Bei der Energie-Effizienz-Tour in der Schwenninger Friedensschule informierten die städtische Klimamanagerin Petra Neubauer (von links), Tobias Bacher, Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieagentur, und Lisanne Quast die bei der Stadtverwaltung für den Klimaschutz zuständig ist, über den Ablauf und die Ziele des Projekts. Foto: Jochen Schwillo

Ein Baustein des Ziels, den sich die Stadt gesetzt hat, ist die Energie-Effizienz-Tour. Der Startschuss für das Projekt fiel in der Friedensschule in Schwenningen.

Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu werden. Bis zum Jahr 2035 will dies bereits Villingen-Schwenningen erreicht haben. Einer dieser Bausteine ist die Energie-Effizienz-Tour. Die Energieberater kommen bis Ende März 2026 direkt zu den Menschen nach Hause, um eine kostenlose, anbieter- und produktneutrale Energieberatung zu machen.

 

Auftakt der Energie-Effizienz-Tour war am Dienstag in der Aula der Schwenninger Friedensschule, zu der viele Leute kamen und bei den verschiedensten Vorträgen von der städtischen Klimaschutzbeauftragten Petra Neubauer, Dieter Forelle von den Stadtwerken und Tobias Bacher Geschäftsführer von der Klimaschutz- und Energieagentur (Klea), informiert wurden, wie man seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann und was jeder Bürger selbst tun kann, um Energie einzusparen.

Gute Erfahrungen habe man im Kreis Tuttlingen gemacht, in dem ebenfalls eine Energie-Effizienz-Tour läuft, berichtete Bacher, ebenso vor zwei Jahren in Bad Dürrheim. Das Prozedere sieht so aus, dass die Berater mit den Eigentümern durch die Gebäude gehen, erklärte Bacher. Es wird geschaut, ob es die Möglichkeit zur Nutzung einer Photovoltaik-Anlage gibt oder was für ein Heizungssystem interessant wäre. Wenn man bei den Bürgern zu Hause ist, könne man ihnen das Thema Nahwärme auch näher bringen.

Als besonderen Anreiz übernimmt die Stadt den Eigenanteil, den die Ratsuchenden bei der Verbraucherzentrale tragen müssen von 40 Euro. Und dass das Interesse vorhanden ist, machte Bacher daran deutlich, dass es zum Auftakt der Tour im Schwenninger Postleitzahlenbereich 78054 und 78056, bereits rund 50 Anmeldungen gibt. Anvisiert seien mindestens 100 Gespräche, so Bacher.

Energieerzeugung im Blick

Klimaschutzmanagerin Petra Neubauer erinnerte an das energiepolitische Arbeitsprogramm, das 2023 erstmals zertifiziert wurde und mit der Energie- und CO2-Bilanz, die erarbeitet wurde. Es zeige, wo die Stadt jetzt steht und welche Maßnahmen in angriff zu nehmen sind, sei es im Gebäudebereich, bei der Mobilität und solche in der Stadtverwaltung. Dazu gehöre, die kommunalen Gebäude klimaneutral zu gestalten, sagte Petra Neubauer.

Weiterhin gehört die Bereitstellung erneuerbarer Energie, die durch die Stadt selber produziert wird, dazu. Hier ist die Stadt interessiert beizutragen, den eigenen Strom zu erzeugen. Momentan erarbeite man eine neue Energie- und CO2-Bilanz, die bis Ende diesen, Anfang nächsten Jahres, fertig sein soll. Dann soll es im Gemeinderat einen Sachstandsbericht samt Zahlen über die Entwicklung seit 2019 geben, betonte die Klimamanagerin. „Wir versuchen alle anzusprechen und schauen, wie sie ihren Beitrag zur Energieeffizienz leisten können.“

Steigende Preise spürbar

Bürgermeister Detlev Bührer freute sich über die tolle Resonanz der Bevölkerung in der Friedensschul-Aula. „Das Thema Energie und Wärme betrifft uns alle, egal wo wir wohnen und welche Systeme wir haben“, sagte Bührer und betonte, dass jeder die steigenden Preise merken würde. Viele Leute fragen sich, wie sie ihr Haus oder Immobilie zukunftsfähig machen und auch Geld sparen können. „Hier setzt unser Angebot dieser aufsuchenden Energieberatung an“, kündigte der Bürgermeister an.

Unabhängige Beratung

Mitarbeiter der Klimaschutz- und Energieagentur kommen direkt zu den Menschen nach Hause, schauen sich die Situation an und sagen, was sich verbessern lässt, unabhängig, neutral und praktisch. „Eine unabhängige Beratung ist sehr wichtig“, so Bührer. Denn jede Immobilie ist anders. „Wir wollen keine Pauschallösungen vorgeben“, sagte Bührer und betonte, dass die Stadt oder die Klea den Bürgern keine Wärmepumpe oder den Anschluss an ein Wärmenetz verkaufe.

Die Energie-Effizienz-Tour setzt an der kommunalen Wärmeplanung Villingen-Schwenningen an, die im Herbst 2023 beschlossen wurde und 2024 vom Regierungspräsidium genehmigt wurde. Inzwischen sei man an der Umsetzung und der Beantwortung der Frage, wie man die Wärmeversorgung in der Stadt in Zukunft klimafreundlich und bezahlbar für die Bürger gestalten kann. Dafür soll die Energie-Effizienz-Tour ihren Beitrag leisten.

Anmeldung

Kontakt
Wer im Postleitzahlenbereich 78054/78056 Interesse an einem Besuch durch die Energieberater hat, kann sich unter folgendem Link anmelden: https://forms.office.com/e/gmiyzcGJXY. Die erhobenen Daten werden vertraulich behandelt und unterliegen dem Datenschutz.