und aktuelle Wärmearten geschaffen werden. Vorweg wurde erklärt: Die Wärmeplanung ist eine strategische Ausrichtung, eine grundstückgenaue Abgrenzung ist meist noch nicht möglich.

Dauerhaft sollen Wärmepumpen und Fernwärme vorherrschen

Die Planung geht in Richtung grüne und erneuerbare Energien. Während aktuell noch viel mit Öl und Gas geheizt wird, soll das dauerhaft mit Wärmepumpen, Fernwärme und Biomasse geschehen.

Der Umbau stehe derweil für viele in den kommenden Jahren an. Denn die Hälfte aller Heizungen in Altensteig sind älter als 25 Jahre. „Da gibt es ein hohes Potenzial für neue Heizungen, die in den nächsten Jahren eingebaut werden sollten.“

Neben den zukünftigen Hoffnungsträgern Wärmepumpe und Fernwärme wurde auch Energie aus Wasser geprüft. „Eine Untersuchung hat ergeben, dass es an der Nagold Potenzial für Wärmenutzung gäbe“, hieß es. Allerdings: Das wäre im Moment viel zu viel Bürokratie, wollte man das realisieren. „Aber es wäre machbar.“

Genauso theoretisch bleibt wohl die Bohrung nach Geothermie. Denn das bedeute: Sensoren, Bohrer und eine Menge Kosten.

Konkreter wirkt da schon die Aussicht, aus Solarenergie auch Wärme zu gewinnen. Im Bereich Altensteig gibt es ausgewiesene Flächen, auf denen Flächenphotovoltaik-Anlagen entstehen könnten. Dort wäre dann neben der Strom- auch die Wärmeproduktion möglich.

Wärme aus der Nagold gewinnen? Möglich, aber zu bürokratisch. Foto: Jansen

In der Sitzung wurde explizit darauf hingewiesen, dass die Stadtwerke Fragen beantworten können. „Wir haben die Experten im eigenen Haus“, meinte Bürgermeister Oliver Valha. auch Stadtrat Hartmut Hobler (SPD/Grüne) äußerte deutlich den Wunsch, dass die Bürger und Bürgerinnen engmaschig beraten werden. „Wir können leider nicht alle anschließen – das ist finanziell unmöglich.“ Denn die ständig wechselnde Gesetzgebung verunsichere auch.

Die Stadtwerke ernteten zudem Lob für ihre Voraussicht in den vergangenen Jahren. „Wir sind Vorreiter“, erklärte Tobias Schmid von der CDU. Damit musste die Stadt Altensteig nicht „bei Null anfangen“, was die Wärmeplanung mit erneuerbaren Energien betrifft.

Marcus Lotzin (AfD) wies darauf hin, dass seine Partei stets dafür plädiere, dass jeder seine Heizanlage nach seinem Gusto wählen solle. Er sorgt sich um einen Anschlusszwang, den die AfD grundsätzlich ablehne. Bei einer Ausweitung müsse man dann hinsichtlich der zu fassenden Satzungen danach schauen. Er resümierte: „Unterm Strich ist es ein gutes Angebot für die Bürgerschaft in Altensteig.“

Die kommunale Wärmeplanung wurde vom Gemeinderat angenommen. Die AfD enthielt sich.

4,7, Kilometer Fernwärmeleitungen sollen dazu kommen

Die nächsten Schritte sind laut Plan unter anderem, bis 2040 insgesamt 4,7 Kilometer an Fernwärmeleitungen in Altensteig zu verlegen. Die Wärmenetze in der Welkerstraße und Burgstraße sollen erweitert werden, genauso in Wart und Berneck. Für die Teilorte soll außerdem ein „Dekarbonisierungsfahrplan“ – also ein Plan, Kohlenstoff zu reduzieren – erstellt werden. An den Heizzentralen im Gymnasium und der Hohenbergschule soll der Anteil an erneuerbaren Energien erhöht werden.

Die „kommunale Wärmeplanung“ ist gesetzlich vorgeschrieben: Denn bis 2045 will Baden-Württemberg bei der Wärme klimaneutral werden. Die Wärmeversorgung sei ein wesentlicher Teil des Treibhausausstoßes, erklärte Günther Garbe, Chef der Stadtwerke. Städte mit bis zu 100 000 Einwohnern, wozu Altensteig zählt, müssen bis zum 30. Juni 2028 eine Planung vorlegen.