Seit neun Monaten ist die Busspur im Villinger Benediktinerring gesperrt und sorgt dort fast täglich für brenzlige Situationen. Nun sollen dort zeitnah die Arbeiten beginnen.
Dass der Ölunfall solch lange Nachwirkungen haben würde, hat sich im April vergangenen Jahres wohl niemand vorstellen können. Damals hatte der aufgerissene Tank eines Linienbusses für eine Panne gesorgt.
Das Öl verteilte sich auf der Straße und kontaminierte zudem die Busspur. Die Umweltbehörden des Schwarzwald-Baar-Kreises ordneten daraufhin an, dass die Spur ausgekoffert werden musste, um Umweltschäden zu verhindern.
So zügig diese Maßnahmen umgesetzt wurden, so langwierig gestaltete sich die Nachbearbeitung des Zwischenfalls. Denn wer gedacht hatte, dass die Busspur zügig wiederhergestellt werden kann, täuschte sich gewaltig. Der Grund: Die Angelegenheit wurde zum Versicherungsfall.
Aus der Verwaltung hieß es, dass in dem „regulären Verfahren zur Schadensabwicklung“ die „zuständige Versicherung eingebunden“ sei. Und genau hier hakte es. Denn die Stadt wollte nicht voreilig handeln, solange die Schadensregulierung nicht abgeschlossen ist. Und diese zog sich über Monate hinweg.
Nur eine provisorische Bushaltestelle
In dieser Zeit mussten sowohl ÖPNV-Gäste als auch Busfahrer und weitere Verkehrsteilnehmer mit Behinderungen an der Bushaltestelle auskommen, die mehrere Meter weiter in den Bereich einer Tiefgaragenausfahrt verlegt wurde – allerdings ohne eine eigene Spur.
Beim Ein- und Aussteigen der Gäste, wohlgemerkt ohne Barrierefreiheit, kam es deshalb tagtäglich zu Engpässen und Rückstaus. Auch Beinahe-Zusammenstöße, wenn Autofahrer beim Abbiegen von der Mönchweilerstraße auf den Benediktinerring wegen der Blockade die Spur wechselten und dabei andere Verkehrsteilnehmer übersahen, gehörten seitdem zur Tagesordnung. Die Absperrbaken der Spur sorgten zudem für eine schmale rechte Fahrspur, insbesondere wenn sich der Schnee am Rand türmte. Kurzum: Die Stelle ist zum Nadelöhr geworden.
Sperrung nicht länger tragbar
Die dortige Situation sorgte auch bei der Stadtverwaltung für Unmut, wie Pressesprecherin Madlen Falke gegenüber unserer Redaktion deutlich macht. Man sei „mit dem Prozess, der vor allem durch die zuständige Versicherung eine erhebliche Verzögerung erfährt, ebenfalls sehr unzufrieden“. Falke betont: „Die Sperrung der Busspur ist nicht länger tragbar.“
Die Stadt zog deshalb bereits in Erwägung, gegebenenfalls in Vorleistung zu gehen, um die Situation vor Ort zu ändern. Just vor wenigen Tagen kam dann aber Bewegung in die Angelegenheit. Nach einem umfangreichen Schriftverkehr konnte sich ein von der Versicherung beauftragter Gutachter gemeinsam mit Vertretern der Stadt einen Eindruck von der Schadstelle verschaffen.
Gutachter gibt das OK für die Arbeiten
Mit positivem Ergebnis, wie die Pressesprecherin erklärt: „Der Gutachter hat beim Vor-Ort-Termin eine zeitnahe Bearbeitung zur Ausführung mittels einer Betontragschicht zugesagt.“ Ein konkreter Zeitrahmen konnte aufgrund der Abwicklung mit der Versicherung zwar noch nicht genannt werden, die Stadt dränge jedoch auf eine Umsetzung und werde die zeitnahe Bearbeitung entsprechend einfordern. Die Hoffnung ist also groß, dass der Engpass und die Sperrung schon bald der Vergangenheit angehören.