Das VfB-Team für die Saison 2024/2025 – stark genug, um die Ziele zu erreichen? In unserer Bildergalerie schauen wir auf den kompletten Kader zum Ende der Transferperiode. Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Der VfB Stuttgart hat nun seinen endgültigen Kader für die neue Saison beisammen. Dabei ist wieder viel auf Entwicklung ausgelegt, kommentiert unser Autor Dirk Preiß.

Der Deadline-Day ist vorüber, das Transferfenster geschlossen, die Wechselperiode zu Ende – es gibt ja mittlerweile viele Bezeichnungen für die Zeit, in der Fußballvereine Spieler verpflichten dürfen. Wie immer tut das aber wenig zur Sache, denn am Ende kommt es allein auf das Ergebnis an. Wobei das stets weniger klar zu bewerten ist, als ein 1:0 oder ein 2:4. Auch beim VfB Stuttgart.

 

Mit dem Selbstbewusstsein eines amtierenden Pokalsiegers und der finanziellen Kraft eines kürzlichen Teilnehmers der Champions League verfolgte der Club in dieser Transferphase ja vor allem zwei Ziele. Erstens: Die Säulen des bestehenden Teams zusammenzuhalten. Zweitens: Die Mannschaft am oberen Leistungslevel zu verstärken, am liebsten in Kombination mit den Attributen Führung und Erfahrung. Insofern fällt die Bilanz nach zwei Monaten Transferperiode erst einmal gemischt aus.

Der Aderlass war tatsächlich geringer als im Vorjahr, als gleich drei Stammkräfte den Verein verlassen haben. Der VfB demonstrierte Stärke und stand zu seinen internen Zusagen – vor allem, als der FC Bayern um Nick Woltemade buhlte. Am Ende ging der Stürmer dennoch, was den VfB dank der nicht ablehnbaren 85 Millionen Euro aus Newcastle zu einem wirtschaftlichen Gewinner machte, aber in Tateinheit mit dem früh erwartbaren Abgang von Enzo Millot (für rund 30 Millionen Euro zu Al-Ahli SFC) sportliche Fragen aufwarf. Vor allem beim eigenen Trainer.

Der sah – zumindest bis vor einigen Tagen – die Transferziele nicht wirklich erreicht und sorgte sich um das sportliche Fortkommen, das der VfB ja auch anstrebt: Der Verein will sich dauerhaft im vorderen Drittel der Bundesliga etablieren. Bis zum Woltemade-Abgang wurden aber lediglich fünf Spieler verpflichtet, die entweder erst 20 Jahre und jünger sind, die Bundesliga nicht kennen oder nicht wirklich als Ersatz für den Ex-Bremer taugen.

Durchschnittsalter der Neuen: 20,7 Jahre

Am Ende hat der Club in der Offensive noch einmal nachgelegt. Sieben Spieler hat der VfB nun in Summe verpflichtet. Darunter sind interessante Profis, die schon in Topligen aktiv waren und viel Potenzial haben. Weil alle zusammen auf ein Durchschnittsalter von gerade einmal 20,7 Jahre kommen, bleibt die Entwicklungsarbeit aber ein Fokus von Hoeneß’ Wirken in Stuttgart. Und: Die Planstelle in der Spitze bleibt offen – was aufgrund der Verletzung von Deniz Undav erst einmal schwer wiegt.

Dass dies den Coach nicht vollends zufrieden stellt, muss man verstehen – schließlich dokumentiert diese Transferphase nicht wirklich den Schritt, den der VfB eigentlich nach vorne machen wollte und will. Andererseits ist die Planung in der Kategorie, in der die Stuttgarter aktuell spielen, nicht gerade leicht. Potenzielle Neue mit absoluter Verstärkungsgarantie gehören zu einer finanziellen Liga, die der wieder erstarkte VfB eigentlich (noch) nicht bedienen kann und will. Oder der Club ist für jene Akteure (noch) nicht attraktiv genug.

Somit bleibt der Brustringclub auch nach dem Pokalsieg und mit der zweiten Europapokalteilnahme in Folge ein Entwicklungsverein, der auf ein schnelles Vorankommen seiner (neuen) Spieler angewiesen ist. Weshalb die Frage, ob diese Transferperiode des VfB eine gute war, erst in einigen Monaten beantwortet werden kann.

Immerhin: Finanzielle Möglichkeiten, um in der Winterpause zu korrigieren, bleiben reichlich vorhanden.