Großes Interesse herrschte bei den Anwohnern angesichts der kommenden Sanierung. Foto: Fritsche

Anwohner im Umfeld der Mariazeller Straße sorgen sich wegen des Ausweichverkehrs und fordern Gegenmaßnahmen.

Der Saal des Pfarrhofs fasste am Mittwochabend kaum die vielen Besucher, die alle wissen wollten, was durch die Sanierung der Mariazeller Straße auf sie zukommt.

 

Zum Einstieg machte Abteilungsleiter Tiefbau Konrad Ginter die Notwendigkeit klar: Die „marode und wellige“ Fahrbahn muss saniert werden; Bushaltestellen müssen laut Gesetz barrierefrei werden; Fuß- und Radverkehr soll verbessert werden; Gas-, Wasser- und Stromleitungen werden erneuert; Leerrohre für eine zukünftige Glasfasererschließung werden verlegt. Baubeginn ist der 14. Oktober. Dauern wird der Bau circa zwölf Monate, also bis Dezember 2025, verbaut werden mehr als drei Millionen Euro.

Für Anlieger frei

Unvermeidliche Folge: Eine Vollsperrung der Mariazeller Straße für den Durchgangsverkehr, außer für Linienbusse, Krankenwagen und Feuerwehr. „Für die Anlieger ist die Straße frei, außer im direkten Baufeld“, beruhigte Ginter. Er hofft, dass bis Weihnachten gearbeitet werden kann. Dann wird die Baustelle winterfest gemacht, im Januar geht es weiter. Eine positive Nachricht hat er noch: Der Abwasserkanal wurde mit Kameras untersucht, ist besser als erwartet,er wird „nur punktuell saniert“.

Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr legte dar, wie die Kommunikation während der Bauzeit laufen soll: Ein Anliegerbeirat mit drei bis vier Mitgliedern solle sich einmal in der Woche mit den am Bau Beteiligten (Stadt, Stadtwerke, beziehungsweise Netze BW und Baufirma) zum Jour Fix (möglichst nachmittags) treffen, um Fragen zum Bauablauf zu klären. Ein Jahr Bauzeit sei „kein Pappenstiel“. Sicher werde es auch mal Unmut geben. Außerdem habe die Stadt einen WhatsApp-Kanal mit aktuellen Informationen zur Baustelle eingerichtet.

Unruhe am Beschenhof

Der Unmut ließ nicht lange auf sich warten – und der kam nicht von direkten Anliegern der Mariazeller Straße, sondern von Bewohnern angrenzender Gebiete. „Wir haben die Sorge, dass wir noch mehr Verkehr bekommen und fordern Schwellen oder Anlieger-Beschilderung, sonst schreiten wir zum zivilen Ungehorsam“, verlangte ein Anwohner aus dem Bereich Beschenhof, wo es weder Gehweg noch Beleuchtung gebe. „Überall gibt es Verkehrsberuhigung, nur bei uns nicht“, wetterte eine Nachbarin von ihm. „Wir könne eine öffentliche Straße nicht einfach sperren“, bedauerte Ginter. „Die Frage, wie wir Ausweichverkehr unterbinden können, nehmen wir zu Klärung mit“, versprach Eisenlohr.

Die Pläne waren von großem Interesse. Foto: Fritsche

Nach der Fragerunde umlagerten die Anwohner die aufgehängten Pläne und stellten Eisenlohr, Ginter und Stadtwerke-Mitarbeitern Detailfragen – zum Beispiel zum Stromanschluss, wenn die Freileitungen ersetzt werden.