Alberto Terriuolo (links) spielt die Hauptrolle im aktuellen Stück von „Vorhang Auf!“ „Romulus der Große“. Hier eine Szene mit Ämilian, der jahrelang in germanischer Gefangenschaft war. Foto: Büchler

„Romulus der Große“ wird derzeit von der Theatergruppe „Vorhang Auf!“ in Nagolds Seminarturnhalle gegeben. Alberto Terriuolo spielt den Romulus – und hat damit ein Riesen-Text-Pensum zu erbringen. Im Interview erklärt der Mime unter anderem, wie man es schafft, so viel Text zu lernen.

Erst zur Produktion 2023/2024 war der ehemalige Geschichts – und Lateinlehrer Alberto Terriuolo beim Ensemble „Vorhang auf!“ in Nagold eingestiegen. In der aktuellen Inszenierung von „Romulus der Große“ spielt der 38-Jährige unter der Regie von Silvester Keller nun sogar die Hauptrolle – noch fünf Aufführungen sind im Januar geplant.

 

Anlass für ein Gespräch über die umfangreiche Rolle des regierungsmüden letzten Kaisers von Rom.

Welche Faszination übt das Theaterspielen für Sie aus?

Bereits in der Schulzeit und später im Studium habe ich Theater gespielt. Mir gefällt es, Stücke quasi zum Leben zu erwecken und in ganz andere Rollen zu schlüpfen.

Wie kamen Sie zu der Hauptrolle im aktuellen Stück?

Bei den ersten Leseproben im vergangenen Sommer ahnte ich noch nichts von der Rollenvergabe. Doch der Regisseur hatte bereits die Idee, dass er den Romulus mit mir besetzen wollte. Das bedeutete für mich eine große Verantwortung, aber auch einen enormen Vertrauensvorschuss, dieser umfangreichen Rolle gerecht zu werden.

Szene mit Alberto Terriuolo Foto: Armin Büchler

Wie empfinden Sie den Romulus als Figur?

Er ist eine sehr spannende und vielschichtige Figur. Im 1. Akt tritt er behäbig, eher gelangweilt auf, scheint den ganzen Tag mit ausgiebigem Frühstücken und seinen Hühnern beschäftigt zu sein und wirkt eher komisch bis unsympathisch.

Im 2. Akt spürt man, dass hinter seinem Verhalten durchaus Gründe stecken, die man aber noch nicht erfährt.

Der 3. Akt – für mich der schwierigste – zeigt allmählich die Ursachen für seine gleichmütige Haltung, auch durch die Monologe: Er möchte das „Unrechtsreich“ bewusst zugrunde gehen lassen, weil er sich mit der geforderten Haltung in der Reihe bisheriger Kaiser nicht identifizieren kann.

Im 4. Akt wird klar, dass auch die vor Rom stehenden Germanen einen Herrscher haben, der kein Held sein will. Es kippt ins Tragische, denn sowohl Romulus wie Odoaker sind den Umständen unterworfen und machtlos gegenüber den Verhältnissen. Zwei traurige Gestalten, die in ihre Herrscherrollen gezwungen wurden. Sie sind in diesem Stück fast permanent präsent und haben einen Riesentext zu bewältigen.

Gibt es eine Methode, wie Sie sich den Text aneignen?

Wir fangen Monate vorher zuerst mit vielen Leseproben an, erproben dann Ansätze zum Entwickeln der Charaktere und deren Facetten. Ich selber eigne mir den Text gerne wortwörtlich, Satz für Satz, an und spreche ihn mir beim Memorieren auch immer wieder laut vor. Beim intensiven Proben-Wochenende setzen wir dann die Szenen als Ganzes zusammen. In den letzten Proben vor der Premiere übten wir täglich, und so klappte das wirklich gut.

Tickets und Termine

Die letzten Aufführungen
sind am 17., 18., 19., 24. und 25. Januar, jeweils ab 19 Uhr (Einlass und Bewirtung ab 18 Uhr). Tickets unter www.reservix.de oder an der Abendkasse.